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Private Unfallversicherung
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Das Wichtigste in K√ľrze

  • Ein Unfall ist ein pl√∂tzlich von au√üen unfreiwillig auf den K√∂rper einwirkendes Ereignis.
  • Die private Unfallversicherung sch√ľtzt vor den finanziellen Folgen eines Unfalls.
  • Versicherungsschutz besteht weltweit und rund um die Uhr ‚Äď sowohl beruflich als auch in der Freizeit.

Was ist eine private Unfallversicherung?

Unfälle ereignen sich tagtäglich, sowohl bei der Arbeit, beim Sport, im Haushalt oder im Straßenverkehr. Ein schwerer Unfall kann nicht nur lang anhaltende körperliche Einschränkungen verursachen, sondern auch zur finanziellen Belastung werden. Vor allem dann, wenn sich die Lebensumstände Betroffener nach dem Ereignis drastisch ändern.

Definition: Was ist ein Unfall?

Die Definition eines Unfalls wird im Versicherungsjargon als ‚ÄěPAUKE‚Äú bezeichnet: ein pl√∂tzlich von au√üen unfreiwillig auf den K√∂rper einwirkendes Ereignis. Ein Unfall nach Definition liegt also vor, wenn ein Ereignis dazu f√ľhrt, dass eine Person unfreiwillig eine Gesundheitssch√§digung erleidet, die durch √§u√üerliche Umst√§nde zustande kam und nicht allm√§hlich eintrat. Ein Beispiel:

Der Verlust von Gliedmaßen aufgrund einer Erkrankung wie Diabetes ist kein Unfall, da die Einwirkung weder von außen noch plötzlich war. Verursacht allerdings ein Fahrradsturz einen Knochenbruch, gilt dies als Unfall. 

Dar√ľber hinaus liegt ein Unfall auch dann vor, wenn die versicherten Personen aufgrund erh√∂hter Kraftanstrengung ein Gelenk an Gliedma√üen oder der Wirbels√§ule verrenken, oder Muskeln, Sehnen, B√§nder und Kapseln rei√üen oder zerren. Davon ausgenommen sind Meniskus und Bandscheiben da es sich hierbei nicht um Sehnen, Muskeln, B√§nder oder Kapseln handelt.

Private Unfallversicherung: Was ist versichert?

Die private Unfallversicherung leistet, wenn Versicherte durch einen Unfall eine gesundheitliche Schädigung, eine dauerhafte Beeinträchtigung oder gar den Tod erleiden. Die Absicherung sieht eine finanzielle Entschädigung vor. Diese soll nicht nur einen Ausgleich zu den körperlichen Leiden schaffen, sondern auch dazu aufgewendet werden, sich bestmöglich auf die neuen Lebensumstände einzustellen.

F√ľhrt der Unfall beispielsweise zu einer dauerhaften Beeintr√§chtigung der Motorik, m√ľssen Betroffene unter Umst√§nden ihr Zuhause umbauen, ein behindertengerechtes Fahrzeug anschaffen oder eine Haushaltshilfe beauftragen. Mit der finanziellen Entsch√§digung der privaten Unfallversicherung wird es den Versicherungsnehmern erm√∂glicht, ihr h√§usliches Umfeld der neuen Situation anzupassen.

Unfallstatistik - Unfalltote und Unfallverletzte
Unfalltote 10.628 3.633 480 21 9.816
Unfallverletzte 3,89 Mio. 0,39 Mio. 0,99 Mio 1,30 Mio. 3,15 Mio.

Zusammenfassung der Unfallstatistiken aus dem Jahr 2015

* Die Kategorie "Verkehr" enthält Unfallanteile aus dem Schul- und Arbeitsbereich.

Quellen:¬†Statistisches Bundesamt (Verkehrsunfallstatistik, Todesursachenstatistik, Stra√üenverkehrsunfallstatistik), Statistik der gesetzlichen Unfallversicherungstr√§ger, RKI-Datensatz, Bundesanstalt f√ľr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Mehr als neun Millionen Unf√§lle ereignen sich durchschnittlich jedes Jahr in Deutschland. Ein Gro√üteil davon bei Freizeitaktivit√§ten, beispielsweise beim Sport. Rund 3,15 Millionen Unf√§lle wurden 2015 im Haushalt verzeichnet ‚Äď wesentlich mehr, als bei der Arbeit oder im Verkehr. Diese Statistik macht deutlich, dass niemand vor einem Unfall gesch√ľtzt ist!

Große Unterschiede zur gesetzlichen Unfallversicherung

Arbeitnehmer, Sch√ľler, Studenten, Kinder und einige andere Personengruppen sind √ľber die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Diese bietet Versicherungsschutz bei Unf√§llen in der Schule oder auf der Arbeit sowie bei Schul- und Dienstwegen. Da sich jedoch deutlich mehr Unf√§lle in der Freizeit als w√§hrend der Arbeits- und Schulzeit ereignen, ist die gesetzliche Absicherung nicht ausreichend. Die private Unfallversicherung bietet einen zus√§tzlichen Schutz ‚Äď rund um die Uhr, weltweit und mit h√∂heren Leistungen.

Leistungen: Was zahlt die private Unfallversicherung?

Die private Unfallversicherung zahlt, wenn Versicherte einen k√∂rperlichen Schaden erleiden, der die Definition eines Unfalls erf√ľllt. Dabei kann es sich um durch St√ľrze verursachte Knochenbr√ľche und Zerrungen handeln oder auch um eine dauerhafte k√∂rperliche Einschr√§nkung nach einem Stromschlag. Um im Schadensfall abgesichert zu sein, k√∂nnen Verbraucher die nachfolgenden Leistungen in ihren Vertrag aufnehmen:

Invaliditätsleistung

Die Invalidit√§tsleistung ist der Grundbaustein der privaten Unfallversicherung. Diese sieht einen finanziellen Ausgleich vor, wenn ein Unfall zum Verlust oder der Funktionsunf√§higkeit der k√∂rperlichen oder geistigen Leistungsf√§higkeit f√ľhrt. Als Voraussetzung f√ľr die Zahlung gilt, dass die Invalidit√§t voraussichtlich dauerhaft besteht (mindestens drei Jahre) und keine Besserung des Zustands zu erwarten ist. Au√üerdem muss die Invalidit√§t innerhalb von 15 Monate nach dem Unfall eingetreten sein und von einem Arzt festgestellt werden.

Die Invaliditätsleistung erfolgt als Einmalzahlung. Zur Berechnung der Leistung ziehen die Versicherer die vereinbarte Grundsumme und die Progression des Invaliditätsgrads heran. Die Höhe der Zahlung hängt daher von der Schwere der Invalidität ab.

Unfallrente

Dieser Baustein sieht bei mindestens 50-prozentiger Invalidität eine Rentenleistung vor. Die Höhe der Unfallrente wird bei Vertragsabschluss individuell vereinbart.

Todesfallleistung

Die Todesfallleistung der privaten Unfallversicherung sieht eine Einmalzahlung vor, wenn Versicherte innerhalb eines Jahres nach dem Unfall an dessen Folgen versterben. Auf diese Weise soll die Versorgung Hinterbliebener und die Deckung von Beerdigungskosten sichergestellt werden.

Unfalltagegeld

Das Unfalltagegeld dient dazu, den Verdienstausfall der Versicherten zu kompensieren. Es wird f√ľr die Dauer der Arbeitsunf√§higkeit bezahlt und nur solange, wie sich die Betroffenen in √§rztlicher Behandlung befinden. Der Anspruch auf Tagegeld erlischt, sobald die Behandlung abgeschlossen ist, sp√§testens ein Jahr nach dem Unfall.

Genesungstagegeld und Krankenhaustagegeld

M√ľssen sich Versicherte aufgrund des Unfalls in station√§re Behandlung begeben, erhalten sie f√ľr jeden vollstation√§ren Aufenthaltstag in der Klinik eine finanzielle Leistung. Das Krankenhaustagegeld wird f√ľr maximal zwei Jahre bezahlt.

Das Genesungsgeld ist an das Krankenhaustagegeld gekoppelt, wird jedoch erst nach dem stationären Aufenthalt ausbezahlt. Die Leistung entspricht den jeweiligen Tagen im Krankenhaus.

Kosmetische Operationen

Ein schwerer Unfall kann das Erscheinungsbild einer Person beeintr√§chtigen. Nicht selten f√ľhrt dies bei Betroffenen zu einer psychischen Belastung und einer sozialen Abgrenzung. Die Unfallversicherung leistet daher bis zu einer maximalen H√∂he f√ľr kosmetische Operationen infolge eines Unfalls.

√úbergangsleistung

Eine Invalidit√§t l√§sst sich nicht immer sofort feststellen, sondern entwickelt sich erst innerhalb von Wochen oder Monaten. Solange der Schweregrad jedoch nicht eindeutig bemessen werden kann, erhalten die Versicherten keine Invalidit√§tszahlung. Die √úbergangsleistung soll den Zeitraum zwischen dem Unfall und der Feststellung des Invalidit√§tsgrades √ľberbr√ľcken.

Schmerzensgeld

Zunehmend mehr Gesellschaften schlie√üen das sogenannte Schmerzensgeld in ihre Tarife ein. Dabei handelt es sich um eine finanzielle Leistung, wenn Versicherte einen Knochenbruch oder einen B√§nderriss erleiden. Die H√∂he der einmaligen Zahlung kann individuell vereinbart werden. Doch f√ľr Verbraucher ist wichtig zu wissen, wann die private Unfallversicherung Schmerzensgeld zahlt: In den Vertragsbedingungen findet sich eine Leistungstabelle, welche die H√∂he der Zahlung festh√§lt. So sehen einige Gesellschaften beispielsweise bei einem Beckenbruch 100 Prozent der Schmerzensgeldsumme vor, bei einem gebrochenen Fu√ü nur 50 Prozent.

Bergungskosten

Die meisten Unf√§lle geschehen in der Freizeit, so auch im Urlaub oder bei sportlichen Aktivit√§ten wie Wandern. Die Unfallversicherung kommt f√ľr anfallende Bergungs- und Rettungskosten auf, sowie f√ľr den Transport nach Hause. Die H√∂he der Versicherungssumme variiert je nach Gesellschaft.

Zusätzliche Leistungen

Neben den Grundleistungen der privaten Unfallversicherung bieten einige Gesellschaften weitere Bausteine an, die Verbraucher individuell absichern k√∂nnen. Sie haben beispielsweise die M√∂glichkeit, station√§re Wahlleistungen einzuschlie√üen. M√ľssen die unfallbedingt im Krankenhaus behandelt werden, k√∂nnen sie mit diesem Baustein die Leistungen eines Privatpatienten in Anspruch nehmen. Auch eine Haushaltshilfe wird bei einigen Versicherern angeboten. Im Falle einer anhaltenden k√∂rperlichen oder geistigen Beeintr√§chtigung stellt die private Unfallversicherung finanzielle Mittel zur Verf√ľgung, um eine fremde Person mit den t√§glichen Arbeiten im Haushalt zu betrauen.

Vergiftungs- und Infektionsklausel

In der Regel zahlt eine private Unfallversicherung nicht bei Vergiftungen und Infektionen. Allerdings sehen viele Gesellschaften Ausnahmen in Bezug auf diese Klauseln vor. Abhängig vom Versicherer kann ein Leistungsanspruch bei Tollwut oder Malaria sowie bei durch Insekten verursachte Infektionen wie Borreliose bestehen. Einige Tarife schließen zudem eine Nahrungsmittelvergiftung ein und bei Kindern die Einnahme giftiger Substanzen.

Die Vertragsbedingungen des jeweiligen Tarifes geben Aufschluss dar√ľber, welche Leistungen die Gesellschaft vorsieht.

Wann zahlt die private Unfallversicherung nicht?

Die private Unfallversicherung zahlt nicht, wenn kein Unfall nach Definition vorliegt. F√ľr die Invalidit√§t ist au√üerdem Voraussetzung, dass diese innerhalb von 15 Monaten eintritt und von einem Arzt festgestellt wird. Tritt die Beeintr√§chtigung erst zwei Jahre nach dem Unfall ein, zahlt die private Unfallversicherung nicht. Gleicherma√üen erfolgt keine Leistung, wenn anzunehmen ist, dass der Gesundheitsschaden nicht dauerhaft, also l√§nger als drei Jahre bestehen wird.

In Bezug auf die Fristen kann es zu Unterschieden bei den jeweiligen Versicherern kommen.

Dar√ľber hinaus zahlt die Unfallversicherung nicht, wenn eine Erkrankung zu dem Unfall beigetragen hat. Beispielsweise dann, wenn eine versicherte Person einen epileptischen Anfall erleidet und sich dabei schwer am Kopf verletzt. Im Einzelfall wird von der Gesellschaft gepr√ľft, in welchem Ma√ü die Krankheit zum Unfall und den Folgen beitrug. Dementsprechend kann die Versicherungen eine Leistung ablehnen oder anteilig k√ľrzen.

Beispiel:

Ein Versicherungsnehmer verletzt sich das Bein, woraufhin eine 50-prozentige Invalidit√§t festgestellt wird. Da eine Rheumaerkrankung nachweislich zu 30 Prozent zum Unfallgeschehen beigetragen hat, k√ľrzt die Versicherung den Schweregrad um den Mitwirkungsanteil.

Der unfallbedingte InvaliditaŐątsgrad betr√§gt nun 20 Prozent.

Zu den weiteren Ausschl√ľssen der privaten Unfallversicherung geh√∂ren unter anderem:

  • Durch Geistes- oder Bewusstseinsst√∂rung ausgel√∂ste Unf√§lle
  • Unf√§lle, die durch epileptische Anf√§lle oder andere Krampfanf√§lle ausgel√∂st wurden
  • Unf√§lle, die im Zusammenhang mit einer Straftat geschehen
  • Durch Innere Unruhen, Kriegsereignisse oder Kernenergie ausl√∂ste Unf√§lle
  • Unf√§lle, die durch die Benutzung von Flugger√§ten, Motorseglern, Raumfahrzeugen und Ultraleichtfahrzeugen verursacht wurden
  • Durch die Teilnahme an Rennen mit Motorfahrzeugen verursachte Unf√§lle

Vorerkrankungen in der privaten Unfallversicherung

Erkrankungen und Gebrechen, die bereits vor dem Unfall bestanden haben, k√∂nnen daf√ľr sorgen, dass die private Unfallversicherung nicht zahlt oder ihre Leistungen k√ľrzt.

Beispiel:

Ein Versicherungsnehmer verliert infolge eines Unfalls seinen rechten Arm oberhalb des Ellenbogens. Einige Jahre zuvor mussten ihm jedoch bereits Daumen und der Zeigefinger der rechten Hand amputiert werden. Die Gliedertaxe seiner privaten Unfallversicherung sieht bei Verlust des Armes einen Invalidit√§tsgrad von 65 Prozent vor. Die Gesellschaft rechnet jedoch eine Vorinvalidit√§t aufgrund der fehlenden Finger an und mindert den Schweregrad entsprechend. Abz√ľglich des Daumens (20 Prozent) und des Zeigefingers (10 Prozent) betr√§gt der Invalidit√§tsgrad 35 Prozent.¬†

Bei Vorerkrankungen wie Arthrose oder Osteoporose wird ermittelt, in welchem Ma√ü deren Bestehen zu der Gesundheitssch√§digung beigetragen haben. Auch in diesem Fall erfolgt eine prozentuale K√ľrzung der Leistung.

Vorteile der PUV

Finanzielle Leistungen bei einem Unfall

Ein schwerer Unfall kann nicht nur das bisherige Leben der Betroffenen ver√§ndern, sondern auch ihre finanzielle Existenz bedrohen. Mit den Leistungen der privaten Unfallversicherung k√∂nnen sie die Belastung f√ľr m√∂gliche Umbauma√ünahmen oder den Lohnausfall decken.

Absicherung f√ľr Angeh√∂rige

Machen die Folgen des Unfalls hohe Ausgaben notwendig, f√§llt die Belastung meist auf die Angeh√∂rigen zur√ľck. Mit einer privaten Unfallversicherung k√∂nnen Verbraucher ihre Familienmitglieder vor diesem Risiko sch√ľtzen.

Rentenleistung f√ľr Kinder

Kinder haben weder Anspr√ľche aus der gesetzlichen Rentenversicherung, noch k√∂nnen sie sich mit einer Berufs- oder Erwerbsunf√§higkeit absichern. Die private Unfallversicherung bietet die M√∂glichkeit, auch f√ľr Kinder eine Unfallrente zu vereinbaren.

Individueller Versicherungsschutz

Der Versicherungsumfang der Unfallversicherung lässt sich individuell vereinbaren. Verbraucher können Leistungen bedarfsgerecht einschließen und die meisten Versicherungssummen selbst festlegen.

Höhere Leistung bei schwerer Invalidität

Bei einer progressiven Unfallversicherung steigen die Leistungen bei Invalidit√§t √ľberproportional an. Da Verbraucher beim Verlust des Armes mehr Geld ben√∂tigen als beim Verlust eines Fingers, kommt den Versicherten bei schweren Unf√§llen eine h√∂here Leistung zu.

Weltweiter Versicherungsschutz ‚Äď rund um die Uhr

Die private Unfallversicherung bietet weltweiten Versicherungsschutz und leistet bei beruflichen Unfällen wie auch in der Freizeit.

Junger Mann weist auf Vorteile einer Versicherung hin

Nachteile der PUV

Junger Mann √§rgert sich √ľber die Nachteile einer Versicherung

Versicherungsschutz nur bei Unfällen

Versicherungsschutz besteht nur bei Unfällen, nicht bei körperlichen oder geistigen Leiden, die durch eine Erkrankung hervorgerufen werden.

Höhere Beiträge bei risikoreichen Berufen

Körperlich arbeitende Personen wie Gärtner oder Maurer zahlen höhere Beiträge als Versicherte mit einer kaufmännischen Tätigkeit. Einige Berufsgruppen, beispielsweise Berufssportler, sind nicht versicherbar.

Fristen und Karenzzeiten

Um eine Invalidit√§tsleistung zu erhalten, muss die Beeintr√§chtigung innerhalb von 15 Monaten nach dem Unfall eingetreten und √§rztlich festgestellt sein. F√ľr die Todesfallleistung wird vorausgesetzt, dass der unfallbedingte Tod innerhalb eines Jahres eintritt.

Leistungsausschl√ľsse und Versorgungsl√ľcken

Bei der privaten Unfallversicherung gibt es Leistungsausschl√ľsse und Versorgungsl√ľcken, die im Schadensfall die finanzielle Existenz der Versicherten bedrohen k√∂nnen. Beispielsweise leisten die Gesellschaften nicht oder nur eingeschr√§nkt, wenn Erkrankungen oder Gebrechen teilweise zum Unfall beigetragen haben.

Gesundheitspr√ľfung

Zunehmend mehr Gesellschaften gehen dazu √ľber, eine Gesundheitspr√ľfung vorzunehmen. Vorerkrankungen und Gebrechen k√∂nnen dazu f√ľhren, dass der Antrag abgelehnt wird oder Leistungsausschl√ľsse vereinbart werden.

Vergleich zwischen GUV und PUV

W√§hrend die gesetzliche Unfallversicherung eine Pflicht ist, steht es Verbrauchern frei, sich zus√§tzlich privat zu versichern. Es gibt gro√üe Unterschiede zwischen der gesetzlichen und der privaten Unfallversicherung, wie diese¬† Gegen√ľberstellung verdeutlciht:

Gesetzliche Unfallversicherung Private Unfallversicherung
Leistungsumfang Nein Ja, mit einigen Ausnahmen
Versicherungspflicht Gesetzlich geregelte und festgeschriebene Leistungen Individueller Versicherungsschutz, entsprechend den W√ľnschen und Bed√ľrfnissen der Verbraucher
Invaliditätsleistung Leistung erst ab 20 Prozent Im Regelfall Leistung bereits ab einem Prozent
Unfallversicherungsträger Unfallkassen und Berufsgenossenschaften Private Unfallversicherer, frei wählbar
Beiträge Werden vom Arbeitgeber bezahlt, abhängig vom Einkommen und der Branche Werden vom Versicherten bezahlt, abhängig von den versicherten Leistungen, dem Alter, der Tätigkeit und Vertrags- sowie Risikomerkmalen (Laufzeit, Vorerkrankungen)
Steuer Gesetzliche Unfallrente ist steuerfrei Private Unfallrente ist mit Ertragsanteil zu versteuern, Beiträge sind abzugsberechtigt
Leistungsform Geldleistungen, Kosten√ľbernahme f√ľr Heilbehandlungen und Rehabilitationsma√ünahmen Geldleistungen

F√ľr wen ist eine Unfallversicherung sinnvoll?

Viele Verbraucher stellen sich die Frage, ob sie eine private Unfallversicherung ben√∂tigen. Grunds√§tzlich besteht f√ľr die meisten Personen bereits eine Absicherung bei Unf√§llen: die gesetzliche Unfallversicherung. Allerdings sind √ľber diese nur Angestellte, Kinder und Studenten sowie einige weitere Personengruppen abgesichert. Au√üerdem sieht die gesetzliche Absicherung lediglich Versicherungsschutz bei Unf√§llen w√§hrend der Arbeitszeit und auf Dienstwegen vor.

Die Statistik zeigt jedoch, dass nur etwa 23 Prozent aller Unfälle bei der Arbeit oder in der Schule geschehen. Die meisten Gesundheitsschädigungen erleiden Verbraucher in ihrer Freizeit oder im Haushalt. Bei diesen Unfällen besteht seitens des Gesetzgebers kein Versicherungsschutz.

Zusatzschutz durch private Unfallversicherung
Verteilung der Unf√§lle nach Kategorien. Quelle: Unfall-Statistik der Bundesanstalt f√ľr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin f√ľr 2015

Die private Unfallversicherung ist daher f√ľr jede Person sinnvoll, die sich und ihre Angeh√∂rigen vor den finanziellen Folgen eines Unfalls sch√ľtzen m√∂chte. Eine Querschnittsl√§hmung kann fortan ein Leben im Rollstuhl bedeuten, der Verlust einer Hand die Arbeitsf√§higkeit beeintr√§chtigen. Abh√§ngig von den vereinbarten Leistungen k√∂nnen mit einer privaten Unfallversicherung Umbauma√ünahmen f√ľr ein barrierefreies Wohnen finanziert oder die fehlenden Einnahmen ausgeglichen werden.

Der Abschluss einer privaten Unfallversicherung wird vor allem Kindern und Verbrauchern mit einem hohen Unfallrisiko empfohlen. Kinder haben keine Anspr√ľche an die Rentenversicherung und verf√ľgen lediglich √ľber eine gesetzliche Absicherung w√§hrend ihrer Schul- und Kindergartenzeit. Als Personen mit einem hohen Unfallrisiko gelten sowohl Freizeitsportler, als auch einige Berufsgruppen wie k√∂rperlich T√§tige und Berufskraftfahrer.

Unfallversicherung ersetzt nicht die Berufsunfähigkeit

Die private Unfallversicherung mit Unfallrente stellt eine Alternative zur Berufsunf√§higkeitsversicherung dar, allerdings nur f√ľr Personen, die sich aus gesundheitlichen Gr√ľnden nicht gegen die krankheitsbedingte Arbeitslosigkeit versichern k√∂nnen. Die Leistungen der Unfallabsicherung sind nicht mit einer Berufsunf√§higkeit zu vergleichen, da diese auch bei Krankheiten und nicht nur bei Unf√§llen leistet. Daher sollten sich Verbraucher sowohl gegen Berufsunf√§higkeit als auch gegen das Unfallrisiko absichern.

Welche Unfallversicherung ist die beste?

Die beste Unfallversicherung ist immer die, die den eigenen Bedarf zu einem angemessenen Preis absichert. Da jede Person unterschiedliche Anspr√ľche an die private Unfallversicherung hat, l√§sst sich nicht allgemein sagen, welcher Tarif als der Beste bezeichnet werden kann.

Um einen √úberblick √ľber Unfallversicherungen mit einem guten Preis-Leistungs-Verh√§ltnis zu erhalten, sollten Verbraucher verschiedene Anbieter vergleichen. Auf diese Weise k√∂nnen sie eine Versicherung finden, die ihren individuellen Bedarf zu einem angemessenen Preis abdeckt.

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Was kostet eine private Unfallversicherung?

Die Kosten f√ľr eine private Unfallversicherung sind von verschiedenen Faktoren abh√§ngig. Neben den versicherten Leistungen und Summen spielen auch pers√∂nliche Merkmale der Verbraucher eine Rolle. Bei der Beitragsberechnung werden die folgenden Faktoren ber√ľcksichtigt:

  • Alter der versicherten Person
  • Gesundheitszustand
  • Versicherungsumfang
  • Beruf
  • Gefahrenerh√∂hende Merkmale (Sportler)
  • Laufzeit und Zahlweise

Unfallversicherer teilen die Berufe in zwei Gruppen ein. Zur Berufsgruppe A geh√∂ren kaufm√§nnische und verwaltende T√§tigkeiten sowie Sch√ľler, Studenten, Arbeitssuchende und Rentner. Die Berufsgruppe B umfasst handwerkliche und k√∂rperliche T√§tigkeiten, wie auch Arbeiten mit giftigen, √§tzenden, explosiven und leicht entz√ľndlichen Stoffen. Personen in der Gefahrengruppe B zahlen mehr f√ľr ihre Unfallversicherung als kaufm√§nnisch oder verwaltend T√§tige, da bei ihnen ein erh√∂htes Unfallrisiko besteht. Artisten, Berufssportler, Stuntmen und Sprengpersonal k√∂nnen keine private Unfallversicherung abschlie√üen.

Beispiele: Das kostet die private Unfallversicherung

25-j√§hrige B√ľrokauffrau
Gefahrengruppe A
Invaliditätsgrundsumme: 100.000 Euro
Progression: 225 Prozent
(225.000 Euro bei Vollinvalidität)
Todesfallsumme: 5.000 Euro
Ab 6 Euro im Monat
25-j√§hrige B√ľrokauffrau
Gefahrengruppe A
Invaliditätsgrundsumme: 100.000 Euro
Progression: 500 Prozent
(500.000 Euro bei Vollinvalidität)
Todesfallsumme: 5.000 Euro
Krankenhaustagegeld: 20 Euro
Ab 12 Euro im Monat
25-jähriger Mechaniker
Gefahrengruppe B
Invaliditätsgrundsumme: 100.000 Euro
Progression: 225 Prozent
(225.000 Euro bei Vollinvalidität)
Todesfallsumme: 5.000 Euro
Ab 10 Euro im Monat
25-jähriger Mechaniker
Gefahrengruppe B
Invaliditätsgrundsumme: 100.000 Euro
Progression: 500 Prozent
(500.000 Euro bei Vollinvalidität)
Todesfallsumme: 5.000 Euro
Krankenhaustagegeld: 20 Euro
Ab 15 Euro im Monat

Tipp: Beiträge sparen im Familientarif

In einem Tarif der privaten Unfallversicherung k√∂nnen mehr als nur eine Person abgesichert werden. Wer Versicherungsschutz f√ľr sich und seine Angeh√∂rigen w√ľnscht, sollte daher einen Familientarif abschlie√üen. Die Beitr√§ge sind ab zwei und mehr Personen in der Regel g√ľnstiger als f√ľr einen einzelnen Versicherungsnehmer.

Darauf ist bei einer privaten Unfallversicherung zu achten

Beim Abschluss einer Versicherung sollten diese Punkte beachtet werden

Invaliditätsgrundsumme und Progression

Heutzutage sehen nahezu alle Versicherer eine progressive Invalidit√§tsleistung vor. Das bedeutet, die Leistungssumme erh√∂ht sich √ľberproportional mit der Schwere der Invalidit√§t. W√§re die Leistung nicht progressiv, w√ľrden Verbraucher mit einer Grundsumme von 100.000 Euro bei Vollinvalidit√§t auch nur 100.000 Euro ausbezahlt bekommen. Bei einer Progression von 500 Prozent erhalten Versicherte bei 100-prozentiger Invalidit√§t 500.000 Euro. Die Progression stellt also sicher, dass Verbraucher mit einem hohen Schweregrad eine h√∂here Leistung erhalten, als wenn sie nur geringe k√∂rperliche Einschr√§nkungen erleiden.

Die Grundsumme sollte 100.000 Euro betragen. Optimal ist eine Progression von mindestens 500 - besser 1.000 Prozent, was bei einer Vollinvalidität einer Leistung von 1.000.000 Euro entspricht.

Gliedertaxe

Die Gliedertaxe gibt Aufschluss dar√ľber, wie viel Prozent Invalidit√§t den Versicherten beim Verlust oder der vollst√§ndigen Funktionsunf√§higkeit eines K√∂rperteils angerechnet wird. Einige Versicherungen bieten eine sogenannte ‚ÄěVerbesserte Gliedertaxe‚Äú, die einen h√∂heren Schweregrad vorsieht, als von den allgemeinen Unfallbedingungen festgelegt.

Krankenhaustagegeld

M√ľssen sich Versicherte unfallbedingt in station√§re Behandlung begeben, erhalten sie, sofern vereinbart, f√ľr jeden vollen Tag das Krankenhaustagegeld. Die Leistung wird zwischen 5 und 100 Euro je Tag abgeschlossen. Mit diesem Geld k√∂nnen sie zum Beispiel ihre Zuzahlung von 10 Euro am Tag decken.

Frist zur Feststellung der Invalidität

Im Regelfall muss eine Invalidität innerhalb von 15 Monaten nach dem Unfall eintreten und von einem Arzt festgestellt worden sein, damit ein Anspruch an die private Unfallversicherung besteht. Manche Gesellschaften bieten allerdings eine verlängerte Frist. Das bedeutet, tritt die Invalidität beispielsweise erst nach 20 Monaten ein, erhalten die Versicherten die vereinbarte Leistung.

Verzicht auf Mitwirkungsklausel

Einige Krankheiten, zum Beispiel Osteoporose, k√∂nnen einen hohen Mitwirkungsgrad bei Unf√§llen haben. Dies f√ľhrt dazu, dass die Gesellschaften die Leistungen anteilig k√ľrzen, unter Umst√§nden sogar komplett verweigern k√∂nnen. Es gibt jedoch Versicherer, die auf einen Mitwirkungsgrad verzichten. In diesem Fall besteht uneingeschr√§nkter Versicherungsschutz, wenn der Unfall mitunter durch eine der eingeschlossenen Krankheiten verursacht wurde.

Beitragsr√ľckerstattung

Es gibt Tarife, die eine anteilige R√ľckerstattung der Beitr√§ge vorsehen, wenn kein Versicherungsfall gemeldet wurde. In der Regel sind diese privaten Unfallversicherungen jedoch teurer, weshalb sich der Abschluss einer Absicherung mit Beitragsr√ľckerstattung nicht immer lohnt.

Gesundheitspr√ľfung

Ein Gro√üteil der privaten Unfallversicherer sieht eine Gesundheitspr√ľfung vor. Verbraucher m√ľssen bei der Antragstellung einige Fragen zu ihrem derzeitigen Gesundheitszustand sowie zu k√∂rperlichen und geistigen Beschwerden in den letzten drei bis f√ľnf Jahren beantworten. Falschaussagen k√∂nnen dazu f√ľhren, dass eine Gesellschaft bei Kausalit√§t die Leistung verweigert. Daher m√ľssen die Gesundheitsfragen immer wahrheitsgem√§√ü, bestenfalls mit der Hilfe des Hausarztes ausgef√ľllt werden.

Ausschl√ľsse und Einschr√§nkungen

Jede Unfallversicherung sieht Ausschl√ľsse oder Leistungseinschr√§nkungen vor. Beispielsweise leisten die Gesellschaften nicht bei Unf√§llen unter Alkoholeinfluss, wenn die Versicherten einen bestimmten Promillewert aufweisen. Aus diesem Grund sollten Verbraucher vor Vertragsabschluss die Bedingungen des Tarifes √ľberpr√ľfen und m√∂gliche Versorgungsl√ľcken ber√ľcksichtigen.

Der privaten Unfallversicherung einen Unfall melden

Besondere Merkmale

Schritt 1: Schaden dokumentieren

Bei Eintritt des Versicherungsfalles m√ľssen Sie den Schaden m√∂glichst genau dokumentieren. Halten Sie Ort und Zeitpunkt fest und lassen Sie sich von der behandelnden Klinik alle Unterlagen aush√§ndigen. F√ľr sp√§tere R√ľckfragen seitens des Versicherers sollten Sie notieren, welcher Arzt die Behandlung durchgef√ľhrt hat.

Schritt 2: Nicht √ľberst√ľrzt handeln

Bleiben Sie ruhig und sachlich. Sofern Sie sich in stationärer Behandlung befinden, vergewissern Sie sich bei ihrer Gesellschaft, ob Sie stationäre Wahlleistungen mitversichert haben, bevor Sie diese in Anspruch nehmen.

Schritt 3: Kontakt mit Versicherer aufnehmen

Sie k√∂nnen Ihre Unfallversicherung telefonisch, schriftlich oder √ľber das Internet kontaktieren. Einige Gesellschaften bieten Onlineportale, die eine schnelle und einfache Schadensabwicklung erm√∂glichen.

Schritt 4: Schadensmeldung ausf√ľllen

Die Gesellschaft wird Ihnen einen sogenannten Schadensmeldebogen zukommen lassen. In diesen m√ľssen Sie alle Informationen zum Schadensfall eintragen, wie den Unfallhergang und Ihre k√∂rperlichen oder geistigen Folgen. Um Ihren Gesundheitszustand m√∂glichst genau mitzuteilen, k√∂nnen Sie die Schadensmeldung gemeinsam mit dem behandelnden Arzt oder ihrem Hausarzt ausf√ľllen. Legen Sie dem Meldebogen √§rztliche Atteste und Diagnoseberichte bei.

Schritt 5: Auf R√ľckfragen warten

Die Bearbeitung der Schadensmeldung kann einige Tage beanspruchen. Unter Umst√§nden nimmt die Versicherung Kontakt zur Klinik und dem behandelnden Arzt auf. Seien Sie f√ľr R√ľckfragen verf√ľgbar und leiten Sie ohne die Zusage der Unfallversicherung keine weiteren Schritte ein.

Versicherung Schaden melden

FAQ: Häufige Fragen

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