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Die Direktversicherung
Ein Modell der bAV

Beliebteste Form der betrieblichen Altersvorsorge

Vor- und Nachteile im √úberblick

Modell der bAV mit g√ľnstigen Konditionen

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Fakten auf einen Blick

  • Die Direktversicherung ist eine Form der betrieblichen Altersvorsorge, die vom Unternehmen abgeschlossen wird.
  • Arbeitnehmer sparen bei einer Beteiligung durch die Entgeltumwandlung Steuern und Sozialabgaben.
  • Bei der Auszahlung der Direktversicherung f√§llt f√ľr gesetzlich Versicherte der Krankenkassenbeitrag an.

Was ist eine Direktversicherung?

Die Direktversicherung stellt einen der beliebtesten Durchf√ľhrungswege f√ľr die betriebliche Altersvorsorge dar. Meist handelt es sich um eine klassische oder eine fondsgebundene Lebensversicherung oder Rentenversicherung.

Wichtig: Die Direktversicherung kann nur f√ľr eine hauptberufliche T√§tigkeit abgeschlossen werden.

Die Versicherungsgesellschaften bieten diese Altersvorsorgevertr√§ge zu vergleichsweise g√ľnstigen Konditionen an. Eine Mindestverzinsung und eine Mindestrentenh√∂he sind bei der klassischen Lebensversicherung oder Rentenversicherung in der Regel garantiert. Eine Alternative stellen fondsgebundene Direktversicherungen dar, bei denen die Beitr√§ge in Aktien- oder Immobilienfonds angelegt werden. Hierdurch sind auf der einen Seite h√∂here Renditechancen gegeben. Andererseits stehen die Versicherungsnehmer vor einem gr√∂√üeren Risiko. Einen Garantiezins gibt es nicht. Fondsgebundene Direktversicherungen lohnen sich vor allem bei langer Laufzeit.

Die Direktversicherung kann sich auf die Altersvorsorge beschr√§nken. Es k√∂nnen aber auch Risikoabsicherungen und eine Hinterbliebenenversorgung vereinbart werden. Die Direktversicherung als Durchf√ľhrungsweg der betrieblichen Altersversorgung wird h√§ufig von kleinen und mittleren Unternehmen gew√§hlt. Ihre Beliebtheit beruht vor allem auf dem geringen Aufwand f√ľr den Arbeitgeber.

Der Bund der Versicherten r√§t, die Rendite der betrieblichen Altersvorsorge nicht durch eine zus√§tzliche Risikoabsicherung dr√ľcken zu lassen. Er empfiehlt stattdessen eine Absicherung gegen Erwerbsunf√§higkeit und eine Hinterbliebenenabsicherung f√ľr den Todesfall in Form einer privaten Risikolebensversicherung und einer Berufsunf√§higkeitsversicherung.*

*Quelle: Bund der Versicherten e. V., Infoblatt, Stand 25.02.2019

Der Direktversicherungsvertrag wird vom Arbeitnehmer im Normalfall aus dem Bruttogehalt bespart, wodurch sich f√ľr den Arbeitnehmer und den Arbeitgeber finanzielle Vorteile ergeben.

Hinweis: Die Zahlung des Versicherungsbeitrages aus dem Bruttoentgelt ist f√ľr eine Direktversicherung nicht zwingend vorgeschrieben. Die Altersvorsorge kann auch √ľber eine Nettoentgeltumwandlung angespart werden. Um dennoch in den Genuss einer staatlichen Beteiligung zu kommen, kommt in diesen F√§llen eine Riester-F√∂rderung infrage.

Vorteile und Nachteile

Vermögenssicherung im Alter

Die gesetzliche Rente ist nicht ausreichend, um die Lebenshaltungskosten im Alter zu decken. Mit einer Direktversicherung sorgen Verbraucher finanziell f√ľr ihre Zukunft vor.

Bezuschussung durch Arbeitgeber

Viele Arbeitgeber beteiligen sich an den der Altersvorsorge ihrer Mitarbeiter. Durch den höheren Beitrag steigt auch die Rendite.

Garantierte Leistungen

Sowohl eine fondsgebundene als auch eine verzinste Direktversicherung garantieren eine Mindestleistung. Diese erhalten die Versicherten unabhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung.

Zusatzabsicherungen möglich

Eine Direktversicherung kann mit Zusatzprodukten wie einer Berufsunfähigkeitsabsicherung kombiniert werden.

Höhere Rendite durch Gruppenverträge

Schließt der Arbeitgeber mehrere Verträge ab, erhält er in der Regel eine höhere Rendite. Davon profitiere die Angestellten, da sie eine bessere Leistung erwarten können.

Krankenversicherungsbeiträge bei Auszahlung der Direktversicherung

Gesetzlich Versicherte m√ľssen auf die Leistungen der Direktversicherung Kranken- und Pflegeversicherungsbeitr√§ge bezahlen.

Wenig Rendite bei verzinsten Produkten

Verzinste Lebens- und Rentenversicherungen bringen aufgrund des Niedrigzinses kaum Rendite. Abz√ľglich der Abschluss- und Verwaltungskosten sind die Leistungen der Direktversicherung sehr gering.

Hohes Risiko bei Fondsprodukten

Fondgebundene Lebens- und Rentenversicherungen können deutlich mehr Rendite erwirtschaften als verzinste Produkte. Allerdings bergen diese auch höhere Risiken, sodass die Garantiewerte geringer ausfallen.

Keine Anbieterwahl f√ľr Mitarbeiter

Der Arbeitgeber bestimmt den Anbieter f√ľr eine betriebliche Altersvorsorge. Daher k√∂nnen Angestellte nicht selbst entscheiden, bei welcher Gesellschaft sie den Vertrag abschlie√üen.

Finanzielle Verluste bei Arbeitsplatzwechsel

Wechseln die Mitarbeiter den Arbeitgeber, k√∂nnen sie das bestehende Guthaben in einen neuen Vertrag √ľbertragen. Allerdings entstehen dadurch finanzielle Nachteile, mitunter durch neue Abschlusskosten.

Versteuerung der Eink√ľnfte

Verbraucher m√ľssen die Eink√ľnfte aus Altersvorsorgevertr√§gen bis 2040 in voller H√∂he versteuern.

Bei einer Direktversicherung findet eine Entgeltumwandlung statt, wenn sich die Mitarbeiter an den Kosten beteiligen. Sie wenden einen Teil ihres Bruttogehalts auf, um dieses in die bAV zu investieren. Dadurch senken sich die Sozialabgaben und Steuern. Dementsprechend f√§llt die Belastung netto geringer aus. Dies hat allerdings den Nachteil, dass sich auch der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung reduziert. Daher sinken auch die Anspr√ľche an die Rentenkasse des Gesetzgebers. ¬†

Wie funktioniert eine Direktversicherung?

Bei einer Direktversicherung schlie√üen die Arbeitgeber f√ľr ihre Mitarbeiter Vertr√§ge ab. Grunds√§tzlich entscheidet das Unternehmen, bei welchem Anbieter die Absicherung geschlossen wird. Dennoch k√∂nnen die Angestellten Gesellschaften vorschlagen und W√ľnsche √§u√üern. Doch inwiefern diese Ber√ľcksichtigung finden, ist vom Betrieb abh√§ngig. Denn einige Unternehmen sind bereits an feste Anbieter verbunden, da diese Gruppenvertr√§ge mit guten Konditionen bereithalten.

Bei der Direktversicherung kann es sich um eine Rente oder eine Kapitalleistung handeln. In allen Fällen zahlt der Arbeitgeber monatlich den vereinbarten Beitrag ein. Unabhängig davon, ob die Absicherung arbeitgeber- oder arbeitnehmerfinanziert ist.

Bei klassischen Produkten verzinst das Unternehmen den Anteil der Beitr√§ge, der nach Abzug von Verwaltungs- und Abschlusskosten √ľbrig bleibt. Bei fondsgebundenen Vertr√§gen investiert der Anlageverwalter das Kapital in Aktien und Anleihen an der B√∂rse. Die Leistung aus der Direktversicherung ist im Endeffekt von der Entwicklung an der B√∂rse oder den √úbersch√ľssen bei einer Verzinsung abh√§ngig.

Wer bezahlt die Direktversicherung?

Die Beiträge zur Direktversicherung können alleine vom Arbeitgeber, nur vom Arbeitnehmer oder von beiden bezahlt werden. Letzteres bedeutet, dass die Mitarbeiter einen Teil ihres Gehalts beisteuern und vom Unternehmen eine Zulage erhalten. Heutzutage beteiligen sich die meisten Betriebe an der Altersvorsorge ihrer Mitarbeiter. Denn die Unternehmen haben nicht nur steuerliche Vorteile dadurch. Auch gestalten sie ihre Arbeitsplätze lukrativer. Dementsprechend stellt eine Arbeitgeberbeteiligung zur Direktversicherung auch ein Werkzeug zur Mitarbeiterbindung dar.

Zum 01.01.2018 verabschiedete der Staat das neue Betriebsrentenst√§rkungsgesetz. Demzufolge m√ľssen sich Unternehmer, die durch eine Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeitr√§ge sparen, finanziell an der Altersvorsorge ihrer Angestellten beteiligen. Damit haben die Mitarbeiter unter bestimmten Voraussetzungen rechtlichen Anspruch auf eine Arbeitgeberbeteiligung. Die Unternehmen m√ľssen pauschal 15 Prozent des Umwandlungsbetrages zur Direktversicherung beisteuern.

F√ľr wen ist eine Direktversicherung sinnvoll?

Die betriebliche Altersvorsorge ist in den meisten F√§llen sinnvoll. Denn die Statistik zeigt, dass ein Gro√üteil aller Regelaltersrenten unter 800 Euro im Monat betr√§gt. Ein Betrag, der nur wenigen Menschen ausreicht, um ihre Lebenshaltungskosten zu decken. Denn sp√§testens, wenn zus√§tzlich noch Miete oder eine Kreditrate zu bezahlen ist, bleibt von einer Rente unter 800 Euro nur wenig √ľbrig. Daher ist es f√ľr jeden Verbraucher wichtig, zus√§tzlich zur gesetzlichen Rentenversicherung f√ľr das Alter vorzusorgen.

Durchschnittliche Rentenhöhen bei der Direktversicherung
Daten der alten Bundesländer zum Jahresende von 2014
Quellen: Deutsche Rentenversicherung Bund (2015b) Bundeszentrale f√ľr politische Bildung, 2016, www.bpb.de

Allerdings bedeutet dies nicht, dass eine Direktversicherung f√ľr jede Person sinnvoll ist. Es ist durchaus notwendig, die Versorgungsl√ľcke im Alter zu schlie√üen. Jedoch k√∂nnen daf√ľr auch andere Rentenprodukte wie die Riester-Rente in Betracht gezogen werden. Denn die bAV ist nicht grundlegend f√ľr jede Person zu empfehlen.

Nachteilig bei einer betrieblichen Altersvorsorge ist, dass die Leistungen durch Steuern und Sozialabgaben gemindert werden. Also m√ľssen Verbraucher bei einer Direktversicherung ber√ľcksichtigen, dass sie bei Auszahlung mitunter den Beitrag zur Krankenversicherung entrichten m√ľssen. Zus√§tzlich zu den Steuern, mindert sich dadurch die Rente erheblich. Davon ausgenommen sind jedoch Privatversicherte. Diese m√ľssen keine Beitr√§ge auf die Leistungen bezahlen. Daher lohnt sich die betriebliche Altersvorsorge fast immer f√ľr Verbraucher, die privat krankenversichert sind.

Der Verbraucherschutz weist darauf hin, dass die bAV meist nur sinnvoll ist, wenn sich die Arbeitgeber an den Beiträgen beteiligen. Denn dadurch lassen sich die niedrigeren Leistungen der gesetzlichen Altersrente kompensieren.

Quelle: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/geld-versicherungen/altersvorsorge/bav-altersvorsorge-ueber-den-betrieb-7675

Alternativen zur Direktversicherung pr√ľfen

Versicherungsgesellschaften bieten viele verschiedene M√∂glichkeiten, finanziell f√ľr das Alter vorzusorgen. Beispielsweise gibt es die staatliche gef√∂rderte Riester-Rente oder die Basisrente. Auch eine klassische verzinste oder fondsgebundene Rente kann in Betracht gezogen werden. Daher sollten Verbraucher immer verschiedene Produkte und Tarife vergleichen. Denn nur so k√∂nnen sie eine Altersvorsorge ausw√§hlen, die ihrem Bedarf entspricht.

Welche Abz√ľge sind bei Auszahlung der Direktversicherung zu ber√ľcksichtigen?

Die Direktversicherung wirft meist die Frage auf, was bleibt √ľbrig. Denn wie wird eine Direktversicherung bei Auszahlung besteuert und welche Abz√ľge fallen an, ist vielen Verbrauchern nicht bewusst. Grunds√§tzlich ist wichtig zu wissen, dass momentan ein steuerfreier Freibetrag zur Grundsicherung gilt. Allerdings wird dieser vom Staat gestaffelt gesenkt. Sodass bis 2040 alle Einnahmen zu versteuern sind. √úber den jeweiligen Freibetrag des Bezugsjahres k√∂nnen sich Verbraucher bei der Deutschen Rentenversicherung oder dem Finanzamt informieren.

  • Steuern: Die Besteuerung der Direktversicherung bei Auszahlung erfolgt mit dem pers√∂nlichen Steuersatz. Bei einer Kapitalauszahlung ist der gesamte Betrag zu versteuern.
  • Sozialabgaben: Bei der Auszahlung der Direktversicherung m√ľssen die Empf√§nger den gesetzlichen Pflege-und Krankenkassenbeitrag bezahlen. F√ľr Privatversicherte entf√§llt diese Regelung. Der Krankenkassenbeitrag bei einer Direktversicherung l√§sst sich nur durch eine niedrige Rente umgehen. Denn von der Abgabenpflicht ausgenommen sind kleine Betriebsrenten, deren Leistungen maximal 1/20 der monatlichen Bezugsgr√∂√üe entsprechen.

Besteuerung der Auszahlung bei einer Direktversicherung vor 2005

Wer einen Altvertrag der Direktversicherung besitzt, ist von diesen Regelungen bei Auszahlung ausgeschlossen. Dies betrifft Vertr√§ge, die im Jahr 2004 und fr√ľher geschlossen wurden. Bei diesen Direktversicherungen ist lediglich der Ertragsanteil zu versteuern. Allerdings muss die Krankenversicherung auch bei einem Altvertrag der Direktversicherung entrichtet werden.

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