Augenversicherung Vergleich & Test
Ist eine private Versicherung der Augen sinnvoll?

Kostenübernahme für Sehhilfen, Zuschüsse für Vorsorge & Laser

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Fakten auf einen Blick

  • Die Augenversicherung beteiligt sich an den Kosten für Sehhilfen. Sie kann darüber hinaus weitere Leistungen wie Zuschüsse für Vorsorge und Laser-Behandlung beinhalten.
  • Eine reine Brillenversicherung lohnt sich nur dann, wenn die mögliche Leistung regelmäßig voll ausgeschöpft wird. Ratsamer ist meist eine Absicherung der Augen in Kombination mit weiteren Bausteinen, um die Versorgungslücke der GKV zu schließen.
  • Verbraucher müssen bei einem Augenversicherung Vergleich immer auf Erstattungsgrenzen achten.

Eine Krankenzusatzversicherung für die Augen

Die private Krankenzusatzversicherung verbinden die meisten Menschen mit der Absicherung von Zähnen, Heilpraktikerbehandlungen und einer komfortableren Unterbringung bei Krankenhausaufenthalten. Dabei gibt es noch einen weiteren nützlichen Baustein, der über eine Zusatzversicherung abgesichert werden kann: Die Augenversicherung oder auch als Brillenversicherung bekannt.

Eine Augenversicherung dient dazu, Leistungen rund um die Augen abzusichern. In den meisten Fällen übernimmt die Versicherung die Kosten für Sehhilfen wie Brillen und Kontaktlinsen. Zusätzlich kann sie auch Laser-Operationen zur Sehstärkenkorrektur (Lasik) und die Aufwendungen für Vorsorgeuntersuchungen bezuschussen.

Das sind die Leistungen einer Augenversicherung

Die grundlegende Leistung der Augenversicherung stellt die Kostenübernahme von Sehhilfen dar. Allerdings gibt es hierbei, je nach Anbieter und Tarif, bereits deutliche Unterschiede. Viele Versicherer leisten einen bestimmten Prozentsatz und/oder einen maximalen Betrag innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Ein Beispiel:

  • Der Versicherer übernimmt 80 Prozent der Kosten, maximal 150 Euro in zwei Jahren. Kostet die Brille 200 Euro, beteiligt sich die Versicherung mit 150 Euro daran, da der Maximalbetrag überschritten wird. Die nächste Leistung erhält der Kunde erst wieder nach Ablauf der zwei Jahre, da er die maximale Erstattung ausgeschöpft hat. Hätte die Brille nur 100 Euro gekostet, würde sich der Versicherer mit 80 Euro an den Kosten beteiligen. Somit kann der Versicherte weitere 70 Euro in den nächsten zwei Jahren für eine Sehhilfe beziehen.

Einige Anbieter beschränken ihre Leistung nicht nur in Bezug auf den Erstattungssatz. Sondern auch darauf, welche Kosten sie übernehmen. Beispielsweise bezahlen sie nur die Brillengläser oder sie sehen für die Fassung eine geringere Erstattung vor. Auch stellt nicht jeder Anbieter Kontaktlinsen den Brillen gleich.

Eine Brillenversicherung, die rein auf die Absicherung der Sehhilfe abzielt, kann zudem weitere Leistungen beinhalten.:

  • Leistung bei Bruch oder Verlust der Brille
  • Reparatur der Brille oder Ersatz eines gleichwertigen Modells
  • Zuschuss für Sonnenbrillen mit Sehstärke

Laser-Operationen

Das Ziel einer Laser-Behandlung ist, die Sehstärke zu korrigieren. Heutzutage beteiligen sich viele Versicherer an den Kosten für diesen Eingriff. Vor allem dann, wenn die Augen über einen ambulanten Zusatztarif abgesichert werden, der auch Leistungen wie Heilpraktikerbehandlungen beinhaltet. Bei einer reinen Brillenversicherung sind Lasik-Behandlungen hingegen selten mitversichert.

Auch bei diesem Baustein sehen die Versicherer Erstattungsgrenzen vor. Meist bezieht sich dieser auf ein einzelnes Auge. Auch ist im Regelfall festgelegt, wie häufig sich der Versicherer an der Lasik-Behandlung beteiligt. Zudem sollten Verbraucher darauf achten, ob die Krankenzusatzversicherung eine Kassenleistung voraussetzt. Denn die Erstattungssumme sinkt dann, wenn sich die Krankenkasse nicht an den Kosten für den Eingriff beteiligt.

Vorsorgeuntersuchungen der Augen

Um das Krankheitsrisiko zu minimieren, beteiligen sich einige Versicherer an den Kosten für Vorsorgeuntersuchungen rund um die Augen. Hierbei können allerdings Erstattungs- und Altersgrenzen gelten.

Unfallbedingte Erblindung

Viele Gesellschaften leisten, wenn ihre Versicherten unfallbedingt erblinden. In diesem Fall sehen sie eine Einmalzahlung vor, die mitunter genutzt werden kann, um das Zuhause barrierefrei umzubauen.

Weitere Leistungen

Abhängig vom gewählten Versicherer und dem Tarif können weitere Leistungsbausteine vorgesehen sein. Zum Beispiel gewähren manche Gesellschaften einen Rabatt, wenn die Brille durch einen Vertragspartner bezogen wird. Oder sie bezahlen ein Krankenhaustagegeld, wenn sich die Kunden aufgrund einer Erkrankung oder Verletzung ihrer Augen in stationärer Behandlung befinden.

Das kostet eine private Augenversicherung

Bei Privatversicherten sind Leistungen rund um die Augen häufig bereits mitversichert. Gesetzlich Versicherte hingegen können eine private Augenversicherung abschließen, um Leistungslücken der Krankenkassen zu schließen.

Die Augen- beziehungsweise Brillenversicherung kann als Zusatzversicherung in Kombination mit anderen Bausteinen wie Heilpraktikerbehandlungen abgeschlossen werden. Oder auch als reine Absicherung der Augen. Letzteres ist im Regelfall die günstigere Variante. Allerdings kann es je nach eigenem Bedarf auch sinnvoll sein, weitere Bausteine abzusichern.

Die Kosten für eine private Augenversicherung bemessen sich anhand verschiedener, tarifspezifischer und personenbezogener Merkmale. So sind der gewünschte Versicherungsumfang und das Eintrittsalter relevant. Wer bereits eine Brille trägt, zahlt außerdem einen Risikozuschlag.

Kostenbeispiel für eine Brillenversicherung

30-jähriger Antragsteller ohne Brille

  • 80 Prozent Erstattung, maximal 200 Euro alle zwei Jahre für Brillen und Kontaktlinsen: Ab 5 Euro monatlich
  • 100 Prozent, maximal 375 Euro alle zwei Jahre für Brillen und Kontaktlinsen, 1.000 Euro für LASIK (ab dem 4. Versicherungsjahr), sowie Heilpraktiker, Vorsorge, Hilfsmittel und Rezeptgebühren: Ab 19 Euro monatlich

Ist eine Augenversicherung sinnvoll?

Ob eine Augenversicherung sinnvoll ist oder nicht, lässt sich pauschal nicht beantworten. Grundsätzlich ist das von dem eigenen Sicherheitsbedürfnis und auch dem gewählten Tarif abhängig. Und davon, ob die Versicherung auch beansprucht wird.

Wer keine Sehhilfe benötigt, profitiert nicht von einer reinen Brillenversicherung. Diese lohnt sich nur dann, wenn die mögliche Erstattung auch regelmäßig ausgeschöpft wird.

Allerdings kann die Augenversicherung gerade in Kombination mit anderen Bausteinen sinnvoll sein. Zum Beispiel mit Heilpraktikerbehandlungen und Vorsorgeuntersuchungen. In diesem Fall bestehen mehr Möglichkeiten, die Leistungen zu beanspruchen. Zudem lassen sich mit einer privaten Krankenzusatzversicherung weitere Versorgungslücken der gesetzlichen Krankenversicherung schließen. So kann die Brillenversicherung mit folgenden Bausteinen kombiniert werden:

  • Ambulante Zusatzversicherung: Leistung für Sehhilfen, Heilpraktiker, Vorsorge und Schutzimpfungen, Heilmittel, Hilfsmittel und Arznei möglich
  • Stationäre Zusatzversicherung: Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer bei stationären Aufenthalten, Chefarztbehandlung, freie Krankenhauswahl und Krankenhaustagegeld möglich
  • Zahnzusatzversicherung: Leistungen bei Zahnbehandlungen und Zahnersatz über der Regelversorgung der Krankenkassen

Private Zusatzversicherungen wie die Augenversicherung sind vor allem für Kinder sinnvoll. Denn der Beitrag ist für diese Zielgruppe vergleichsweise niedrig. Außerdem können sie im Erwachsenenalter den Vertrag übernehmen und so von einer günstigen Absicherung profitieren.

Darauf gilt es vor dem Abschluss einer Versicherung für die Augen zu achten

Erstattungsgrenzen

In der Regel sieht eine Brillenversicherung immer Erstattungsgrenzen vor. Diese sind meistens prozentual und zusätzlich durch einen maximalen Wert innerhalb eines bestimmten Zeitraums definiert. Beispielsweise 80 Prozent, maximal 200 Euro in zwei Kalenderjahren.

Doch nicht nur für Sehhilfen können Erstattungsgrenzen gelten. Die Augenversicherung kann auch für Laser-Behandlungen, Vorsorge und Co. Einschränkungen vorsehen. Bei Lasik gelten meist Erstattungsgrenzen pro Auge. Zusätzlich kann die Versicherung eine Leistungsstaffelung in den ersten Jahren vorsehen.

Ausschlüsse

Nicht jede Augenversicherung bezahlt die Laser-Behandlung, Kontaktlinsen oder Vorsorge. Sie kann sich auch rein auf die Kostenerstattung von Sehhilfen beschränken. Daher sollten Verbraucher vor Vertragsabschluss genau prüfen, welche Leistungen der Vertrag vorsieht und in welchen Bereichen Ausschlüsse bestehen.

Wartezeiten

Vor allem Versicherungen ohne Gesundheitsprüfungen sehen meist Wartezeiten vor. Diese können zwischen drei Monaten und einem Jahr betragen. Während dieser Zeit besteht kein Leistungsanspruch.

Gesundheitsprüfung

Wer nicht nur eine Brillenversicherung, sondern einen umfangreichen Tarif mit weiteren ambulanten Leistungen wünscht, muss häufig Gesundheitsfragen in Kauf nehmen. Dabei können Vorerkrankungen zu Risikozuschlägen, Ausschlüssen oder sogar einer Ablehnung führen. Allerdings sind diese Gesundheitsfragen immer zwingend ehrlich zu beantworten, da Falschangaben zu einer Ablehnung der Leistung und anschließender Kündigung des Vertrages durch den Versicherer führen können.

Arztrezepte, medizinische Notwendigkeit und Vorleistung der GKV

Es gibt einige Tarife, die nur unter bestimmten Voraussetzungen leisten. Beispielsweise nur dann, wenn ein Arztrezept vorliegt. Oder werden Sonnenbrillen mit Sehstärke nur übernommen, wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht. Auch kann der Vertrag die Klausel beinhalten, dass die volle Leistung nur bezahlt wird, wenn eine Vorleistung durch die GKV besteht. Einige Gesellschaften leisten auch nur dann, wenn sich das Sehvermögen der Kunden seit der letzten Brille verschlechtert hat.

Die beliebtesten Versicherer im Überblick

Allianz

Die Allianz bietet keine reine Augenversicherung. Stattdessen lässt sich die Brille nur in Kombination mit anderen Bausteinen mitversichern. Die ambulante Zusatzversicherung der Allianz beinhaltet eine Augenversicherung, die bis zu 300 Euro innerhalb von zwei Jahren für Sehhilfen leistet.

Barmenia

Bei der Barmenia lassen sich Brillen über die ambulante Zusatzversicherung absichern. Diese leistet bis zu 300 Euro für Sehhilfen in zwei Jahren.

Central

Die Central bietet die Krankenzusatzversicherung „Mein Plan“. Jeder Tarif sieht Leistungen für Sehhilfen vor. Allerdings sind beim Plan 1 Sehhilfen auf 100 Prozent unter Anrechnung einer eventuellen GKV-Vorleistung auf 300 Euro in zwei Kalenderjahren begrenzt. Bei Plan 2 gelten 200 Euro in zwei Jahren und der Plan 3 sieht 100 Euro in zwei Kalenderjahren vor.

Concordia

Bei der Concordia lässt sich der Versicherungsschutz flexibel zusammenstellen. Der Baustein „Sehen und Hören“ zahlt bis zu 250 Euro in zwei Kalenderjahren für Sehhilfen. Außerdem sind Sehschärfekorrekturen bis 750 Euro je Auge mitversichert.

Continentale

Die Continentale leistet für Sehhilfen im Rahmen der Zusatzversicherung „“CEK-Plus-U“.  neben Lasik-Operationen sind Brillen und Kontaktlinsen mit bis zu 200 Euro in zwei Kalenderjahren mitversichert.

DEVK

Die DEVK bietet einen eigenen Tarif für Sehhilfen. Es gibt den Komfort-Schutz, der bis 145 Euro im Kalenderjahr für Brillen und 50 Euro für Glaukomvorsorge leistet. Der Premium-Tarif sieht 195 Euro im Jahr für Brillen, 80 Euro für Glaucomvorsorge, 150 Euro alle zwei Jahre für Sonnenbrillen mit mindestens 0,5 Dioptrien und einen Auslandsschutz vor.

DKV

Bei der DKV können Verbraucher eine reine Brillenversicherung abschließen. Diese zahlt 80 Prozent, maximal 200 Euro alle zwei Jahre für Sehhilfen.

Hanse Merkur

Die Hanse Merkur bietet zusammen mit Fielmann eine Augenversicherung. Dieses leistet auch bei Bruch und Beschädigung der Brille. Allerdings stehen den Kunden nur bestimmte Modelle des Optikers zur Auswahl.

Nürnberger

Die Nürnberger bietet den Baustein „Sehen und Hören“. Dieser beinhaltet eine Brillenversicherung, die bis zu 300 Euro in 24 Monaten für Sehhilfen bezahlt.

Die Augenversicherung im Test

  • Stiftung Warentest hat die Augenversicherung der Ergo / Ergo Direkt zusammen mit Apollo unter die Lupe genommen. Diese zahlt alle zwei Jahre einen Zuschuss zur Brille. Noch mehr Erstattung gibt es, wenn die Kunden ihre Sehhilfe bei Apollo Optik beanspruchen. Zudem zahlt die Augenversicherung der Ergo einen Zuschuss zur Vorsorge, Krankenhaustagegeld bei stationären Behandlungen aufgrund der Augen und in den besseren Tarifen wird die Laser-Behandlung bezuschusst. Das Ergebnis von Stiftung Warentest ist allerdings ernüchternd: Verbraucher, denen es in erster Linie um Sehhilfen geht, sollen besser auf eine Brille sparen, da die Leistungen nur gering sind.

Quelle: Stiftung Warentest: Angebot von Ergo und Apollo überzeugt nicht

  • Fielmann bietet eine Augenversicherung zusammen mit der Hanse Merkur. Kunden können für 10 Euro im Jahr (Einstärkengläser) beziehungsweise 50 Euro jährlich (Mehrstärkengläser) eine Versicherung abschließen, die bei Bruch oder Beschädigung einen Ersatz leistet. Auch besteht Anspruch auf eine neue Brille, wenn sich die Sehstärke um 0,5 Dioptrien verändert. Allerdings können die Kunden nur bestimmte Brillen von Fielmann über die Augenversicherung beziehen. Wer ein anderes Modell wünscht, erhält lediglich einen Zuschuss von fünf Euro für die Fassung und 10 Euro für Einstärkengläser oder 65 Euro für Mehrstärkengläser. Das Fazit von Stiftung Warentest: Die Versicherung lohnt sich für Verbraucher, die häufig ihre Brille kaputt machen und keinen Wert darauflegen, bei der Wahl eines neuen Modelles eine große Auswahl zu haben.

Quelle: Stiftung Warentest: Der Nulltarif kostet 10 Euro

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