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Die Betriebsrente -
Eine wichtige Säule der Altersvorsorge

Lukrative Vorsorgeform f√ľr Arbeitnehmer

Vor- und Nachteile im √úberblick

Finanzielle Absicherung im Alter

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Fakten auf einen Blick

  • Die Betriebsrente stellt neben der gesetzlichen Rentenversicherung und der privaten Vorsorge eine der drei S√§ulen der Altersvorsorge dar.
  • Arbeitnehmer profitieren von staatlichen F√∂rderungen, denn durch die Entgeltumwandlung sparen sie Steuern und Sozialabgaben.
  • Es gibt verschiedene Durchf√ľhrungswege der betrieblichen Altersvorsorge ‚Äď welche infrage kommt, entscheidet der Arbeitgeber.

Wie funktioniert die Betriebsrente?

F√ľr eine Betriebsrente oder auch betriebliche Altersvorsorge (kurz bAV) gibt es verschiedene Durchf√ľhrungswege. Wesentlich ist immer, dass die Vertr√§ge vom Arbeitgeber geschlossen werden. Au√üerdem entscheidet das Unternehmen, welche Form der Betriebsrente abgeschlossen wird ‚Äď nicht die Angestellten.

Direktversicherung

Bei einer Direktversicherung schlie√üt der Arbeitgeber einen Vertrag mit einer Versicherungsgesellschaft. Das Unternehmen fungiert dabei als Versicherungsnehmer und Beitragszahler, der Angestellte als versicherte Person und Bezugsberechtigter. Dementsprechend bezahlt das Unternehmen die Beitr√§ge, zieht diese jedoch vom Bruttolohn der Arbeitnehmer ab. Da sich dadurch die Steuern und Sozialabgaben reduzieren, handelt es sich bei diesem Vorgehen um eine Entgeltumwandlung. Die H√∂he der Altersrente bemisst sich an den bezahlten Beitr√§gen. Wie viel die Angestellten f√ľr ihre Altersvorsorge aufwenden m√∂chten, entscheiden sie selbst. Zudem beteiligen sich meist die Arbeitgeber an der Rente, indem sie diese bezuschussen.

Direkte Pensionszusage

Bei der direkten Pensionszusage schlie√üt das Unternehmen keine Vertr√§ge mit einer Versicherungsgesellschaft. Es verpflichtet sich hingegen, mit eigenen finanziellen Mitteln f√ľr die Altersrente der Angestellten aufzukommen. Denn der Betrieb sichert seinen Angestellten rechtlich bindend eine Leistung zu. F√ľr Unternehmer entsteht bei diesem Durchf√ľhrungsweg der Vorteil, dass sie die Beitr√§ge nicht abf√ľhren m√ľssen, sondern damit wirtschaften k√∂nnen. Dadurch erh√∂ht sich die Liquidit√§t des Betriebes. Dem entgegengestellt entstehen dadurch auch Risiken. Denn der Betrieb muss die zugesicherte Rente bezahlen. Unabh√§ngig von seiner wirtschaftlichen Situation. In welcher H√∂he die Arbeitnehmer eine Betriebsrente erhalten, ist mitunter von der Besch√§ftigungsdauer im Unternehmen abh√§ngig.

Pensionskasse und Pensionsfonds

Pensionskassen und Pensionsfonds sind rechtlich selbstst√§ndige Einrichtungen, die von einem oder mehreren Unternehmen gegr√ľndet werden. Auch bei dieser Betriebsrente erwerben die Angestellten durch ihre Beitragszahlung ein Anrecht auf eine Leistung. Kassen und Fonds unterscheiden sich in Bezug auf ihre Anlagestrategie. Pensionskassen bieten Sicherheit, da das Geld fest verzinst wird. Allerdings f√§llt die Rendite aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung geringer aus. Bei Pensionsfonds findet die Geldanlage an der B√∂rse statt, wodurch sich h√∂here Gewinne erwirtschaften lassen. Jedoch birgt dieses Vorgehen auch Risiken. Au√üerdem l√§sst sich keine garantierte Aussage √ľber die H√∂he der Betriebsrente treffen.

Unterst√ľtzungskasse

Bei der Unterst√ľtzungskasse handelt es sich um eine eigenst√§ndige Versorgungseinrichtung, die bei Vertragsabschluss ein Leistungsversprechen eingeht. Demzufolge muss sie das Kapital m√∂glichst gewinnbringend anlegen, um eine Betriebsrente garantieren zu k√∂nnen. Im Vergleich zu Pensionskassen und Pensionsfonds k√∂nnen die Arbeitgeber mitentscheiden, in welcher Form das Kapital angelegt wird.

Lukrative Altersvorsorge mit dem Sozialpartnermodell

Das 2018 verabschiedete Betriebsrentenst√§rkungsgesetz brachte eine weitere Form der betrieblichen Altersvorsorge hervor. Unternehmen m√ľssen ihren Mitarbeitern mit dem Sozialpartnermodell keine feste Rentenh√∂he mehr garantieren, sondern eine Beitragszusage treffen. Dies bedeutet, dass Betriebe, die durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeitr√§ge sparen, sich finanziell an der bAV beteiligen m√ľssen. Und zwar pauschal mit 15 Prozent des Umwandlungsbetrages.

Durchf√ľhrungswege der Betriebsrente in Deutschland

Die Direktversicherung sowie die Versorgungstr√§ger des √Ėffentlichen Dienstes stellen in Deutschland den h√§ufigsten Durchf√ľhrungsweg der Betriebsrente dar. Doch auch f√ľr Pensionskassen wurden seit 2001 zunehmend mehr Anwartschaften geschlossen. Die Statistik zeigt zudem, dass Verbraucher bis 2013 vermehrt auf sicherere Produkte mit garantierten Werten, als auch Fondsanlagen setzten.

Deckungsmittel der betrieblichen Altersvorsorge nach Durchf√ľhrungswegen

  • Direktzusagen

    0%
  • Pensionskassen

    0%
  • Direktversicherungen

    0%
  • Unterst√ľtzungskassen

    0%
  • Pensionsfonds

    0%

Deckungsmittel gerundet auf volle Prozent | Quelle: Schwind (2013), S. 436 f.

Vorteile und Nachteile

Minderung der Sozialabgaben und Steuerersparnisse

Da die Beitr√§ge zur Betriebsrente aus dem Bruttolohn erbracht werden, reduzieren sich die Sozialabgaben und Steuern. Demzufolge f√§llt die tats√§chliche finanzielle Belastung f√ľr Angestellte geringer aus.

Finanzielle Vorsorge f√ľr das Alter

Die gesetzlichen Rentenanspr√ľche sind nicht ausreichend, um den Bedarf im Alter zu decken. Mit einer betrieblichen Altersvorsorge lassen sich Versorgungsl√ľcken schlie√üen.

Beteiligung durch den Arbeitgeber

Die meisten Betriebe beteiligen sich finanziell an der Betriebsrente ihrer Mitarbeiter. Dadurch erh√∂ht sich der zuk√ľnftige Rentenanspruch.

Verträge mit guten Konditionen

Unternehmen k√∂nnen f√ľr ihre Mitarbeiter einheitliche Kollektivvertr√§ge abschlie√üen. Die Versicherungsgesellschaften bieten bei mehreren Versicherten bessere Konditionen als f√ľr einzelne Personen.

Zusätzliche Absicherungen möglich

Einige Betriebsrenten sehen zusätzlich zur Altersrente weitere Leistungen vor. Beispielsweise eine Hinterbliebenenabsicherung bei Tod der Versicherten.

Garantierte Rente

Bei klassischen Anlageformen, der Direktzusage, Unterst√ľtzungskassen und Pensionskassen, erhalten die Angestellten eine garantierte Rentenzusage. Auch bei fondsgebundenen Betriebsrenten besteht eine Garantieleistung, allerdings f√§llt diese deutlich geringer aus.

Keine Wahlm√∂glichkeit f√ľr Angestellte

Angestellte können nicht selbst entscheiden, in welche Betriebsrente sie ihr Kapital investieren möchten. Denn den Unternehmen steht es frei, sowohl die Rentenform als auch den Anbieter zu wählen.

Versteuerung der Leistung

Die Leistungen aus einer Betriebsrente sind von den Empfängern zu versteuern. In welcher Höhe ist von dem Anlageprodukt und der Auszahlungsform abhängig.

Reduzierung der gesetzlichen Rente

Durch die Entgeltumwandlung reduziert sich der Beitrag f√ľr die Rentenkasse. Demzufolge verringern sich auch die Anspr√ľche an die gesetzliche Rente.

Wenig Flexibilität bei Arbeitgeberwechsel

Grunds√§tzlich k√∂nnen Verbraucher bei einem Arbeitgeberwechsel einen bestehenden Vertrag vom neuen Unternehmen fortf√ľhren lassen. Allerdings ist das Unternehmen nicht verpflichtet, diesen zu √ľbernehmen.

Keine vorzeitige Auszahlung

Bei finanziellen Engp√§ssen oder dem Erwerb einer Immobilie besteht nicht die M√∂glichkeit, den Vertrag vorzeitig ausbezahlen zu lassen. Die Leistung ist erst zum festgesetzten Termin ‚Äď meist im Rentenalter f√§llig.

Wie viel Betriebsrente bekomme ich?

Der Anspruch an die Betriebsrente ist im Wesentlichen von den einbezahlten Beitr√§gen abh√§ngig. Denn umso mehr die Arbeitnehmer w√§hrend der Ansparphase f√ľr ihre Altersvorsorge investieren, desto h√∂her fallen die Leistungen aus. Allerdings ist zu ber√ľcksichtigen, dass bei der Auszahlung der Betriebsrente sowohl Steuern als auch Sozialabgaben wie der Krankenkassenbeitrag f√§llig sind.

Abz√ľge: Besteuerung der Betriebsrente

Erfolgt die Auszahlung der Betriebsrente als monatliche Rentenzahlung, ist diese nach dem Einkommenssteuergesetz zu versteuern. Demzufolge bemessen sich die Steuern nach dem persönlichen Einkommenssteuersatz der Leistungsempfänger. Aktuell sieht der Staat noch einen Versorgungsfreibetrag vor, der die Steuerlast senkt. Allerdings soll der Freibetrag bis 2040 stufenweise auf null Euro reduziert werden.

Bei einer Auszahlung der Betriebsrente als Einmalzahlung findet gleicherma√üen der eigene Einkommenssteuersatz Anwendung. Abh√§ngig von der Vorsorgeform l√§sst sich jedoch die F√ľnftelregelung anwenden. Dabei wird die einmalige Auszahlung so behandelt, als w√§re diese auf f√ľnf Jahre verteilt ausbezahlt worden. Dennoch m√ľssen Verbraucher die Steuern als Gesamtbetrag abf√ľhren. Sie haben nicht die M√∂glichkeit, die Last auf mehrere Teilzahlungen zu verteilen.

Wichtig: Abweichende Steuerregelungen

Direktversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds unterliegen einer anderen Besteuerungsregelung als Unterst√ľtzungskasse und Direktzusage. Aus diesem Grund kann es zu Abweichungen in Bezug auf die Steuerlast kommen. Verbraucher sollten daher die steuerliche Behandlung ihrer gew√§hlten Betriebsrente mit einem Steuerrechner pr√ľfen.

Sozialabgaben: Pflege- und Krankenkassenbeitrag auf die Betriebsrente

Pflichtversicherte oder freiwillig versicherte Rentner m√ľssen bei der Auszahlung ihrer Betriebsrente einen Pflege- und Krankenkassenbeitrag entrichten. 2019 betr√§gt der Beitrag f√ľr die gesetzliche Krankenversicherung durchschnittlich 15,5 Prozent. Au√üerdem ist der Zusatzbeitrag der Krankenkassen einzukalkulieren. Ein Beitrag an die Krankenkasse ist auch dann zu entrichten, wenn die Betriebsrente als Einmalzahlung ausbezahlt wird.

Neben dem Kassenbeitrag fallen f√ľr die Rentenempf√§nger Aufwendungen f√ľr die gesetzliche Pflegeversicherung an. Bei kinderlosen Rentnern betr√§gt der Beitrag 3,3 Prozent. Mit Kindern reduziert sich der Pflegebeitrag auf 3,05 Prozent.

Privat Krankenversicherte (bei der PKV) sind von dieser Regelung nicht betroffen.

Information: Betriebsrente und Krankenversicherung: Grenze f√ľr geringe Versorgungsbez√ľge

Wer nur eine kleine Betriebsrente erwartet, muss nach aktuellem Stand keine Krankenversicherungsbeitr√§ge entrichten. 2019 liegt der Freibetrag zur Krankenversicherung bei einer Betriebsrente von 155,75 Euro. Allerdings gilt dieser Betrag f√ľr alle Versorgungsbez√ľge aus einem fr√ľheren Dienstverh√§ltnis. Dazu geh√∂ren mitunter auch Erwerbsminderungsrenten.

Ist eine Betriebsrente sinnvoll?

Da auf die Betriebsrente Sozialabgaben und Steuern f√§llig sind, stellen sich viele Verbraucher die Frage, wie sinnvoll die bAV ist. Grunds√§tzlich l√§sst sich sagen, dass die gesetzlichen Anspr√ľche an die Rentenkasse nicht ausreichend sind. Daher ist es zwingend notwendig, eine zus√§tzliche Vorsorge f√ľr die finanzielle Absicherung im Alter zu treffen. Allerdings gibt es neben der Betriebsrente weitere Vorsorgem√∂glichkeiten. Beispielsweise eine staatlich gef√∂rderte Riester Rente sowie klassische private Rentenversicherungen.

Ob eine Betriebsrente sinnvoll ist oder nicht, l√§sst sich nicht pauschal beantworten. Jedoch ist es in den meisten F√§llen rentabel, die Altersvorsorge zu beanspruchen, wenn sich der Arbeitgeber finanziell beteiligt. Denn viele Betriebe bezuschussen eine betriebliche Altersvorsorge. In diesen F√§llen m√ľssen die Arbeitnehmer keinen oder nur einen geringen Eigenbeitrag zur bAV leisten. Dadurch reduziert sich der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung kaum. Dementsprechend f√§llt die staatliche Altersrente deutlich h√∂her aus, als bei einer komplett arbeitnehmerfinanzierten Betriebsrente. Der Zuschuss des Arbeitgebers mindert also die Nachteile, die durch eine betriebliche Altersvorsorge entstehen.

Quelle: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/geld-versicherungen/altersvorsorge/bav-altersvorsorge-ueber-den-betrieb-7675

Liegt die H√∂he der Betriebsrente unter dem Freibetrag zur Krankenkasse (155,75 Euro, Stand 2019), ist die bAV meist sinnvoll. Denn es entf√§llt der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung. Beteiligt sich zus√§tzlich der Arbeitgeber an der Altersvorsorge oder √ľbernimmt diese in voller H√∂he, ist Angestellten zum Abschluss der Betriebsrente anzuraten.

Information: Private Vorsorge oder Betriebsrente?

Verbraucher haben die M√∂glichkeit, √ľber den Betrieb oder privat vorzusorgen. Es gibt staatlich gef√∂rderte Produkte wie die Riester Rente oder die Basisrente f√ľr Selbstst√§ndige. Auch klassische Rentenversicherungen und fondsgebundene Altersvorsorgen k√∂nnen die Versorgungsl√ľcke im Alter schlie√üen. Da die bAV gut durchdacht sein sollte, gilt es, auch Alternativen zu pr√ľfen. Mit einem Brutto-Netto-Rechner lassen sich beispielsweise die steuerlichen Vorteile der Betriebsrente ermitteln. Diese sind jedoch den sp√§teren Steuerlasten und Sozialabgaben gegen√ľberzustellen. Denn in einigen F√§llen ist eine private Absicherung ohne Steuervorteile finanziell lukrativer.

Wann ist eine Betriebsrente nicht sinnvoll?

Eine Betriebsrente ist nur selten sinnvoll, wenn Verbraucher h√§ufig den Arbeitgeber wechseln. Denn ein neuer Betrieb ist nicht dazu verpflichtet, denn bestehenden Vertrag fortzuf√ľhren. Schlie√üt das Unternehmen eine eigene bAV ab, l√§sst sich das bereits angesparte Kapital grunds√§tzlich √ľbertragen. Allerdings entstehen dadurch finanzielle Nachteile, da dieses Vorgehen mit Geb√ľhren verbunden ist. Hinzukommt, dass durch den Abschluss eines neuen Vertrages erneut Abschlusskosten entstehen.

Arbeitnehmer haben auch die M√∂glichkeit, den Vertrag privat fortzuf√ľhren und selbst zu bezahlen. Jedoch entfallen dabei die Steuervorteile der Betriebsrente. Denn die Beitr√§ge werden nicht mehr aus dem Bruttolohn, sondern aus dem Nettoeinkommen entrichtet.

Wer darf eine Betriebsrente abschließen?

Laut Gesetzgeber hat jeder Angestellte recht auf eine Entgeltumwandlung. Dies umfasst sowohl Arbeitnehmer wie auch Auszubildende. Demzufolge d√ľrfen alle Angestellten eine Betriebsrente abschlie√üen. Allerdings muss sich das Unternehmen nicht an der Altersvorsorge beteiligen. Eine Ausnahme besteht dann, wenn geltende Tarifvertr√§ge eine entsprechende Beteiligung vorsehen.

Was kostet eine betriebliche Altersvorsorge?

Grunds√§tzlich k√∂nnen Arbeitnehmer selbst entscheiden, wie viel sie f√ľr in betriebliche Altersvorsorge investieren m√∂chten. Jedoch sind die Steuervorteile nur begrenzt. F√ľr finanzielle Aufwendungen, welche die Beitragsgrenzen √ľberschreiten, entfallen die steuerlichen Erm√§√üigungen.

  • Bei Direktversicherungen, Pensionsfonds und Pensionskassen sind Beitr√§ge bis maximal acht Prozent der jeweils aktuellen Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung steuerfrei (6.432 Euro, Stand 2019) sowie bis zu vier Prozent der jeweils aktuellen Beitragsbemessungsgrenze sozialversicherungsfrei (3.216 Euro, Stand 2019)
  • Bei der Direktzusage und Unterst√ľtzungskasse sind alle Beitr√§ge steuerfrei und bis zu vier Prozent der jeweils aktuellen Beitragsbemessungsgrenze sozialversicherungsfrei (3.216 Euro, Stand 2019)

Quelle: https://www.bundderversicherten.de/files/merkblatt/25-bav.pdf

Bis zu diesen Beitragsgrenzen profitieren Arbeitnehmer von den steuerlichen Vorteilen der Betriebsrente. Dies bedeutet, ihre finanzielle Belastung f√§llt geringer aus, als der f√ľr die Altersvorsorge tats√§chlich aufgewendete Betrag. Denn durch die Entgeltumwandlung sparen sie Steuer- und Sozialabgaben. Wie viel die Betriebsrente kostet, muss daher individuell mit einem Brutto-Netto-Rechner ermittelt werden.

25-j√§hriger Arbeitnehmer in Baden-W√ľrttemberg, kinderlos, Steuerklasse 1
Brutto: 3.000,00 Euro bAV-Beitrag: 200 Euro
Brutto abzgl. Altersvorsorge: 2.800 Euro
Steuern
Solidaritätszuschlag: 22,91 Euro
Kirchensteuer: 33,32 Euro
Lohnsteuer: 416,58 Euro
Steuern gesamt: 472,81 Euro
Steuern
Solidaritätszuschlag: 20,15 Euro
Kirchensteuer: 29,32 Euro
Lohnsteuer: 366,50 Euro
Steuern gesamt: 415,97 Euro
Sozialabgaben
Rentenversicherung: 279,00 Euro
Arbeitslosenversicherung: 37,50 Euro
Krankenversicherung: 232,50 Euro
Pflegeversicherung: 53,25 Euro
Sozialabgaben gesamt: 602,25 Euro
Sozialabgaben
Rentenversicherung: 260,40 Euro
Arbeitslosenversicherung: 35,00 Euro
Krankenversicherung: 217,00 Euro
Pflegeversicherung: 49,70 Euro
Sozialabgaben gesamt: 562,10 Euro
Nettolohn ohne Betriebsrente: 1.924,94 Euro Netto mit Betriebsrente: 1.821,93 Euro

Berechnet mit brutto-netto-rechner.info

Wie das Beispiel zeigt, fällt die tatsächliche Belastung durch eine Betriebsrente deutlich geringer aus. Denn sowohl die Steueraufwendungen als auch die Sozialabgaben reduzieren sich bei einer Entgeltumwandlung. Bei einem Rentenbeitrag von 200 Euro beträgt der Verzicht bei dieser Beispielperson lediglich 103,01 Euro im Monat.

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Das gilt es bei einer Betriebsrente zu beachten

Betriebsrente als Einmalzahlung oder monatliche Rente?

Abh√§ngig von dem gew√§hlten Produkt l√§sst sich eine Betriebsrente als Einmalbeitrag oder monatlich als Rente ausbezahlen. Dies ist im Wesentlichen von den Vertragsinhalten abh√§ngig. In einigen F√§llen besteht f√ľr die Arbeitnehmer ein Wahlrecht. Das bedeutet, sie k√∂nnen vor Vertragsablauf w√§hlen, in welcher Form sie das Kapital beziehen m√∂chten.

Zusätzliche Absicherungen durch die bAV

Einige Vertr√§ge sehen zus√§tzliche Absicherungen f√ľr die Versicherten vor. Dabei kann es sich um eine Berufsunf√§higkeitszusatzversicherung oder um einen Todesfallschutz handeln. Grunds√§tzlich sind diese Zusatzeinschl√ľsse nur bedingt sinnvoll. Denn durch die Kosten f√ľr die Absicherungen reduziert sich der Anspruch bez√ľglich der Rentenleistung. Au√üerdem sind die Summen in vielen F√§llen nicht ausreichend oder die Leistungsvoraussetzungen nur erschwert erf√ľllbar. Daher empfiehlt es sich, mit einer eigenst√§ndigen Versicherung diesen Risiken vorzubeugen.

Höhe des Beitrags und der Rentenleistung

Die Rentenanspr√ľche sind im Wesentlichen von den einbezahlen Beitr√§gen abh√§ngig. Denn umso mehr Arbeitnehmer f√ľr ihre Altersvorsorge aufbringen, desto h√∂her f√§llt die Altersvorsorge aus. Allerdings ist es nicht immer sinnvoll, einen zu hohen Beitrag zu bezahlen. Denn maximal vier beziehungsweise acht Prozent der Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Rente sind staatlich gef√∂rdert. Dar√ľberhinausgehend entfallen die Steuervorteile der bAV. Hinzukommt, dass ein zu hoher Beitrag zu finanziellen Schwierigkeiten f√ľhren kann. Um dies zu verhindern, sollte der Monatsbetrag nicht zu hoch angesetzt sein. Ein Brutto-Netto-Rechner hilft dabei, einen angemessenen Beitrag f√ľr die Betriebsrente zu ermitteln.

Anbieter vergleichen

Bei einer Betriebsrente entscheidet der Arbeitgeber nicht nur, welche Form der Altersvorsorge infrage kommt, das Unternehmen ist au√üerdem f√ľr die Wahl des Anbieters verantwortlich. Dennoch sollten Arbeitnehmer nicht alleinig auf die Entscheidung des Betriebes vertrauen, sondern eigenst√§ndig Anbieter vergleichen. M√∂glicherweise bieten andere Versicherungsunternehmen Altersvorsorgevertr√§ge mit besseren Konditionen und geringeren Geb√ľhren.

Betriebsrente beantragen: So funktioniert's

In 4 Schritten zur Betriebsrente

Schritt 1: Optionen pr√ľfen

Zun√§chst m√ľssen Angestellte √ľberpr√ľfen, welche Form der betrieblichen Altersvorsorge der Betrieb vorsieht. F√ľr gro√üe Unternehmen bestehen meist Kollektivvertr√§ge mit Versorgungstr√§gern. Auch k√∂nnen tarifliche Vereinbarungen bindende Vorgaben enthalten. Bei klein- und mittelst√§ndischen Unternehmen haben Arbeitnehmer in vielen F√§llen ein bedingtes Mitspracherecht. Genau Informationen √ľber die M√∂glichkeiten sowie die Zusch√ľsse des Arbeitgebers sind bei der Gesch√§ftsleitung oder der Personalabteilung einzuholen.

Schritt 2: Vor- und Nachteile pr√ľfen

Eine betriebliche Altersvorsorge h√§lt viele Vorteile, aber auch Nachteile bereit. Die Einsparung von Steuern und Sozialabgaben ist momentan lukrativ, sorgt jedoch daf√ľr, dass bei Rentenbezug hohe Abgaben f√§llig sind. Aus diesem Grund sind die jeweiligen Vor- und Nachteile individuell zu pr√ľfen. Vor allem, wenn sich der Arbeitgeber nicht an der Betriebsrente beteiligt, kann eine private Absicherung ratsamer sein.

Schritt 3: Finanzielle Möglichkeiten kalkulieren

Mit einem Brutto-Netto-Rechner l√§sst sich ermitteln, wie hoch der sp√ľrbare Beitrag f√ľr eine Betriebsrente ist. Um finanzielle Engp√§sse zu vermeiden, sollte daher gepr√ľft werden, welche monatlichen Ausgaben m√∂glich sind.

Schritt 4: Zusch√ľsse verhandeln und Vertrag abschlie√üen

Arbeitnehmer sollten mit ihrem Arbeitgeber stets √ľber m√∂gliche Zusch√ľsse verhandeln. Denn auch das Unternehmen genie√üt steuerliche Vorteile, wenn es sich an einer Betriebsrente beteiligt. Sobald alle wichtigen Aspekte gekl√§rt sind, schlie√üt der Arbeitgeber einen Vertrag f√ľr seinen Angestellten ab. Letztendlich entscheidet der Betrieb, welche Altersvorsorgeform und welcher Anbieter gew√§hlt werden. Dennoch ist es ratsam, verschiedene Versorgungswerke und ihre Konditionen zu pr√ľfen.

Versicherung Schaden melden

Wichtigen: Alternativen zur Betriebsrente

F√ľr viele Verbraucher stellt die Betriebsrente eine lukrative Form der Altersvorsorge dar. Sie profitieren von der Entgeltumwandlung und erhalten Zusch√ľsse seitens des Arbeitgebers. Dennoch k√∂nnen auch private Rentenversicherungen wie die gef√∂rderte Riester Rente zum Verm√∂gensaufbau f√ľr das Alter beitragen. Daher sollten Arbeitnehmer wie auch Beamte und Angestellte des √∂ffentlichen Diensts Alternativen zur Betriebsrente pr√ľfen. Vor allem dann, wenn sich das Unternehmen nicht oder nur mit einem geringen Betrag an der bAV beteiligt.

FAQ - Antworten auf häufig gestellte Fragen

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