Private Krankenversicherung für Familien
Kosten und Leistungen in der "Familienversicherung"

Einzeltarife statt Familienversicherung in der PKV

Besonderheiten bei Kindern je nach Versicherung der Eltern

Beitragskosten durch Versicherungswechsel reduzieren

Das Wichtigste in Kürze

  • Wird eine private Krankenversicherung für die Familie abgeschlossen, ist für jede versicherte Person ein eigener Beitrag zu entrichten.
  • Für Kinder sieht die PKV preiswerte Tarife mit guten Leistungen vor, da bei ihnen noch keine Altersrückstellungen gebildet werden.
  • Neugeborene lassen sich innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt ohne Gesundheitsprüfung in der PKV absichern. Allerdings ist zu prüfen, ob die beitragsfreie Familienversicherung der GKV möglich, und eventuell sinnvoller ist.

Gesetzliche oder private Krankenversicherung für die Familie?

Wenn ein neues Leben das Licht der Welt erblickt, verändert sich für die frischgebackenen Eltern so einiges. Doch neben all den Veränderungen dürfen sie es nicht versäumen, sich um den Versicherungsschutz des Kindes zu kümmern. Denn nicht nur wenn der Nachwuchs erkranken sollte, benötigt er eine Krankenabsicherung. Sondern auch bei Vorsorgeuntersuchungen für Babys und Kinder.

Wie ein Kind krankenversichert wird, hängt in erster Linie vom Versicherungsstatus der Eltern ab. Für einige bedeutet das, sie haben eine Wahlmöglichkeit. Andere hingegen können den Nachwuchs nur gesetzlich oder privat absichern.

Beide Eltern sind gesetzlich krankenversichert Beide Eltern sind privat krankenversichert Ein Elternteil ist gesetzlich, einer privat krankenversichert
Das Kind wird in der gesetzlichen Krankenversicherung abgesichert. Dabei gilt die beitragsfreie Familienversicherung. Das Kind kann nur privat versichert werden. Eine Familienabsicherung in der GKV ist nicht möglich. Erzielt der privatversicherte Elternteil das höhere Einkommen und liegt dieses über der Versicherungspflichtgrenze (62.550 Euro, Stand 2020) kann das Kind nicht kostenlos in der Familienversicherung der GKV abgesichert werden. Es ist privat oder freiwillig gesetzlich abzusichern. Sind die Eltern nicht verheiratet, können sie frei entscheiden, wo das Kind versichert wird.

Die kostenlose Familienversicherung der GKV

Die gesetzliche Krankenversicherung bietet den entscheidenden Vorteil, dass Kinder kostenlos mitversichert werden können. Dafür werden sie in der sogenannten Familienversicherung abgesichert. Diese gilt bis zum 18. beziehungsweise 25. Lebensjahr, solange sich die Kinder in Ausbildung befinden. Sowohl beruflich als auch schulisch.

Allerdings bietet die GKV auch nur den gesetzlich definierten Mindestversicherungsschutz. Gerade bei Kindern gibt es so einige Leistungslücken, beispielsweise bei Kieferorthopädie. So übernehmen die Krankenkasse die Kosten erst ab einer schweren Kieferfehlstellung.

Leistungslücken mit einer Zusatzversicherung schließen

Eltern, die ihr Kind in der GKV absichern, sollten über eine private Krankenzusatzversicherung nachdenken. Diese ist für Kinder besonders günstig und schließt die Leistungslücken des gesetzlichen Versicherungsschutzes. Eine gute Zusatzversicherung kann Leistungen bei Krankenhausaufenthalten, alternative Heilmethoden, Sehhilfen und zahnärztliche sowie kieferorthopädische Behandlungen beinhalten. Somit können Eltern ihrem Nachwuchs die bestmögliche Behandlung zu Teil werden lassen, ohne sich über die Kosten dafür Sorgen zu müssen.

Die private Krankenversicherung für Kinder

Wir das Kind privat krankenversichert, wird es im Regelfall bei derselben Gesellschaft abgesichert, wie der privat versicherte Elternteil. Dafür ist ein eigener Vertrag abzuschließen. Dieser ist in den meisten Fällen an den Vertrag des privat versicherten Elternteils gekoppelt. Außerdem ist ein eigenständiger Beitrag vorgesehen. Doch lassen sich Kinder in der PKV besonders günstig absichern, da sie in jungen Jahren meist nur geringe Kosten verursachen. So können Eltern ihren Nachwuchs zu einem angemessenen Beitrag umfangreich absichern.

Grundsätzlich muss der Nachwuchs nicht zwingend bei derselben Gesellschaft abgesichert werden, wie der privat versicherte Elternteil. Allerdings nehmen nicht alle Versicherer Kinder auf, wenn kein Elternteil bei ihnen versichert ist.

Keine Gesundheitsprüfung für Neugeborene

Die private Krankenversicherung sieht für die Familie eine Besonderheit vor: Neugeborene lassen sich ohne Gesundheitsprüfung versichern. Vorausgesetzt, die Antragsstellung erfolgt innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt. Außerdem darf der Versicherungsschutz des Neugeborenen nicht umfangreicher sein, als die Absicherung des Elternteils, bei dem es versichert ist.

Wird die Frist versäumt oder ist ein umfangreicherer Versicherungsschutz gewünscht, sehen die Gesellschaften Gesundheitsfragen vor. Sofern Vorerkrankungen bestehen sollten, kann dies zu Risikozuschlägen oder Ausschlüssen führen.

Die private Krankenversicherung für Ehepartner

Ist ein Ehepartner privat krankenversichert, kann der andere Partner unter bestimmten Voraussetzungen in die PKV wechseln:

  • In die PKV wechseln dürfen Ehepartner, die über kein eigenes Einkommen verfügen oder
  • geringfügig beschäftigt sind (bis 435 Euro, Stand 2020) oder
  • einen Minijob ausüben (bis 450 Euro)

Die private Krankenversicherung sieht allerdings keine kostenlose Absicherung für die Familie vor. Daher ist auch für den Partner ein eigener Vertrag mit einem eigenen Beitrag abzuschließen.

In die PKV wechseln können natürlich auch Ehepartner, die selbst die Voraussetzungen dafür erfüllen. Also wenn ihr Gehalt über der Versicherungspflichtgrenze liegt oder sie selbstständig, freiberuflich oder als Beamte tätig sind.

Die Leistungen der PKV während der Schwangerschaft und Mutterschaft

Für Schwangere kann die private Krankenversicherung besonders attraktiv sein. Denn je nach gewähltem Tarif ist der Leistungskatalog wesentlich umfangreicher. Beispielsweise werden mehr Ultraschalluntersuchungen bezahlt, als von der gesetzlichen Krankenversicherung vorgesehen.

Für die Zeit des Mutterschutzes kann zudem ein Krankentagegeld bezogen werden. Sofern dieses mitversichert ist und der Vertrag seit mindestens acht Monaten besteht. Wichtig ist das vor allem für Selbstständige. Denn sie haben keinen Arbeitgeber, der einen Zuschuss zum Lohn bezahlt. Sie erhalten daher kein Mutterschaftsgeld, sondern nur das Krankentagegeld der PKV.

Arbeitnehmer erhalten während des Mutterschutzes einen Zuschuss vom Lohn ihres Arbeitgebers, wenn sie zuvor mehr als 13 Euro am Tag verdient haben. Dieser bemisst sich anhand des durchschnittlichen kalendertäglichen Arbeitsentgelts der letzten drei Monate.

Die PKV zahlt das Mutterschaftsgeld bei angestellten Versicherten im Regelfall einmalig. Dieses ist bei der Mutterschaftsgeldstelle des Bundesversicherungsamtes zu beantragen.

PKV während der Elternzeit

Während der Elternzeit zahlt der Staat rund 65 bis 100 Prozent des Nettoeinkommens als Elterngeld weiter. Abhängig von den vorherigen finanziellen Verhältnissen und den Mehrausgaben für das Neugeborene kann dies bei Paaren zu Geldengpässen führen. Einige PKV-Gesellschaften bieten speziell dafür Tarife, die während der Elternzeit eine Beitragsfreistellung vorsehen. Dadurch besteht weiterhin Versicherungsschutz, doch ist kein Beitrag zu entrichten. Der Einschluss dieser Option kann ratsam sein, wenn ein Kinderwunsch besteht. Allerdings ist diese Leistung auch mit einem Mehrbeitrag verbunden.

Privatversicherte müssen außerdem berücksichtigen, dass während der Elternzeit der Arbeitgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung entfällt. Somit müssen sie den Beitrag in voller Höhe selbst bezahlen, wenn keine Beitragsreduzierung vorgesehen ist.

Ist der Ehepartner, der weiterhin berufstätig ist, privat versichert, kann geprüft werden, ob sein Arbeitgeberzuschuss bereits voll ausgeschöpft ist. Wenn nicht, können die Eltern über den noch berufstätigen Ehepartner einen Zuschuss beantragen.

Das sind die Vorteile einer PKV für die Familie

Umfangreicher Versicherungsschutz

Der Versicherungsschutz der PKV kann je nach Tarif deutlich umfangreicher sein als die Leistungen der Krankenkasse.

Individuelle Absicherung

Der Versicherungsschutz lässt sich individuell und bedarfsgerecht festlegen.

Günstige Beiträge für Kinder

Für Kinder sehen die Gesellschaften spezielle Kinder-Tarife vor. Diese sind in der Regel leistungsstark und verhältnismäßig günstig.

Privilegien als Privatpatient

Privatpatienten genießen einige Privilegien wie schnellere Termine bei Fachärzten und je nach Tarif freie Arzt- und Krankenhauswahl.

Vorteile eines Versicherungsvergleichs bei dem Versicherungsriesen

Das sind die Nachteile einer PKV für die Familie

Junger Mann ärgert sich über die Nachteile einer Versicherung

Keine kostenlose Familienversicherung

Erwerbslose Ehegatten und kindergeldberechtigte Kinder lassen sich nicht kostenlos mitversichern, wie es bei der GKV möglich ist.

Steigende Beiträge

Die Gesundheitskosten werden zunehmend teurer, weshalb die Versicherer ihre Beiträge anpassen. Daher steigen die Kosten für eine PKV im Laufe der Versicherungszeit meist an.

Gesundheitsprüfung erforderlich

Beim Abschluss einer privaten Krankenabsicherung ist eine Gesundheitsprüfung vorgesehen. Diese entfällt nur bei Neugeborenen, die innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt abgesichert werden.

Ist es sinnvoll, die Familie privat zu versichern?

Ob es sinnvoll ist, für die Familie eine private Krankenversicherung abzuschließen, lässt sich pauschal nicht beantworten. Außerdem haben nicht alle Eltern die Möglichkeit, ihr Kind überhaupt in der PKV abzusichern oder sie haben kein Anrecht auf die gesetzliche Familienversicherung.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die kostenlose Familienversicherung der GKV immer die preiswerteste Möglichkeit ist, um den Nachwuchs zu versichern. Auch erwerbslose Ehegatten können kostenlos abgesichert werden. In diesem Fall kann es ratsam sein, den Versicherungsschutz mit einer Krankenzusatzversicherung aufzustocken. Auch damit lassen sich die Vorzüge eines Privatpatienten genießen.

Dennoch bietet die PKV gerade bei Kindern viele Vorteile. Sie erhalten im Regelfall bessere Leistungen und können später, wenn sie erwachsen sind, häufig den Vertrag in eine preiswerte Zusatzversicherung umwandeln. Oder ihn weiterführen, wenn sie nicht versicherungspflichtig sein sollten. Denn das sehr niedrige Eintrittsalter ermöglicht ihnen eine günstige PKV.

Ob der Abschluss einer PKV für die Familie sinnvoll ist oder nicht, ist also individuell und bedarfsorientiert zu entscheiden.

Wenn die kostenlose Familienversicherung nicht möglich ist

In den meisten Fällen lohnt sich die PKV für Kinder, wenn eine kostenlose Familienversicherung nicht möglich ist. Denn in diesem Fall müsste der Nachwuchs als freiwillig versichertes Mitglied bei der Krankenkasse abgesichert werden. Das hat zur Folge, dass für das Kind eine Prämie berechnet wird. Und diese ist meist genauso hoch oder höher als die Absicherung in der privaten Krankenversicherung.

  • Der Beitrag für Kinder, die freiwillig in der GKV versichert werden, errechnet sich anhand des Mindestbeitrags. 2020 liegt dieser bei 148,63 Euro im Monat zuzüglich Zusatzbeitrag (10,62 Euro bei durchschnittlich einem Prozent).

Anders ist es allerdings, wenn es sich um den Ehegatten handelt. Denn bei Erwachsenen gilt ein höheres Eintrittsalter und es können Vorerkrankungen bestehen.  Das kann dazu führen, dass der PKV-Beitrag deutlich teurer ist, als eine Mitgliedschaft in der GKV. Oder dass Vorerkrankungen zu Leistungsausschlüssen, Beitragszuschlägen oder einer Ablehnung führen.

Die GKV für kinderreiche Familien

Für kinderreiche Familien ist die private Krankenversicherung nicht immer die beste Wahl. Wenn möglich, empfiehlt sich bei ihnen die Familienversicherung der GKV. Denn für jede versicherte Person und somit auch für jedes Kind ist ein separater Beitrag zu bezahlen. Zwar können Eltern einen Zuschuss von ihrem Arbeitgeber erhalten, doch ist dieser häufig durch die eigene PKV, spätestens mit einem zuschussberechtigten Kind, ausgeschöpft.

In der Krankenkasse spielt hingegen die Anzahl der Kinder keine Rolle. Wenn sie gesetzlich versichert werden können, wird auch kein Beitrag fällig, solange sie die Voraussetzungen für die Familienversicherung erfüllen. Daher stellt die GKV für Großfamilien in den meisten Fällen die bessere Absicherung dar. Um Leistungslücken zu schließen, können sie außerdem eine Krankenzusatzversicherung abschließen.

PKV meist sinnvoll für Gutverdiener

Von der privaten Krankenversicherung profitieren meist Gutverdiener. Denn die GKV bemisst den Beitrag anhand des Einkommens. Bei der privaten Krankenversicherung hingegen spielen risiko- und vertragsspezifische Merkmale eine Rolle. Daher kommt es häufig vor, dass die private Krankenversicherung für Gutverdiener preiswerter ist.

Außerdem besteht ein Anspruch auf die kostenlose Familienabsicherung nur dann, wenn der privat versicherte Partner nicht oberhalb der Versicherungspflichtgrenze verdient beziehungsweise ein höheres Einkommen erzielt als der gesetzlich versicherte Ehegatte. Somit haben Gutverdiener auch häufig keinen Anspruch auf die beitragsfreie Familienversicherung.

Was kostet die private Krankenversicherung für die ganze Familie?

Bei jungen Eltern steht natürlich die Frage im Raum, was die private Krankenversicherung für die ganze Familie kostet. Doch pauschal lässt sich das nicht beantworten. Denn die Beiträge zu PKV sind von verschiedenen Merkmalen abhängig. Dabei spielen das Eintrittsalter und der Gesundheitszustand wie auch die vereinbarten Leistungen eine Rolle.

Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass eine PKV vor allem für Kinder verhältnismäßig preiswert ist. Denn sie lassen sich bereits für einen Monatsbeitrag ab 100 Euro umfangreich versichern.

Ein Beispiel

27-jähriger Erwachsener ohne Vorerkrankungen 25-jähriger Erwachsener ohne Vorerkrankungen Kind unter einem Jahr
  • Premiumtarif mit 300 Euro Selbstbehalt
  • Unterbringung im Einbettzimmer und Chefarztbehandlung
  • 100 Prozent Erstattung für Zahnbehandlungen, 80 Prozent für Zahnersatz
  • 80 Prozent für alternative Heilmethoden (maximal bis 500 Euro), Sehhilfen (maximal 150 Euro alle drei Jahre)
  • Premiumtarif mit 300 Euro Selbstbehalt
  • Unterbringung im Einbettzimmer und Chefarztbehandlung
  • 100 Prozent Erstattung für Zahnbehandlungen, 80 Prozent für Zahnersatz
  • 80 Prozent für alternative Heilmethoden (maximal bis 500 Euro), Sehhilfen (maximal 150 Euro alle drei Jahre)
  • Premiumtarif ohne Selbstbehalt
  • Unterbringung im Einbettzimmer und Chefarztbehandlung
  • 100 Prozent Erstattung für Zahnbehandlungen, 80 Prozent für Zahnersatz
  • 100 Prozent für alternative Heilmethoden, Sehhilfen und Hilfsmittel
Ab 410 Euro im Monat Ab 380 Euro im Monat Ab 150 Euro im Monat

Für eine dreiköpfige Familie belaufen sich die Kosten in diesem Beispiel für die private Krankenabsicherung auf einen Betrag ab 940 Euro im Monat. Gewählt wurden niedrige Selbstbehalte und ein guter bis sehr guter Versicherungsschutz.

Die PKV ist für Kinder besonders günstig, da sie ein niedriges Eintrittsalter haben und als weniger kostenintensiv gelten. Außerdem werden bei Kinder-Tarifen noch keine Altersrückstellungen gebildet.

So finden Sie die passende Krankenabsicherung für die Familie

Von einer PKV kann die ganze Familie profitieren. Doch nur dann, wenn die gewählten Tarife einen guten Versicherungsschutz bieten und finanziell tragbar sind. Daher ist es besonders wichtig, sich bei der Wahl eines geeigneten Tarifs Zeit zu lassen und verschiedene Anbieter auf dem Markt zu vergleichen.

Ein Rechner für die private Krankenversicherung unterstützt Sie dabei, den passenden Versicherungsschutz für die ganze Familie zu finden. Innerhalb weniger Sekunden liefert der Vergleichsrechner verschiedene Angebote, die sich übersichtlich darstellen lassen. Zusätzlich steht Ihnen ein Versicherungsexperte zur Verfügung, der Sie kostenlos und unverbindlich berät und bei Fragen behilflich ist.

Mit einem Rechner für die private Krankenversicherung lässt sich eine bedarfsorientierte und passende Absicherung für die ganze Familie finden!

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