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Beginnen Sie fr√ľhzeitig mit einer Betrieblichen Altersvorsorge

Finanzielle Absicherung im Alter

Mehrere Formen der bAV stehen zur Auswahl

Die besten Altersvorsorgemodelle im Vergleich

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Das Wichtigste in K√ľrze

  • Der Arbeitgeber stellt seinen Arbeitnehmern die M√∂glichkeit zur Verf√ľgung, zus√§tzliches Einkommen f√ľr das Alter aufzubauen. Dazu ist er gesetzlich verpflichtet.
  • Bei der klassischen betrieblichen Altersvorsorge stellt der Arbeitgeber das Kapital f√ľr den Rentenaufbau allein bereit. √úblicher ist jedoch die Entgeltumwandlung, bei der die Versicherungsbeitr√§ge ganz oder teilweise aus dem Bruttoentgelt des Arbeitnehmers gezahlt werden.
  • F√ľr Neuvertr√§ge gilt: Seit dem 1. Januar 2019 muss sich der Arbeitgeber mit einem Zuschuss von 15 Prozent am Einkommensaufbau beteiligen.

Die Abk√ľrzung bAV steht sowohl f√ľr die betriebliche Altersversorgung als auch f√ľr die betriebliche Altersvorsorge.

W√§hrend die betriebliche Altersvorsorge nur die Absicherung der Eink√ľnfte f√ľr das Alter ‚Äď die Rentenzahlung ‚Äď darstellt, umfasst die betriebliche Altersversorgung dar√ľber hinaus auch Vorsorgema√ünahmen f√ľr eine Berufs- und Erwerbsunf√§higkeit und die Absicherung der Hinterbliebenen im Todesfall.

Wozu dient die betriebliche Altersvorsorge?

Mithilfe der betrieblichen Altersvorsorge k√∂nnen zus√§tzlich zur gesetzlichen Rentenversicherung und gegebenenfalls einer privaten Altersvorsorge Eink√ľnfte f√ľr die Zeit nach dem Erwerbsleben gesichert werden. So l√§sst sich die Einkommensl√ľcke im Alter reduzieren. Die betriebliche Altersvorsorge ist aufgrund von Steuervorteilen und Arbeitgeberbeteiligungen eine beliebte Form der Altersabsicherung. Laut einer Erhebung besparten im Jahr 2001 rund 13 Prozent aller Besch√§ftigten einen betrieblichen Altersvorsorgevertrag. Ende 2018 waren es bereits 18 Prozent der Arbeitnehmer.

Seit dem Jahr 2002 ist jeder Arbeitgeber verpflichtet, eine betriebliche Altersversorgung anzubieten. Das war nicht immer gleichbedeutend damit, dass er sich auch an den Beitragszahlungen beteiligen musste. Das Angebot, f√ľr den Arbeitnehmer einen Versicherungsvertrag abzuschlie√üen und daraus eine Beitragszahlung im Rahmen einer Entgeltumwandlung anzubieten, reichte aus. Erst seit dem 1. Januar 2019 muss sich jeder Arbeitgeber mit 15 Prozent des Beitrages am Aufbau einer bAV beteiligen.

Einen Rechtsanspruch auf bAV haben alle Arbeitnehmer in Voll- oder Teilzeit sowie Auszubildende. Minijobber (geringf√ľgig Besch√§ftigte auf 450-Euro-Basis) haben nur dann einen Rechtsanspruch auf eine bAV, wenn sie in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.

Formen der betrieblichen Altersvorsorge

Im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge k√∂nnen Arbeitnehmer einen Anspruch auf eine Zusatzrente ‚Äď die Betriebsrente ‚Äď erwerben. Die F√∂rderung erfolgt ganz oder teilweise durch den Arbeitgeber. Zus√§tzlich beteiligt sich der Staat in Form von Steuererm√§√üigungen und einer Reduzierung der Sozialversicherungsabgaben.

Die klassische betriebliche Altersvorsorge

Die klassische bAV ist rein arbeitgeberfinanziert. Der Arbeitgeber √ľbernimmt die Versicherungsbeitr√§ge in voller H√∂he allein. Unternehmen bieten mit der klassischen betrieblichen Altersvorsorge in der Regel Anreize f√ľr potenzielle Arbeitnehmer, oder sie versuchen, auf diesem Wege ihre Besch√§ftigten an den Arbeitgeber zu binden.

Die klassische bAV erfolgt in Form einer Direktzusage. Der Arbeitgeber bildet R√ľcklagen f√ľr die sp√§tere Rente seiner Belegschaft. Er kann das Geld auch in rentable Projekte investieren oder einen Teil der Beitr√§ge in eine sogenannte R√ľckdeckungsversicherung einzahlen.

Die Zusagen des Unternehmens k√∂nnen frei gestaltet werden. Die sp√§tere Rentenh√∂he wird zum Beispiel von der Zugeh√∂rigkeitsdauer zum Unternehmen abh√§ngig gemacht. Alternativ zahlt der Arbeitgeber einen bestimmten Beitrag auf ein Vorsorgekonto ein und bietet ‚Äď seit dem Inkrafttreten des Betriebsrentengesetzes nur noch auf freiwilliger Basis ‚Äď noch eine Garantieverzinsung an. Synonym f√ľr die Direktzusage oder direkte Pensionszusage werden die Begriffe Altersvorsorgekonto oder Vorsorgeplan verwendet. Die Direktzusage ist nicht allein auf die Rentenzahlung beschr√§nkt. Auch eine Absicherung von Kindern und Lebenspartnern ist m√∂glich.

In der Praxis ist vielen Arbeitnehmern das Modell der klassischen betrieblichen Altersvorsorge zu riskant. Sie f√ľrchten, in der Zukunft nicht f√ľr die zugesagten Rentenleistungen aufkommen zu k√∂nnen. Alternativ wird daher eher das Altersvorsorgemodell der Entgeltumwandlung angeboten.

Die Entgeltumwandlung

Arbeitgeber sind seit dem Jahr 2002 verpflichtet, eine betriebliche Altersvorsorge im Rahmen der Entgeltumwandlung anzubieten. Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber zur Entgeltumwandlung.

Durchf√ľhrungswege

Im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge k√∂nnen Arbeitnehmer einen Anspruch auf eine Zusatzrente ‚Äď die Betriebsrente ‚Äď erwerben. Die F√∂rderung erfolgt ganz oder teilweise durch den Arbeitgeber. Zus√§tzlich beteiligt sich der Staat in Form von Steuererm√§√üigungen und einer Reduzierung der Sozialversicherungsabgaben.

F√ľr die Durchf√ľhrung der betrieblichen Altersvorsorge stehen unterschiedliche Wege zur Auswahl. Je nach pers√∂nlicher Lebensplanung muss der Arbeitnehmer jeweils verschiedene Vor- und Nachteile dieser Form der Altersabsicherung gegeneinander abw√§gen. Die tats√§chliche Ausgestaltung der betrieblichen Altersversorgung wird vom Arbeitgeber bestimmt.

Jeder Arbeitnehmer in Deutschland hat einen Anspruch auf eine bAV. Diese gibt es in sechs Formen:

Versicherungsriese zeigt auf ein informatives Diagramm.

Direktversicherung

Hierbei handelt es sich um eine Versicherung, die der Arbeitgeber zu Gunsten des Arbeitnehmers bei einem Versicherungsunternehmen abschlie√üt. Er selbst tritt als Versicherungsnehmer auf. Mehr Informationen zur Direktversicherung finden Sie in unserem weiterf√ľhrenden Ratgeberartikel.

Pensionskasse

Eine Versicherung, die ausschlie√ülich Versorgungsleistungen f√ľr die Arbeitnehmer der angeschlossenen Unternehmen erbringt, wird als Pensionskasse bezeichnet. Der Arbeitnehmer und seine Hinterbliebenen haben einen Rechtsanspruch auf die k√ľnftigen Leistungen.

Pensionsfonds

Das Vorgehen der Pensionsfonds √§hnelt denen der Pensionskassen. Allerdings k√∂nnen sie die Beitr√§ge der Versicherungsnehmer st√§rker in Aktien oder Investmentfonds investieren. Das sorgt f√ľr eine h√∂here Rendite, bedeutet aber auch ein gr√∂√üeres Risiko f√ľr Arbeitgeber und Versicherte.

Direktzusage bzw. Pensionszusage

Im Rahmen von Direkt- oder Pensionszusagen garantiert der Arbeitgeber eine bestimmte Zahlung an den Arbeitnehmer und seine Hinterbliebenen. Die Zusagen sind gegen die Insolvenz des Arbeitgebers abgesichert. Der Arbeitgeber bedient sich dabei h√§ufig einer Unterst√ľtzungskasse als Instrument, um seine Zusage zu finanzieren.

Unterst√ľtzungskasse

Eine rechtlich selbstst√§ndige Einrichtung, die Unterst√ľtzungskasse, verwaltet das Geld aus der bAV treuh√§nderisch und legt es gewinnbringend an. Dies kann zum Beispiel im Rahmen einer Investition in Wertpapiere oder Immobilien erfolgen. Der Arbeitgeber kann bei der Anlageentscheidung mitbestimmen. Alternativ kann die Unterst√ľtzungskasse die Firmenbeitr√§ge analog einer Bank als Darlehen an das Unternehmen zur√ľckgeben. Die bAV √ľber eine Unterst√ľtzungskasse wird aufgrund der engen Beteiligung des Arbeitgebers zu den internen Durchf√ľhrungswegen gez√§hlt.

Sozialpartnermodell

Das Sozialpartnermodell als J√ľngstes Modell der bAV unterscheidet sich in vielen Punkten von den konventionellen Formen der Betriebsrente. Bei diesem Modell muss der Arbeitgeber keine bestimmte Rentenh√∂he garantieren. Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber zum Sozialpartnermodell.¬†

Alle Vorsorgeformen k√∂nnen steuerlich gef√∂rdert werden. F√ľr die Direktversicherung, die Versicherung √ľber eine Pensionskasse oder einen Pensionsfonds bietet der Staat zus√§tzlich die Riester-Zulage an.

Leistungen der betrieblichen Altersvorsorge

Die betriebliche Altersversorgung bietet ab Rentenbeginn eine feste, jährlich an die Lohnentwicklung angepasste monatliche Rentenleistung. Zusätzlich können Risiken wie Erwerbsunfähigkeit oder der Todesfall abgesichert werden. Eine staatliche Förderung dieser zusätzlichen Leistungen ist jedoch nicht immer in vollem Umfang möglich.

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Wechsel des Arbeitgebers ‚Äď worauf ist zu achten?

Häufige Vertragswechsel schmälern die Rendite

Nicht immer ist es m√∂glich, den Versicherungsvertrag eines Arbeitgebers bei einem neuen Unternehmer weiterzuf√ľhren. Oft schlie√üen Arbeitgeber die Direktversicherungsvertr√§ge f√ľr die gesamte Belegschaft bei einem Versicherer ab.

Individuelle Versicherungsvertr√§ge zu f√ľhren, stellt gerade in gro√üen Firmen einen erheblichen Verwaltungsaufwand dar. Der Arbeitnehmer wird sich daher bei einem Stellenwechsel neu versichern m√ľssen und den bestehenden Versicherungsvertrag beim alten Arbeitgeber ruhend stellen oder selbst fortf√ľhren.

Beim Abschluss einer neuen Rentenversicherung fallen jedoch erneut Abschlusskosten an, sodass sich die bAV f√ľr Menschen, die h√§ufig den Arbeitgeber wechseln, in der Regel nicht rentieren wird. Und auch wenn der Arbeitnehmer die M√∂glichkeit hat, den Vertrag bei seinem neuen Arbeitgeber weiterzuf√ľhren, nehmen die Versicherungsgesellschaften unter Umst√§nden Geb√ľhren f√ľr die √úbertragung. So k√∂nnen betriebliche Altersvorsorgevertr√§ge bei h√§ufigen Jobwechseln schnell unrentabel werden.

Das vom Versicherten angesparte Altersvorsorgeguthaben bleibt f√ľr den Versicherten auch bei einer K√ľndigung bestehen. Es verf√§llt bei einem Arbeitgeberwechsel nicht. Seit dem Jahr 2018 sind zus√§tzlich auch die Arbeitgeberbeitr√§ge gesichert. Die gesetzliche Voraussetzung hierf√ľr ist, dass der Arbeitnehmer mindestens drei Jahre im Unternehmen gearbeitet hat und mindestens 23 Jahre alt ist, wenn er den Arbeitsvertrag k√ľndigt. Arbeitgeber k√∂nnen von sich aus jedoch kulantere Regelungen anbieten.

Das Gesetz zur Portabilität

Versicherte haben einen Anspruch auf die √úbertragung der betrieblichen Altersvorsorge zu einem anderen Arbeitgeber, wenn diese √ľber einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder eine Direktversicherung durchgef√ľhrt worden ist und der √úbertragungswert die Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung (Stand 2019: 6.700 Euro pro Monat) nicht √ľbersteigt.

Das Portabilit√§tsgesetz soll sicherstellen, dass ein Arbeitnehmer sein Altersvorsorgemodell betriebsunabh√§ngig w√§hrend seines gesamten Berufslebens bedienen kann. Wer nach dem 1. Januar 2005 einen Direktversicherungsvertrag abgeschlossen, in eine Pensionskasse oder einen Pensionsfonds eingezahlt hat, hat aufgrund des Portabilit√§tsgesetzes ein Recht darauf, dass seine Altersvorsorgeanwartschaften in die Vorsorgeeinrichtung des neuen Arbeitgebers √ľberf√ľhrt werden.

Der Vorteil: Der Versicherte erh√§lt w√§hrend des Rentenalters seine Leistungen aus nur einem Vertrag. Allerdings hat auch der neue Arbeitgeber die M√∂glichkeit, den Durchf√ľhrungsweg zu bestimmen. So kann unter Umst√§nden der Leistungsumfang verringert werden. Es ist m√∂glich, dass weitere Versorgungsbestandteile, wie eine Hinterbliebenenversorgung oder eine Berufsunf√§higkeitsversicherung, k√ľnftig wegfallen.

Was passiert bei einer Insolvenz des Arbeitgebers?

Direktzusagen, die der Arbeitgeber im Zuge einer klassischen betrieblichen Altersvorsorge f√ľr den Arbeitnehmer getroffen haben, gehen auch bei einer Zahlungsunf√§higkeit des Unternehmens nicht verloren. Der Pensionssicherungsverein (PSV) √ľbernimmt als Auffangeinrichtung die Rentenzahlung. Der Verein wird aus den Beitr√§gen aller Unternehmen finanziert, die Rentenzusagen an ihre Arbeitnehmer gemacht haben.

Bei einer Direktversicherung gilt: Stellt der Arbeitgeber seine unternehmerische T√§tigkeit ein, steht der Lebensversicherer gegen√ľber dem Versicherten f√ľr die Zusagen aus der Lebens- oder Rentenversicherung in der Pflicht.

Versicherungsgesellschaften sind √ľber eine Auffanggesellschaft r√ľckversichert. Diese kommt in der Praxis f√ľr die Leistungen im Falle der Insolvenz des Versicherers auf. W√§re dies nicht der Fall, m√ľsste theoretisch der Arbeitgeber die Zusagen aus der betrieblichen Altersvorsorge erf√ľllen.

Was passiert beim Renteneintritt?

Alle Durchf√ľhrungswege der Entgeltumwandlung garantieren eine lebenslange Rentenzahlung ab einem vereinbarten Lebensalter des Versicherten. Das angesparte Kapital kann ‚Äď wenn vereinbart ‚Äď auch als einmalige Auszahlung zur Verf√ľgung gestellt werden.

Steuer- und sozialversicherungsrechtliche Konsequenzen

Neuverträge ab dem 1. Januar 2005

Die f√ľr nach dem 31.12.2004 abgeschlossenen Vertr√§ge geltende nachgelagerte Besteuerung von Kapitallebens- und Rentenversicherungen erm√∂glicht es Versicherungsnehmern, ihre Beitr√§ge aus dem Bruttoentgelt zu zahlen und dadurch ihre Steuer- und Sozialversicherungsabgaben zu mindern. Seit dem Jahr 2018 ist dies in einer H√∂he von bis zu acht Prozent von der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung m√∂glich. Die Beitr√§ge m√ľssen in der Steuererkl√§rung nicht gesondert ber√ľcksichtigt werden, da der Arbeitgeber sie direkt einbeh√§lt.

Im Rentenalter werden die Auszahlungsbeiträge mit dem persönlichen Steuersatz belastet. Dieser ist aufgrund der Steuerprogression in der Regel niedriger als während des Erwerbslebens, so dass de facto eine Steuerersparnis erzielt wird.

Kranken- und Pflegeversicherungsbeitr√§ge zahlen nur Rentner, deren Versorgungsbez√ľge insgesamt mehr als 155,75 Euro im Monat betragen (Stand: 2019). Die Versorgungsbez√ľge umfassen neben den Hinterbliebenenrenten und Renten aus einer verminderten Erwerbsf√§higkeit und Ruhegehaltsbez√ľge aus einer Beamtenversorgung.

Beispiel: Rentner die eine monatliche Zahlung aus der betrieblichen Altersvorsorge in H√∂he von 200 Euro erhalten, zahlen bei einem vollen Beitragssatz von rund 15 Prozent f√ľr die Krankenversicherung und 2,55 Prozent f√ľr die Pflegeversicherung Sozialversicherungsabgaben in H√∂he von 35,10 Euro. Ein Rentner, der nur 140 Euro Rente erh√§lt, zahlt keine Abgaben an die Sozialversicherung.

Altverträge bis zum 31. Dezember 2004

Verträge, die vor dem Jahr 2005 abgeschlossen werden, unterliegen nicht der nachgelagerten Besteuerung. Die Arbeitnehmer zahlen pauschal 20 Prozent Steuern und den gesetzlichen Solidaritätsbeitrag auf die monatlichen Versicherungsbeiträge. Im Rentenalter wird der Auszahlungsbetrag nur zu einem Teil versteuert.

Wichtig: Nach § 22 Nr. 5 EStG (Einkommenssteuergesetz) wird nur der Ertragsanteil der Einnahmen aus einer kapitalbildenden Lebensversicherung oder Rentenversicherung versteuert. Dieser hängt davon ab, in welchem Alter des Versicherten die Rentenzahlung beginnt.

Beispiel: Ein Versicherter, dessen Rentenleistung ab dem 62. Lebensjahr ausbezahlt wird, versteuert 21 Prozent der Einnahmen. Geht er erst mit 67 Jahren in Rente, zahlt er Steuern auf 17 Prozent seiner Renteneinnahmen.

√úbersicht √ľber die Staffelung des Ertragsanteils in Abh√§ngigkeit vom Renteneintrittsalter

Rentenbeginn in Lebensjahren Ertragsanteil in Prozent
60-61 22
62 21
63 20
64 19
65-66 18
67 17
68 16
69-70 15

BMF Amtliches Einkommensteuer-Handbuch | Quelle: bmf-esth.de

Eine Befreiung der Beitr√§ge zur betrieblichen Altersvorsorge von Sozialversicherungsabgaben erfolgt nicht bei Vertr√§gen, die vor dem 1. Januar 2005 abgeschlossen wurden. Dennoch m√ľssen Sparer mit Altvertr√§gen auch f√ľr die Renteneinnahmen den vollen Sozialversicherungsbeitrag f√ľr die Kranken- und Pflegeversicherung leisten. Nur Renteneinnahmen bis zu 1.754 Euro im Jahr (Stand: 2019) sind von der Sozialversicherungspflicht befreit. Diese ‚ÄěDoppelverbeitragung‚Äú ist problematisch.

Lässt sich ein Versicherter die gesamte Versicherungsleistung zum Rentenbeginn in einem Betrag auszahlen, muss er die darauf entfallenden Sozialversicherungsbeiträge innerhalb eines Zeitraums von zehn Jahren leisten. Ergibt der Auszahlungsbetrag geteilt durch 120 weniger als 152,50 Euro, so fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an.

Nach einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom September 2010 gilt eine reduzierte Beitragspflicht f√ľr all jene, die den Direktversicherungsvertrag ab einem bestimmten Zeitpunkt privat weitergef√ľhrt haben (BvR 1660/08). Danach entfallen keine Sozialversicherungsbeitr√§ge auf den Teil der Betriebsrente, der aus privaten Mitteln finanziert wurde. Die Aufschl√ľsselung wird von der Versicherungsgesellschaft bereitgestellt.

Menschen, die privat krankenversichert sind, sparen während der Einzahlungsphase zwar keine Krankenkassenbeiträge. Im Rentenalter wird jedoch auch kein Beitrag auf die Versicherungsleistung erhoben.

Die betriebliche Altersvorsorge und die Grundsicherung

Bislang wurde die Betriebsrente in voller H√∂he auf die Grundsicherung angerechnet. Das bedeutete, dass Rentner, die auf die Unterst√ľtzung vom Staat angewiesen waren, ihre bAV w√§hrend dieser Zeit praktisch verloren. Das Betriebsrentengesetz stellt nun sicher, dass Sparer mindestens 100 Euro plus 30 Prozent des √ľbersteigenden Betrages behalten d√ľrfen. Der anrechnungsfreie Betrag ist jedoch auf 200 Euro begrenzt.

Vorteile einer bAV im √úberblick

Steigerung der Rentabilität des Altersvorsorgevertrags

Die Zusch√ľsse des Arbeitgebers erh√∂hen die Rentabilit√§t des Altersvorsorgevertrages f√ľr den Versicherten. Unter diesen Umst√§nden ist eine bAV gegen√ľber einer privaten Lebens- oder Rentenversicherung die bessere Alternative.

BAV kann aus Bruttoentgeld gezahlt werden

Die bAV kann aus dem Bruttoentgelt gezahlt werden. So ergeben sich Steuervorteile und eine Minderung der Sozialabgabenlast. Auf diese Weise wirkt der Staat am Aufbau der Alterseink√ľnfte mit.

Wichtig: Dies gilt aufgrund der nachgelagerten Besteuerung nur f√ľr Renten- und Kapitallebensversicherungsvertr√§ge, die im Jahr 2005 oder sp√§ter abgeschlossen werden. Auch wenn die sp√§teren Rentenzahlungen mit Sozialversicherungsabgaben und der Einkommenssteuer belastet werden, ergeben sich in der Regel finanzielle Vorteile f√ľr den Versicherten. Das liegt daran, dass die Abgabenbelastung im Rentenalter in der Regel geringer ausf√§llt, als dies im Laufe des Erwerbslebens der Fall ist.

Zusätzliche Förderung per Riester-Zulage

Betriebliche Altersvorsorgeverträge, die eine Zahlung aus dem Nettoentgelt vorsehen, können per Riester-Zulage ebenfalls vom Staat gefördert werden.

Absicherung f√ľr den Fall der Erwerbsunf√§higkeit

Die bAV umfasst nicht nur einen Kapitalaufbau f√ľr das Alter. Auch eine Absicherung f√ľr den Fall der Erwerbsunf√§higkeit kann vereinbart werden.

Wichtig: Die Risikoabsicherung gegen Erwerbsminderung erfolgt im Rahmen der Entgeltumwandlung oft ohne Gesundheitspr√ľfung. Dies ist besonders attraktiv f√ľr Versicherte, die aufgrund von Vorerkrankungen keine M√∂glichkeit haben, eine Berufsunf√§higkeitsversicherung auf dem freien Markt abzuschlie√üen.

Hinterbliebenenschutz

Im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung kann auch eine Absicherung f√ľr die Hinterbliebenen vereinbart werden.

Zu den versicherbaren Angehörigen zählen:

  • der Ehegatte
  • der Partner in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft
  • der Lebenspartner einer nicht eingetragenen Lebenspartnerschaft, wenn er namentlich benannt wurde
  • Kinder, die einen Anspruch auf Kindergeld begr√ľnden
  • kindergeldberechtigte Enkelkinder im Haushalt bis zu einem bestimmten Alter
  • Stief- und Pflegekinder, ebenfalls bis zu einer bestimmten Altersgrenze

BAV-Anspr√ľche werden nicht auf Hartz IV angerechnet

Anspr√ľche aus einer betrieblichen Altersversorgung werden nicht auf das Arbeitslosengeld II (Hartz IV) angerechnet, soweit diese aus den Zahlungen des Arbeitnehmers resultieren.

Arbeitnehmerbeitr√§ge verfallen bei K√ľndigung nicht

Bei einer K√ľndigung oder einem Wechsel zu einem anderen Arbeitgeber verfallen die Arbeitnehmerbeitr√§ge ‚Äď und unter bestimmten Umst√§nden auch die Arbeitgeberbeitr√§ge ‚Äď nicht.

Anpassung der Beitragshöhe an Einkommenssituation

Während einer Krankheit oder der Elternzeit können die Beiträge weitergezahlt, gemindert oder die Versicherung ruhend gestellt werden.

Arbeitgeber k√ľmmert sich um alles

Der Arbeitgeber k√ľmmert sich um Vertr√§ge und Beitragszahlungen. Der Arbeitnehmer hat keinen Aufwand.

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Nachteile einer bAV im √úberblick

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Lange Laufzeiten

Wie alle Altersabsicherungen ist auch die bAV auf eine langfristige und kontinuierliche Beitragszahlung angelegt. Wer in der Zukunft häufige Arbeitgeberwechsel oder eine Selbstständigkeit plant, ist mit alternativen Altersvorsorgemodellen unter Umständen besser abgesichert.

Hohe Provisionszahlungen

Aufgrund der langen Laufzeiten von Lebens- und Rentenversicherungen fallen in der Regel hohe Provisionszahlungen an. Häufige Wechsel der Vorsorgeverträge vernichten dadurch das angesparte Kapital.

Geringe Flexibilität

Vertr√§ge zur bAV k√∂nnen schwer, und dann auch nur √ľber den Arbeitgeber, ver√§ndert oder ruhend gestellt werden. Eine √úbertragung des Vertrages ist unter Umst√§nden auch mit Geb√ľhrenzahlungen verbunden und sollte daher gut √ľberlegt sein.

Niedrige Renditen

Auch die Geb√ľhren und Verwaltungskosten f√ľr eine Versicherungspolice schm√§lern die Rendite aus den Beitragszahlungen. Die Gruppentarife der Direktversicherer sind jedoch in der Regel g√ľnstiger als individuell abgeschlossene Versicherungsvertr√§ge. Zudem wird aufgrund des niedrigen Garantiezinssatzes Kapitallebens- und Rentenversicherung ohne Bezuschussung durch den Arbeitgeber kaum Verm√∂gen aufgebaut.

Lohnenswert nur bei langer Lebensdauer

Je nach Ausgestaltung des Altersvorsorgevertrages kann es sein, dass sich die eingezahlten Beitr√§ge erst nach einer langen Auszahlungsphase ‚Äď also im hohen Alter ‚Äď rentieren. Das h√§ngt auch ma√ügeblich davon ab, in welchem Umfang sich der Arbeitgeber an den Vorsorgebeitr√§gen beteiligt. Die klassische bAV stellt die lukrativste Form der betrieblichen Altersvorsorge dar. Wird √ľber die betriebliche Altersversorgung auch eine Hinterbliebenenabsicherung und/oder eine Absicherung bei Erwerbsunf√§higkeit vereinbart, flie√üt zus√§tzlich ein Teil der Vorsorgebeitr√§ge in die Risikoabsicherung, steht also f√ľr einen Kapitalaufbau nicht mehr zur Verf√ľgung.

Beispiel: Flie√üen √ľber 30 Jahre monatlich 100 Euro in eine klassische Rentenversicherung, so betr√§gt das angesparte Kapital beim Renteneintritt inklusive Verzinsung garantiert etwa 39.000 Euro. Daraus ergeben sich je nach Ausgestaltung des Versicherungsvertrages rund 120 Euro monatlicher Rentenzahlung. Beteiligte sich der Arbeitgeber zu 15 Prozent, so amortisieren sich die eingezahlten Beitr√§ge des Arbeitnehmers nach rund 24 Jahren, das hei√üt in einem Alter von 86 Jahren. Sozialabgaben und Steuerzahlungen sind bei der Berechnung nicht ber√ľcksichtigt.

Steuer- und Sozialabgaben in voller Höhe bei Neuverträgen

Bei Neuverträgen ab 2005 sind auf die Rente in voller Höhe Steuer- und Sozialabgaben zu leisten.

Auch wenn der Arbeitnehmer eine einmalige Kapitalauszahlung vereinbart hat: Es sind stets Steuer- und Sozialabgaben auf die Leistung zu entrichten. Das macht sich besonders beim Krankenkassenbeitrag bemerkbar. Während der Arbeitnehmer während der Einzahlungsphase nur den halben Krankenkassenbeitrag (das heißt nur den Arbeitnehmeranteil) einspart, muss er während der Auszahlungsphase den vollen Beitrag zur Krankenversicherung auf die Rentenleistung zahlen.

Hinweis: Da die Rentenleistung jedoch in der Regel deutlich niedriger ist als das Bruttogehalt, ergibt sich dennoch zumeist ein geringerer Zahlbetrag. Wer von einer Kapitalauszahlung Gebrauch macht, muss die Sozialabgaben nicht auf einen Schlag bezahlen. Er kann diese im Laufe von zehn Jahren entrichten.

Wenig Einfluss auf die Vertragsgestaltung

Da der Altersvorsorgevertrag vom Arbeitgeber abgeschlossen wird, hat der Arbeitnehmer kaum die M√∂glichkeit, alle Vertragskonditionen einzusehen, geschweige denn, darauf Einfluss zu nehmen. Die Versicherungsgesellschaft ist nicht zur Auskunft gegen√ľber dem Arbeitnehmer verpflichtet.

Geld ist fest angelegt

Eine vorzeitige Entnahme des Ersparten, zum Beispiel zur Finanzierung einer Immobilie oder bei unvorhergesehenen Ausgaben, ist nicht möglich.

Wann lohnt sich eine betriebliche Altersvorsorge?

Die klassische betriebliche Altersversorgung, die der Arbeitgeber allein finanziert, lohnt sich in jedem Fall. Es handelt sich um geschenktes Geld. Wird die betriebliche Altersversorgung jedoch im Rahmen einer Entgeltumwandlung durchgef√ľhrt, ist die Vertragsgestaltung entscheidend. Hier lohnt sich die betriebliche Altersvorsorge dann, wenn die Erleichterungen bei Steuern und Sozialabgaben in der Sparphase die Abgaben in der Rentenphase √ľbersteigen. Dar√ľber hinaus muss die Lebenserwartung so hoch sein, dass sich die eingezahlten Beitr√§ge inklusive Zinsen im Laufe der Rentenzahlungsdauer rentieren.

Die Beiträge sollten sich spätestens mit dem 85. Lebensjahr amortisiert haben.

F√ľr Versicherte, die aufgrund von Vorerkrankungen nur schwer eine private Berufsunf√§higkeitsversicherung abschlie√üen k√∂nnen, ist eine Risikoabsicherung gegen Erwerbsunf√§higkeit im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung ausgesprochen wertvoll.

Wichtig: Vor dem Abschluss einer betrieblichen Altersvorsorge sollten immer Angebote f√ľr eine private Rentenversicherung oder eine staatlich gef√∂rderte Riester-Rente eingeholt und anhand der garantierten Rentenzahlung verglichen werden. ¬†Unabh√§ngige Beratungen zur betrieblichen Altersvorsorge werden zum Beispiel von der Deutschen Rentenversicherung oder der Verbraucherzentrale angeboten.

Wann sollte man sich Alternativen zur bAV √ľberlegen?

Die bAV lohnt sich nur bei einer guten Verzinsung des Versicherungsvertrages und einem hohen Zuschuss durch den Arbeitgeber. Anderenfalls √ľbersteigt die Dauer bis zur Amortisation der eingezahlten Beitr√§ge vermutlich die voraussichtliche Lebensdauer des Arbeitnehmers.

Hinweis: √úberwiegen individuell die Nachteile der betrieblichen Altersvorsorge, sollte man dennoch nicht g√§nzlich auf eine Zusatzrente verzichten. Die private Altersvorsorge bietet attraktive Alternativen f√ľr Arbeitnehmer. Denkbar ist zum Beispiel eine Variante der Riester-Rente oder eine flexible Geldanlage in Form eines ETF-Sparplans.¬†¬†

FAQ - Häufig gestellte Fragen

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