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Private Pflegeversicherung (fĂŒr Privatversicherte)
Die Pflegepflichtversicherung

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Das Wichtigste in KĂŒrze

  • Die Pflegeversicherung stellt in Deutschland eine Pflichtversicherung dar.
  • Privat pflegeversichern können sich Personen, die von der Versicherungspflicht befreit sind.
  • Die Leistungen der privaten Pflegeversicherung sind gesetzlich geregelt und entsprechen mindestens dem Umfang der Pflegekassen.

Was ist eine private Pflegeversicherung (Pflegepflichtversicherung)?

Die Möglichkeiten der modernen Medizin schreiten bestÀndig voran. Mit neuen, innovativen Behandlungsmethoden steigt auch die durchschnittliche Lebenserwartung. Doch nur wenige Personen werden gesund und ohne körperliche Beschwerden alt. Die Folge davon ist, dass zunehmend mehr Menschen im Alter auf Pflege angewiesen sind.

Als pflegebedĂŒrftig gilt, wer lĂ€nger als sechs Monate bei der Verrichtung alltĂ€glicher Dinge auf fremde Hilfe angewiesen ist. Dabei kann es sich um UnterstĂŒtzung beim Waschen und Essen handeln. Doch auch HilfebedĂŒrftigkeit bei der Hausarbeit, beim Einkaufen oder der Wahrnehmung von Arztterminen lĂ€sst sich dem Pflegebedarf zuordnen.

Die private Pflegeversicherung oder auch Pflegepflichtversicherung ist das GegenstĂŒck zu den gesetzlichen Pflegekassen. Jede in Deutschland lebende Person muss seitens des Gesetzgebers bei PflegebedĂŒrftigkeit abgesichert sein. Wer privat krankenversichert ist, besitzt demzufolge auch eine private Pflegeversicherung.

Der Begriff „private Pflegeversicherung“ wird hĂ€ufig Synonym fĂŒr die Pflegezusatzversicherung verwendet. Letzteres stellt eine ergĂ€nzende Absicherung zu den gesetzlichen Leistungen dar. Eine Zusatzabsicherung kann freiwillig und individuell vereinbart werden. Die Pflegeversicherung in Kombination mit der Krankenversicherung ist jedoch eine allgemein verpflichtende Absicherung.

Warum gibt es die private Pflegeversicherung?

Viele Verbraucher stellen sich die Frage, fĂŒr was es eine Pflegepflichtversicherung in Deutschland gibt. UrsprĂŒnglich wurde diese eingefĂŒhrt, um die SozialversicherungstrĂ€ger zu entlasten. In den 60er Jahren begann die Lebenserwartung der Menschen zu steigen. Doch umso Ă€lter diese wurden, desto mehr PflegebedĂŒrftige ließen sich verzeichnen. Um die Kosten fĂŒr Hilfeleistungen zu bezahlen, mussten Betroffene bereits frĂŒh Sozialhilfe beantragen.

Die Pflegeversicherung hat die Aufgabe, PflegebedĂŒrftigen ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Außerdem soll sie Betroffenen sowie deren Angehörige finanzielle Sicherheit bieten. Denn sowohl stationĂ€re als auch ambulante Pflege ist sehr kostspielig. In vielen FĂ€llen sind die Rente und finanzielle RĂŒcklagen nicht ausreichend, um die Pflegekosten zu decken. Die Folge davon ist nicht nur, dass PflegebedĂŒrftige ihren Besitz verĂ€ußern mĂŒssen. Auch Angehörige können finanziell belangt werden.

Seit wann gibt es die Pflegepflichtversicherung?

1984 wurde erstmals die private Pflegeversicherung als Reaktion auf die hohen Kosten bei LangzeitpflegefĂ€llen eingefĂŒhrt. Schließlich folgte 1995 die gesetzliche Pflegeversicherung. Von dort an stellte die Pflegeabsicherung eine SĂ€ule der fĂŒnf Sozialversicherungen dar.

Wie funktioniert die private Pflegeversicherung?

Die gesetzliche Pflegepflichtversicherung sieht vor, dass die Aufwendung fĂŒr PflegebedĂŒrftige aus den BeitrĂ€gen der zahlenden Mitglieder geschöpft werden. Die private Pflegeversicherung funktioniert hingegen nach dem Kapitaldeckungsprinzip: Jede Generation bildet AltersrĂŒckstellungen, mit denen sie fĂŒr ihr mögliches Pflegerisiko vorsorgt. Dieses Vorgehen verhindert, dass die Finanzierungslast fĂŒr zahlende Generationen zu hoch ist. Außerdem reduziert die Kapitalbildung die Zahllast zukĂŒnftiger Versicherter. Auch lĂ€sst sich auf diese Weise der Beitrag zur privaten Pflegeversicherung zukĂŒnftig stabilisieren.

Grafik: https://www.pkv.de/presse/mediathek/informationsgrafiken/infografiken-krankenversicherung/infografik-beitragsentwicklung-der-pkv-und-gkv-im-vergleich/

Leistungen: Was deckt die Pflegepflichtversicherung ab?

Die Leistungen der privaten Pflegeversicherung entsprechen dem Umfang der gesetzlichen Versicherer. Im Wesentlichen deckt die Pflegepflichtversicherung die Kosten fĂŒr eine ambulante oder stationĂ€re Pflege ab. Doch auch eine finanzielle EntschĂ€digung fĂŒr pflegende Angehörige sehen die TrĂ€ger vor.

Was die private Pflegeversicherung genau zahlt, ist vom Bedarf der Versicherten abhĂ€ngig. Dabei folgt die Absicherung dem Prinzip der Notwendigkeit: Personen mit einer umfangreichen PflegebedĂŒrftigkeit erhalten eine höhere Leistung als Versicherte, die sich besser selbstversorgen können. Um dieses Vorgehen sicherzustellen, werden Betroffene in verschiedene Pflegegrade eingestuft.

Die Einstufung der Pflegegrade ĂŒbernimmt der Medizinische Dienst der Krankenkassen (kurz MDK). DafĂŒr nutzen die Mitarbeiter einen Fragekatalog, mit dem sie die BedĂŒrftigkeit der Personen einordnen können. Umso mehr eine Person auf Hilfe angewiesen ist, desto höher fĂ€llt die Einstufung aus.

2016 wurden die frĂŒheren „Pflegestufen“ durch die Bezeichnung „Pflegegrad“ ersetzt. Damit verbesserten sich zudem die Leistungen fĂŒr PflegebedĂŒrftige. Außerdem sieht das neue PflegestĂ€rkungsgesetz auch Leistungen fĂŒr Demenzpatienten vor.

Leistungen der privaten Pflegeversicherung bei hÀuslicher Pflege

Die private Pflegeversicherung leistet, wenn eine Person zu Hause durch Angehörige gepflegt wird. Dabei sollen die Zahlungen eine StĂŒtze sowie eine finanzielle EntschĂ€digung fĂŒr den Aufwand darstellen. DarĂŒber hinaus sehen die Gesellschaften Leistungen fĂŒr ambulante Pflegedienste vor. Diese versorgen die pflegebedĂŒrftige Person in ihren eigenen vier WĂ€nden.

Pflegegeld

Das Pflegegeld zahlt die Pflegepflichtversicherung an die pflegebedĂŒrftige Person. Die Auszahlung erfolgt, wenn deren Versorgung durch eine oder einen Angehörigen sichergestellt ist. Doch die Gesellschaften bezahlen die Leistung nicht an die Pflegenden, sondern an die Versicherten. Diese können das Geld als finanzielle Anerkennung weitergeben.

Pflegesachleistungen

Pflegesachleistungen sind vorgesehen, wenn eine versicherte Person einen Pflegedienst in Anspruch nimmt. Dieser versorgt die Betroffenen bedarfsabhĂ€ngig zu Hause. Ein Pflegedienst lĂ€sst sich kombiniert mit einer Pflege durch Angehörige nutzen. In diesem Fall können die Mitarbeiter bestimmte Aufgaben wie das Waschen ĂŒbernehmen. Oder sie unterstĂŒtzen Familien im Alltag, damit diese ihrem Beruf weiterhin nachgehen können.

EinzelpflegekrÀfte

Ab Pflegegrad 2 deckt die Pflegepflichtversicherung einen Teil der Kosten fĂŒr eine Einzelpflegekraft ab. Dabei handelt es sich um eine selbststĂ€ndige Pflegekraft und nicht um einen Pflegedienst. Diese soll die Pflege besonders wirtschaftlich und effizient gestalten. DafĂŒr schließen die Versicherer VertrĂ€ge mit den PflegekrĂ€ften. Dabei ist zu berĂŒcksichtigen, dass es sich um eine in Deutschland anerkannte Pflegekraft handelt.

Verhinderungspflege

Pflegende Angehörige haben das Recht, bis zu acht Wochen im Jahr Leistungen fĂŒr eine Verhinderungspflege in Anspruch zu nehmen. Beispielsweise dann, wenn sie in den Urlaub fahren oder erkranken. Die Pflegepflichtversicherung zahlt maximal 1.612 Euro im Jahr.

Tages- und Nachtpflege (Kurzzeitpflege)

Eine Tages- und Nachtpflege sieht eine zeitweise Betreuung an manchen Tagen oder ĂŒber den Tagesverlauf hinweg vor. Dies soll pflegende Angehörige entlasten und ihnen ermöglichen, ihrem Beruf nachzugehen. In der Regel bieten Pflegeheime und Einrichtungen des medizinischen Dienstes die teilstationĂ€re Pflege an. Die Leistungen der privaten Pflegeversicherung sehen maximal 1.612 Euro im Jahr fĂŒr bis zu acht Wochen vor.

Entlastungsbetrag

Pflegende Angehörige haben einen Anspruch auf den Entlastungsbetrag. Dabei handelt es sich um eine Leistung der Pflegeversicherungen, die zur Entlastung der Pflegenden beitragen soll. Sie können das Geld aufwenden, um eine UnterstĂŒtzung bei der Pflege anzufordern. Beispielsweise Kurzzeitpflege oder Tages- und Nachtpflege. DafĂŒr stellen ihnen die Versicherer 125 Euro im Monat zur VerfĂŒgung, unabhĂ€ngig vom Pflegegrad. Die Auszahlung erfolgt nur gegen Vorlage von Belegen.

Pflegehilfsmittel

Pflegehilfsmittel sind GerĂ€te und Sachmittel, die zur hĂ€uslichen Pflege notwendig sind. Dabei kann es sich auch um Dinge handeln, die den PflegebedĂŒrftigen den Alltag erleichtern und ihr Leben selbstbestimmter machen. Die private Pflegeversicherung beteiligt sich an den Kosten fĂŒr Pflegehilfsmittel.

Wohnungsumbaumaßnahmen

PflegebedĂŒrftige können einen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro fĂŒr Umbaumaßnahmen erhalten. Voraussetzung ist, dass die Maßnahmen die hĂ€usliche Pflege und die selbststĂ€ndige LebensfĂŒhrung der Betroffenen erleichtern.

Ambulante Pflege: Was zahlt die private Pflegeversicherung?

Pflegegrad Geldleistung Sachleistung Entlastungsbetrag
1 - - 125 EUR
2 316 EUR 689 EUR 125 EUR
3 545 EUR 1.298 EUR 125 EUR
4 728 EUR 1.612 EUR 125 EUR
5 901 EUR 1.995 EUR 125 EUR

Leistungen der Pflegepflichtversicherung bei stationÀrer Pflege

Um Leistungen im Rahmen der stationĂ€ren Pflege zu erhalten, ist relevant, dass die betroffene Person vollstationĂ€r untergebracht ist. Das bedeutet, eine kurzfristige Unterbringung ist nicht ausreichend. Beispielsweise aufgrund von Krankheit oder bei Urlaub des Pflegenden. Die Zahlungen sind dafĂŒr vorgesehen, die Kosten fĂŒr eine medizinische Behandlungspflege und die Betreuung im Heim anteilig zu decken.

Was zahlt die Pflegepflichtversicherung bei stationÀrer Pflege?

Pflegegrad Leistungsbetrag
1 125 Euro
2 770 Euro
3 1.262 Euro
4 1.775 Euro
5 2.005 Euro

Die Praxis zeigt, dass die Leistungen der Pflegepflichtversicherung nicht ausreichen, um die Kosten der vollstationĂ€ren Unterbringung zu decken. PflegebedĂŒrftige beziehungsweise ihre Angehörigen mĂŒssen einen einheitlichen Eigenanteil leisten. Dieser fĂ€llt von Pflegegrad 2 bis 5 gleich aus. Wie hoch der Eigenanteil genau ist, unterscheidet sich abhĂ€ngig von der Einrichtung.

Private Pflegeversicherung – Pro und Contra

Die Pflegeversicherung fĂŒr Privatversicherte und Kassenmitglieder ist sehr umstritten. GrundsĂ€tzlich ist die Absicherung elementar, um die Existenz von Betroffenen und ihren Angehörigen bei PflegebedĂŒrftigkeit zu schĂŒtzen. Allerdings sind die Leistungen der Pflegepflichtversicherung deutlich zu niedrig. Im Ernstfall kann es trotz gesetzlicher Absicherung zur Bedrohung der finanziellen Existenz kommen.

Vorteile der Pflegepflichtversicherung

Finanzieller Schutz bei PflegebedĂŒrftigkeit

Versicherte erhalten abhÀngig von ihrem Bedarf Leistungen, mit denen sich die Pflege sicherstellen lÀsst. Sie können Angehörige finanziell entlasten oder eine professionelle Pflege in Anspruch nehmen.

Niedrige BeitrÀge

Die Kosten pro Monat fĂŒr eine private Pflegeversicherung sind vergleichsweise gering. Der Gesetzgeber schreibt auch fĂŒr Privatversicherte einen Höchstbeitrag von monatlich 138,40 Euro vor.

Annahmezwang ohne AusschlĂŒsse

Die privaten Krankenversicherer mĂŒssen Antragsteller versichern, unabhĂ€ngig von ihrem Alter. Zudem ist es ihnen untersagt, gesundheitsbedingte AusschlĂŒsse zu vereinbaren.

Einheitlicher Mindestversicherungsschutz

Die Leistungen der Pflegeversicherung fĂŒr Privatversicherte entsprechen mindestens dem Versicherungsschutz fĂŒr gesetzlich Versicherte.

Bedarfsgerechte Leistungen

Umso mehr Hilfe und UnterstĂŒtzung eine Person benötigt, desto höher fallen die Zahlungen aus. So soll eine bedarfsgerechte Leistung fĂŒr alle Versicherte garantiert werden.

Bildung von AltersrĂŒckstellungen

Im Vergleich zu gesetzlich Versicherten bilden Privatversicherte AltersrĂŒckstellungen. Dadurch finanzieren sie nicht aktuell PflegebedĂŒrftige, sondern beugen fĂŒr ihr eigenes Risiko vor.

Junger Mann weist auf Vorteile einer Versicherung hin

Nachteile der Pflegepflichtversicherung

Junger Mann Ă€rgert sich ĂŒber die Nachteile einer Versicherung

Große VersorgungslĂŒcken

Die Leistungen der Pflegeversicherer sind im Schadensfall nicht ausreichend. Vor allem die Kosten fĂŒr eine stationĂ€re Pflege lassen sich mit den Zahlungen nicht decken.

Kein individueller Versicherungsschutz

Versicherte können ihren Versicherungsschutz nicht individuell anpassen. Der Umfang orientiert sich an den gesetzlichen Regelungen.

Mögliche RisikozuschlÀge

Aufgrund von Vorerkrankungen dĂŒrfen die privaten Krankenversicherer fĂŒr die Pflegeabsicherung RisikozuschlĂ€ge vereinbaren.

Hohe Anforderungen fĂŒr fortgeschrittene Pflegegrade

Die meisten Personen werden in Pflegegrad 2 oder 3 eingestuft. Denn die Anforderungen fĂŒr eine fortgeschrittene Einstufung mit höheren Zahlungen sind nur schwer zu erfĂŒllen.

Wer braucht eine private Pflegeversicherung?

Da es sich um eine Pflichtversicherung handelt, braucht jede privatversicherte Person eine Pflegeversicherung. Diese funktioniert nach dem Prinzip „Pflege folgt Kranken“. Das bedeutet, dort wo die private Krankenversicherung besteht, wird zeitgleich auch die Pflegeversicherung abgeschlossen.

Eine private Pflegepflichtversicherung benötigt, wer nicht der Versicherungspflicht unterliegt. Diese Personen können zwischen einer gesetzlichen Absicherung und der privaten Krankenversicherung wĂ€hlen. Wer nicht von der Versicherungspflicht befreit ist, muss Mitglied einer Krankenkasse sein. Über diese besteht dann auch die Absicherung bei einer gesetzlichen Pflegekasse.

Wer ist ĂŒber die private Pflegeversicherung versichert?

Folgende Personengruppen sind von der Versicherungspflicht befreit und können eine private Pflegepflichtversicherung abschließen:

Angestellte mit einem Einkommen ĂŒber der Versicherungspflichtgrenze

Arbeitnehmer, deren Einkommen ĂŒber der Versicherungspflichtgrenze liegt, können sich privat absichern. 2019 liegt die Grenze bei 60.750 Euro im Jahr.

SelbststÀndige und Freiberufler

SelbststÀndige und Freiberufler sind von der Versicherungspflicht befreit. Somit können sie freiwillig gesetzlich oder privat abgesichert sein.

Beamte und Beihilfeberechtigte

Die Pflegepflichtversicherung sieht fĂŒr Beamte, Soldaten und Mitarbeiter der Bundeswehr eine Besonderheit vor: Da sie Beihilfe beziehen, mĂŒssen sie lediglich die Restkosten absichern. Dementsprechend hĂ€lt die private Pflegeversicherung fĂŒr Beamte andere Tarife bereit als fĂŒr Arbeitnehmer und SelbststĂ€ndige. Auch Soldaten können wie Beamte beim Abschluss einer Pflegepflichtversicherung von vergĂŒnstigen Tarifen profitieren.

Polizisten und Zeitsoldaten

Auch diese Personengruppen erhalten in der Regel Beihilfe beziehungsweise freie HeilfĂŒrsorge. Dementsprechend gilt die private Pflegepflichtversicherung fĂŒr Zeitsoldaten und Mitarbeiter der Polizei.

Rentner

Rentner sind privat pflegeversichert, wenn sie wÀhrend ihres Berufslebens bei einer privaten Krankenversicherung abgesichert waren. Sie können nur unter erschwerten Bedingungen von der GKV in die PKV wechseln.

Studenten

Studierende können sich mit Aufnahme ihres Studiums von der Versicherungspflicht befreien lassen. Demzufolge haben sie die Möglichkeit, als Student eine private Pflegeversicherung abzuschließen.

Kinder

Kinder sind bis zu einem bestimmten Endalter ĂŒber ihre Eltern versichert. Demzufolge können sie Mitglied einer GKV oder ĂŒber ein Elternteil privat abgesichert sein. Letzteres bedeutet, dass die Kinder in der privaten Pflegepflichtversicherung eingeschlossen sind.

Die private Pflegeversicherung ist in Kombination mit einer privaten Krankenversicherung abzuschließen. Es ist nicht möglich, Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse und privat pflegeversichert zu sein. Hiervon ausgenommen sind Pflegezusatzversicherung: Diese können sowohl Gesetzlich- als auch Privatversicherte ergĂ€nzend abschließen.

Wie sinnvoll ist eine private Pflegeversicherung?

Viele Menschen fragen sich, fĂŒr was sollten sie eine private Pflegeversicherung abschließen und was bringt ihnen diese? GrundsĂ€tzlich lĂ€sst sich diese Frage im Hinblick auf die Zahl der steigenden PflegebedĂŒrftigkeit in Deutschland beantworten. Der Fortschritt der modernen Medizin sorgt dafĂŒr, dass die Lebenserwartung steigt. Dies fĂŒhrt dazu, dass immer mehr Menschen im Alter auf Pflege angewiesen sind. Doch auch in jungen Jahren kann eine Erkrankung oder ein Unfall fĂŒr PflegebedĂŒrftigkeit verantwortlich sein.

Anzahl der PflegebedĂŒrftigen in Deutschland - BasisĂŒberlegung zur privaten Pflegeversicherung bzw. Pflegepflichtversicherung
Anzahl der PflegebedĂŒrftigen in Deutschland von 1999 bis 2017
Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2722/umfrage/pflegebeduerftige-in-deutschland-seit-1999/

Die Praxis zeigt, dass finanzielle RĂŒcklagen und Renten meist nicht ausreichend sind, um die Pflegekosten zu decken. Denn die Unterbringung in einem Pflegeheim kostet zwischen 3.000 und 5.000 Euro im Monat. Die Pflegepflichtversicherung trĂ€gt anteilig zur Deckung der Kosten bei. Allerdings nicht in ausreichender Höhe. Daher lĂ€sst sich sagen, dass die private Pflegeversicherung sinnvoll, aber nicht ausreichend ist.

VersorgungslĂŒcken schließen mit einer Pflegezusatzversicherung

Um sich vor den Kosten der PflegebedĂŒrftigkeit umfassend zu schĂŒtzen, empfiehlt sich der Abschluss einer Pflegezusatzversicherung. Dabei handelt es sich um eine ErgĂ€nzung und Erweiterung der Pflichtabsicherung. Die Pflegezusatz schließt VersorgungslĂŒcken. Dadurch sollen PflegebedĂŒrftige und ihre Angehörige im Ernstfall finanziell abgesichert sein.

Doch der ergĂ€nzende Zusatzschutz zur privaten Pflegeversicherung ist nicht fĂŒr jeden sinnvoll, so Stiftung Warentest. Die Zusatzversicherung lohnt nur, wenn die Versicherungsnehmer die BeitrĂ€ge dauerhaft bezahlen können. Das bedeutet, wer heute ein hohes Einkommen hat, sollte berĂŒcksichtigen, dass dieses in Zukunft geringer ausfallen kann. Außerdem gibt es Tarife, bei denen der Beitrag mit zunehmendem Alter ansteigt.

Wer die private Pflegezusatzversicherung kĂŒndigen muss, verliert nicht nur den Versicherungsschutz. Auch die einbezahlten BeitrĂ€ge werden nicht rĂŒckerstattet.

Quelle: https://www.test.de/presse/pressemitteilungen/Private-Pflegeversicherung-Nicht-fuer-alle-sinnvoll-5240070-0/

Wer seine private Pflegeversicherung mit einer Zusatzversicherung ergĂ€nzen möchte, sollte einen Vergleich durchfĂŒhren. Ein Vergleichsrechner hilft dabei, verschiedene Anbieter und ihre Angebote zu ĂŒberprĂŒfen. Auf diese Weise können Verbraucher eine leistungsstarke Pflegezusatzversicherung mit einem gĂŒnstigen Beitrag finden.

Was kostet eine private Pflegeversicherung?

Was eine private Pflegeversicherung kostet, ist von verschiedenen Faktoren abhĂ€ngig. Denn im Vergleich zur gesetzlichen Pflegekasse ist nicht das Einkommen relevant, sondern persönliche Merkmale. Wie teuer der Beitrag fĂŒr die private Pflegeversicherung ist, hĂ€ngt also vom Alter und dem Gesundheitszustand der versicherten Person ab. Dementsprechend mĂŒssen Ă€ltere Versicherte einen höheren Beitrag bezahlen.

FĂŒr Bestandskunden sieht die Pflegepflichtversicherung einen Höchstbeitrag vor. Dieses richtet sich nach den Vorgaben fĂŒr die gesetzlichen Pflegekassen. 2019 betrĂ€gt dieser 138,40 Euro im Monat.

Kinder sind in der Pflegepflichtversicherung beitragsfrei mitversichert.

Der Höchstbeitrag gilt nur fĂŒr Bestandskunden, nicht fĂŒr neue Antragsteller. Unter UmstĂ€nden mĂŒssen Neukunde innerhalb der ersten fĂŒnf Jahre eine höhere PrĂ€mie bezahlen. Doch nach dieser Frist muss der Beitrag auf den Höchstsatz angepasst werden.

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Wer bezahlt den Beitrag zur privaten Pflegepflichtversicherung?

Arbeitnehmer

Die BeitrĂ€ge zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung werden bei Arbeitnehmern geteilt. So zahlen der Arbeitgeber und die Versicherten je die HĂ€lfte der Kosten. Doch bei einer privaten Absicherung gibt es eine Ausnahme: Sowohl bei der PKV als auch der Pflegeabsicherung mĂŒssen die Arbeitgeber nicht mehr bezahlen, als der gesetzliche Höchstbetrag. Sobald dieser ausgeschöpft wurde, mĂŒssen die Versicherten alleine fĂŒr die Differenz aufkommen.

SelbststÀndige und Freiberufler

SelbststĂ€ndige und Freiberufler mĂŒssen in voller Höhe selbst fĂŒr die BeitrĂ€ge zur privaten Kranken- und Pflegepflichtversicherung aufkommen. Mitglieder der KĂŒnstlersozialkasse zahlen ihre BeitrĂ€ge nur zur HĂ€lfte. Auch hier gilt die Regelung, dass sich die KSK maximal bis zum gesetzlichen Höchstbetrag beteiligt.

Beamte und BeihilfeempfÀnger

Da Beamte Beihilfe erhalten, benötigen sie keine private Pflegeversicherung, sondern eine Restkostenversicherung. Diese wird von ihnen selbst bezahlt. Allerdings liegt die Höhe der BeitrĂ€ge deutlich unter einer Absicherung fĂŒr Angestellte und SelbststĂ€ndige.

Rentner

Rentner mĂŒssen in voller Höhe selbst fĂŒr ihre BeitrĂ€ge zur Pflegepflichtversicherung aufkommen. Aufgrund des fortgeschrittenen Alters steigen auch die PrĂ€mien fĂŒr die Krankenabsicherung. Dies kann bei Betroffenen zu finanziellen Schwierigkeiten fĂŒhren. AltersrĂŒckstellungen sorgen dafĂŒr, dass die BeitrĂ€ge im Alter bezahlbar bleiben.

Leistungen bei der privaten Pflegeversicherung beantragen

Besondere Merkmale

Schritt 1: Schaden dokumentieren

Um Leistungen bei der Pflegepflichtversicherung zu beantragen, mĂŒssen Versicherte Kontakt mit ihrer Krankenversicherung aufnehmen. Ein Antrag sollte immer schriftlich eingereicht werden. Denn Pflegeversicherer zahlen die Leistungen nicht rĂŒckwirkend zum Beginn der PflegebedĂŒrftigkeit. Nach der PrĂŒfung wird eine Zahlung frĂŒhestens zum Monat der Antragstellung erfolgen.

Schritt 2: Gutachten durch den MDK

Der Medizinische Dienst der Krankenkassen, kurz MDK, nimmt eine Begutachtung der betroffenen Person vor. Dies erfolgt mittels eines Fragenkatalogs. Durch die BerĂŒcksichtigung verschiedener Kriterien, können die Spezialisten den Grad der PflegebedĂŒrftigkeit bestimmten. Dabei achten sie auf unterschiedlichen Faktoren. Beispielsweise die MobilitĂ€t oder kognitive FĂ€higkeiten.

Das Gutachten durch den MDK findet bei den Versicherten zu Hause statt.

Schritt 3: Bestimmung der PflegebedĂŒrftigkeit

Innerhalb von fĂŒnf Wochen muss der Grad der PflegebedĂŒrftigkeit festgelegt werden. DafĂŒr teilt der Gutachter der Krankenversicherung seine Einstufung mit. Anhand der Einstufung legt diese die entsprechenden Leistungen fest. Versicherungsnehmer und Angehörige werden schriftlich von der Krankenversicherung informiert.

Versicherung Schaden melden

Sind die Versicherten oder Angehörigen nicht mit der Einstufung einverstanden, können sie einen Einspruch einlegen. Allerdings innerhalb der dafĂŒr festlegten Frist. In der Regel betrĂ€gt diese vier Wochen. Da es jedoch zu Abweichungen bei den Gesellschaften kommen kann, ist die Frist auf dem Informationsschreiben zu beachten.

Sollte es zu Streitigkeiten zwischen Versicherungsnehmer und Gesellschaft kommen, wird ein Ombudsmann fĂŒr die private Kranken- und Pflegeversicherung einberufen. Dieser ist damit beauftragt, eine außergerichtliche Einigung beider Parteien zu ermöglichen.

Wie werden die Pflegegrade festgelegt?

Die Einstufung der Pflegegrade erfolgt sowohl bei der gesetzlichen als auch bei der privaten Krankenversicherung gleich. Allerdings gibt es bei Pflegezusatzversicherungen Abweichungen. Denn einige Gesellschaften sehen eine verbesserte Einstufung vor und leisten bereits in einem höheren Maß, wenn die Versicherten bestimmte Kriterien erfĂŒllen.

Um den Grad der PflegebedĂŒrftigkeit zu bemessen, achten die Gutachter des MDK auf die folgenden Kriterien:

  • MobilitĂ€t: Kann die versicherte Person sich mitunter ohne Schwierigkeiten fortbewegen und drehen?
  • Selbstversorgung: Ist die versicherte Person fĂ€hig, fĂŒr sich selbst zu sorgen? Beispielsweise kochen und essen ohne fremde Hilfe?
  • Gestaltung des Alltags: Inwiefern kann die versicherte Person ihren Alltag eigenstĂ€ndig gestalten?
  • Kommunikative und kognitive FĂ€higkeiten: Wie gut ist die ErinnerungsfĂ€higkeit der versicherten Person? Und ist sie in der Lage, Gefahrensituationen zu erkennen?
  • Psychische Faktoren: Zeigt die versicherte Person ein auffĂ€lliges Verhalten? Zum Beispiel Aggressionen oder Depressionen?
  • Umgang mit der Erkrankung: Kann sich die versicherte Person medizinisch selbst versorgen? Ist es ihr beispielsweise möglich, Medikamente einzunehmen und Ärzte aufzusuchen?

Was ist bei der privaten Pflegeversicherung zu beachten?

Steigende BeitrÀge im Alter

Die Pflegeversicherung fĂŒr Privatversicherte unterscheidet sich in wenigen Punkten von der gesetzlichen Absicherung. GrundsĂ€tzlich sollten Versicherte berĂŒcksichtigen, dass der Beitrag nicht einkommensabhĂ€ngig berechnet wird. Dementsprechend steigen die Kosten fĂŒr die Pflegeversicherung mit dem Alter. Durch die Bildung von AltersrĂŒckstellungen möchte die Versicherung den Beitrag zukĂŒnftig stabilisieren. Doch steigende Gesundheitskosten können dafĂŒr sorgen, dass das Kapital der Gesellschaften nicht ausreicht. Da Privatversicherte ab einem bestimmten Endalter nur erschwert in die GKV wechseln können, kann der Beitrag im Alter fĂŒr finanzielle Schwierigkeiten sorgen.

Unzureichende Leistungen

Des Weiteren sollten Versicherte bedenken, dass sowohl bei der gesetzliche als auch der privaten Pflegeversicherung eine VersorgungslĂŒcke besteht. Die Leistungen der Versicherer sind nicht ausreichend, um bei PflegebedĂŒrftigkeit zuverlĂ€ssig abgesichert zu sein. Um die eigene und die finanzielle Existenz der Angehörigen zu schĂŒtzen, empfiehlt sich der Abschluss einer Zusatzversicherung.

Verbraucherportale fĂŒhren regelmĂ€ĂŸig einen Test durch, bei denen sie verschiedene private Pflegeversicherungen ĂŒberprĂŒfen. So lĂ€sst sich ein guter Tarif zur ErgĂ€nzung des bestehenden Versicherungsschutzes finden. Auch ein Rechner, um einen Vergleich der privaten Pflegeversicherung durchzufĂŒhren, ist hilfreich.

FAQ - HĂ€ufig gestellte Fragen

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