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Das Wichtigste in K├╝rze

  • Die soziale Pflegeversicherung stellt in Deutschland eine Pflichtversicherung dar und geh├Ârt zu den Sozialversicherungen.
  • 2019 betr├Ągt der Beitrag f├╝r die gesetzliche Pflegeversicherung 3,05 Prozent - 3,3 Prozent f├╝r Kinderlose ├╝ber 23 Jahren.
  • Die Leistungen der Pflegekassen sind nicht ausreichend, es bestehen gro├če Versorgungsl├╝cken.

Was ist die gesetzliche Pflegeversicherung?

Pflegebed├╝rftigkeit ist nicht nur ein Problem, das Menschen mit einem hohen Alter betrifft. Ein Unfall oder eine schwere Erkrankung k├Ânnen dazu f├╝hren, dass auch junge Menschen sich nicht mehr uneingeschr├Ąnkt selbst versorgen k├Ânnen. Denn wer f├╝r mindestens sechs Monate Hilfe im allt├Ąglichen Leben ben├Âtigt, gilt als pflegebed├╝rftig.

Pflegebed├╝rftigkeit bedeutet, Unterst├╝tzung bei grundlegenden Dingen zu ben├Âtigen. Dabei kann es sich um die K├Ârperpflege oder die Nahrungsaufnahme handeln. Auch Hilfe im Haushalt, beim Einkaufen oder bei der Wahrnehmung von (Arzt-)Terminen ist im Bereich der Pflege m├Âglich.

Pflegebed├╝rftigkeit l├Ąsst sich in verschiedene Stufen einordnen. Manche Betroffene ben├Âtigen nur wenig Hilfe, beispielsweise beim Einkaufen. Andere wiederum m├╝ssen rund um die Uhr ├╝berwacht und versorgt werden. Die Hilfe kann von Angeh├Ârigen oder Pflegediensten kommen. Doch so oder so ist eine Pflege immer mit hohen finanziellen Kosten verbunden.

Finanzielle Absicherung im Falle von Pflegebed├╝rftigkeit

Die gesetzliche oder auch soziale Pflegeversicherung stellt eine der f├╝nf S├Ąulen der deutschen Sozialversicherung dar. Sie soll Pflegebed├╝rftige vor finanziellen Schwierigkeiten sch├╝tzen. Abh├Ąngig vom Pflegegrad zahlt die Versicherung f├╝r bestimmte Leistungen, die mit der Pflege verbunden sind. Au├čerdem soll sie Betroffenen ein m├Âglichst selbstbestimmtes Leben erm├Âglichen. Sie k├Ânnen selbst entscheiden, wer sie pflegt und in welchem Umfang.

Warum wurde die gesetzliche Pflegeversicherung eingef├╝hrt?

Von den 60ern bis zu den 80er Jahren erlebte die Medizin einen Aufschwung. Innovative Behandlungsmethoden und moderne Forschungslabore erm├Âglichten es, zunehmend mehr Krankheiten zu heilen. Mit der Entwicklung der modernen Medizin stieg auch die Lebenserwartung der Menschen. Um bei einer notwendigen Langzeitpflege jedoch die Kosten tragen zu k├Ânnen, mussten immer mehr Betroffene Sozialhilfeleistungen beantragen.

Lebenserwartung als ├ťbersicht zur Entscheidung f├╝r gesetzliche Pflegeversicherung
Entwicklung der Lebenserwartung f├╝r derjenigen Menschen, die bereits das 60. Lebensjahr vollendet haben.
Quellen: Statistisches Bundesamt: 10., 11. und 12. koordinierte Bev├Âlkerungsvorausberechnung; Bundeszentrale f├╝r politische Bildung, 2012, www.bpb.de

Die Pflegeversicherung wurde unter anderem eingef├╝hrt, um die Sozialhilfetr├Ąger zu entlasten. Es gab zunehmend weniger junge Beitragszahler im Vergleich zu den steigenden Antr├Ągen. Au├čerdem ging die Anzahl der Nachkommen zur├╝ck. Hinzu kam, dass die Anforderungen im Berufsleben stiegen. Dies f├╝hrte dazu, dass immer weniger Pflegebed├╝rftige zu Hause von ihrer Familie versorgt werden konnten.

Heute stellt die soziale Pflegeversicherung eine St├╝tze f├╝r Betroffene sowie ihre Familien dar. Kinder und Enkelkinder k├Ânnen sich um die Pflege ihrer (Gro├č-)Eltern k├╝mmern und erhalten entlastende Hilfe vom Staat. Sie haben auch die M├Âglichkeit, einen Pflegedienst zu beauftragen.

Tr├Ąger der gesetzlichen Pflegeversicherung

Tr├Ąger der gesetzlichen Rentenversicherung sind die gesetzlichen Pflegekassen. Diese sind an die Krankenkassen angeschlossen. Das bedeutet, Versicherte k├Ânnen nicht unabh├Ąngig von ihrer Krankenversicherung eine Pflegekasse w├Ąhlen. Auch die Knappschaft und die Landwirtschaftliche Krankenkasse verf├╝gen ├╝ber eine eigenst├Ąndige Pflegeversicherung.

Wer ist Mitglied der gesetzlichen Pflegeversicherung?

Die gesetzliche Pflegeversicherung ist eine Pflichtversicherung. Somit muss jede Person in Deutschland eine Pflegeversicherung haben. Wer gesetzlich krankenversichert ist, ist automatisch Mitglied einer Pflegekasse.

Nicht gesetzlich pflegeversichern m├╝ssen sich Personen, die von der Versicherungspflicht befreit sind. Dazu geh├Âren Selbstst├Ąndige und Angestellte, deren Gehalt ├╝ber der Versicherungspflichtgrenze liegt. Allerdings m├╝ssen auch diese Personengruppen eine Pflegeversicherung abschlie├čen. Sie k├Ânnen jedoch zwischen der privaten und der gesetzlichen Absicherung w├Ąhlen. Doch auch in diesem Fall gilt: Wer privat krankenversichert ist, muss eine private Pflegeversicherung abschlie├čen. Deren Leistungen orientieren sich an den gesetzlichen Vorgaben. Die Absicherung ist nicht zu verwechseln mit der privaten Pflegezusatzversicherung. Die Zusatztarife stellen lediglich eine Erg├Ąnzung zur Pflichtversicherung dar.

├ťberblick ├╝ber pflegebed├╝rftige Personen in Deutschland

Aufgrund der immer besser werdenden medizinischen Versorgung erreichen die Menschen zunehmend ein h├Âheres Alter. Dadurch steigt gleicherma├čen die Anzahl der Pflegebed├╝rftigen weltweit. Alleine in Deutschland wurden 3,41 Millionen Menschen im Jahre 2017 im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes als pflegebed├╝rftig eingestuft.

Zum Vergleich: Im Jahr 1999 lag die Anzahl der Pflegebed├╝rftigen bei 2,01 Millionen.

Die Statistik zeigt au├čerdem, dass pflegebed├╝rftige Menschen bevorzugt zu Hause, anstatt in Heimen versorgt werden. Dabei kommt auch heute noch die Pflege durch Angeh├Ârige gr├Â├čtenteils zum Tragen.

Quelle: https://de.statista.com/themen/785/pflege-in-deutschland/

 

Mio
Pflegebed├╝rftige in Deutschland
Zu Hause werden

0

durch Angeh├Ârige gepflegt.
Zu Hause werden

0

durch Pflegedienste betreut.
In Pflegeheimen werden

0

vollstation├Ąr betreut.

Wann zahlt die gesetzliche Pflegeversicherung?

Die gesetzliche Pflegeversicherung zahlt, wenn Versicherte im Sinne des Sozialgesetzbuches pflegebed├╝rftig sind. Um Pflegeleistungen zu erhalten, m├╝ssen Betroffene oder ihre Angeh├Ârigen einen Antrag bei der Pflegekasse stellen. Diese erstellt anhand verschiedener Faktoren und Kriterien ein Pflegegutachten. Die Zahlung erfolgen, sobald der Pflegegrad der betroffenen Person bemessen ist. Wie hoch die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung sind, ist im Endeffekt vom Grad der Pflegebed├╝rftigkeit abh├Ąngig.

Verbraucher, die einen Antrag bei der sozialen Pflegeversicherung gestellt haben, erhalten die Leistung fr├╝hestens ab dem Monat der Antragstellung. Es erfolgt keine r├╝ckwirkende Zahlung zum Beginn der Pflegebed├╝rftigkeit.

Wann ist eine Person pflegebed├╝rftig?

ÔÇ×Pflegebed├╝rftig im Sinne dieses Buches sind Personen, die gesundheitlich bedingte Beeintr├Ąchtigungen der Selbst├Ąndigkeit oder der F├Ąhigkeiten aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bed├╝rfen. Es muss sich um Personen handeln, die k├Ârperliche, kognitive oder psychische Beeintr├Ąchtigungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbst├Ąndig kompensieren oder bew├Ąltigen k├Ânnen.ÔÇť 14 SGB XI

Was leistet die gesetzliche Pflegeversicherung?

Die soziale Pflegeversicherung ├╝bernimmt anteilig die Kosten f├╝r eine ambulante oder station├Ąre Pflege. Sofern Familienmitglieder mit der Pflege betraut sind, kommt die Kasse f├╝r ein Pflegegeld auf. Dieses k├Ânnen Pflegebed├╝rftige ihren Angeh├Ârigen als Entsch├Ądigung f├╝r den zeitlichen Aufwand zukommen lassen. Grunds├Ątzlich k├Ânnen Versicherte verschiedene Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung erhalten. Somit ist es m├Âglich, dass sie sowohl Pflegegeld f├╝r die Betreuung durch Angeh├Ârige als auch Leistungen f├╝r einen ambulanten Pflegedienst beziehen.

Was die gesetzliche Pflegeversicherung ├╝bernimmt, ist vom Grad der Pflegebed├╝rftigkeit abh├Ąngig. Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (kurz MDK) bemisst anhand des Pflegekatalogs den Pflegegrad. Bis 2016 wurden Betroffene in Pflegestufen eingeordnet. Das zweite Pflegest├Ąrkungsgesetz verbesserte jedoch die Leistungen f├╝r Versicherte. Denn die Pflegestufen wurden durch f├╝nf Pflegegrade ersetzt. Das neue Gesetz sieht nun auch eine Einstufung f├╝r Menschen mit Demenz vor.

Die Leistungen der Pflegekassen sind gesetzlich geregelt. Es spielt daher keine Rolle, welche gesetzliche Pflegeversicherung Verbraucher w├Ąhlen. Sie erhalten einheitliche Zahlungen entsprechend dem Bedarf.

Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung: Tabelle

Pflegegrad Geldleistung (ambulant) Sachleistung (ambulant) Entlastungsbetrag (ambulant) Leistungsbetrag (vollstation├Ąr)
1 - - 125 EUR 125 EUR
2 316 EUR 689 EUR 125 EUR 770 EUR
3 545 EUR 1.298 EUR 125 EUR 1.262 EUR
4 728 EUR 1.612 EUR 125 EUR 1.775 EUR
5 901 EUR 1.995 EUR 125 EUR 2.005 EUR

Der Entlastungsbetrag dient zur Finanzierung von Angeboten, die pflegende Angeh├Ârige entlasten. Dabei kann es sich um Aufwendungen f├╝r eine Teilzeit- oder Nachtpflege sowie um Kurzzeitpflege handeln. Um die Kosten erstattet zu bekommen, m├╝ssen die Belege gesammelt und bei der Pflegekasse eingereicht werden.

Was zahlt die gesetzliche Pflegeversicherung?

Im wesentlich sind die Leistungen der sozialen Pflegeversicherung nicht nur vom Pflegegrad, sondern auch der Art der Pflege abh├Ąngig. Wird eine betroffene Person station├Ąr versorgt, sieht die Kasse andere Leistungen vor, als bei einer ambulanten Pflege. Wichtig ist, dass es sich um eine vollstation├Ąre Pflege handelt. Wenn die pflegebed├╝rftige Person teilstation├Ąr betreut wird, beispielsweise nur an bestimmten Wochentagen, besteht kein Anspruch auf station├Ąre Leistung. Dann erfolgt die Zahlung im Rahmen der ambulanten Pflegeleistungen.

Pflegesachleistungen

Aufwendungen f├╝r die Betreuung und Unterst├╝tzung durch einen anerkannten Pflegedienst. Die Versicherung ├╝berweist den Geldbetrag direkt an den Dienstleister.

Pflegegeldleistung

Pflegegeldleistungen sind im Regelfall vorgesehen, wenn Betroffene von Angeh├Ârigen zu Hause gepflegt werden. Das Geld kann f├╝r verschiedene Belangen genutzt werden. Grunds├Ątzlich kann die Pflegegeldleistung eine Entsch├Ądigung f├╝r den Pflegeaufwand darstellen. Das Geld wird an die pflegebed├╝rftige Person ├╝berwiesen, die selbstbestimmend dar├╝ber verf├╝gen kann.

Leistungsbetrag bei vollstation├Ąrer Pflege

Der Leistungsbetrag soll die Kosten f├╝r eine vollstation├Ąre Pflege anteilig decken. Die Realit├Ąt zeigt jedoch, dass die Leistungen in vielen F├Ąllen f├╝r eine Unterbringung im Pflegeheim nicht ausreichend sind.

Versorgungsl├╝cken bei Pflegebed├╝rftigkeit

Die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung sind nicht ausreichend. Dies betrifft vor allem die station├Ąrer Pflege. Wenn die R├╝cklagen der pflegebed├╝rftigen Person zur Kostendeckung nicht ausreichen, m├╝ssen Familienmitglieder finanziell f├╝r die Pflege aufkommen. Mit einer Pflegezusatzversicherung k├Ânnen Verbraucher sich und ihre Angeh├Ârigen f├╝r finanziellen Schwierigkeiten sch├╝tzen.

Was deckt die gesetzliche Pflegeversicherung bei Pflegegrad 1 ab?

Pflegegrad 1 beschreibt Personen, die weitestgehend selbstst├Ąndig ihren Alltag verrichten k├Ânnen. Laut Gutachten sind sie nur auf wenige Hilfe angewiesen. Da sie aufgrund ihrer geringen Pflegebed├╝rftigkeit kaum Unterst├╝tzung ben├Âtigen, sieht die gesetzliche Pflegeversicherung bei ihnen nur wenige finanzielle Leistungen vor. Sie k├Ânnen im Rahmen des Entlastungsbetrages 125 Euro beziehen, wenn sie von einem entlastenden Angebot Gebrauch gemacht haben. Die gesetzliche Pflegeversicherung sieht au├čerdem Leistungen bei station├Ąrer Unterbring vor. Allerdings bis maximal 125 Euro.

Dar├╝ber hinaus stehen Pflegebed├╝rftigen die folgenden Leistungen unabh├Ąngig von ihrem Pflegegrad zu:

Pflegeberatung

Pflegebed├╝rftige und Angeh├Ârige d├╝rfen sich kostenlos bei einer Beratungsstelle ├╝ber die M├Âglichkeiten der Pflege informieren.

Hilfsmittel

Die gesetzliche Pflegeversicherung ├╝bernimmt die Kosten f├╝r Hilfsmittel, welche die Pflege erleichtern. Dazu geh├Âren beispielsweise Desinfektionsmittel und sterile Handschuhe.

Wohnungsumbauma├čnahmen

Die gesetzliche Pflegeversicherung sieht Leistungen f├╝r m├Âgliche Umbauma├čnahmen vor. Diese m├╝ssen das Umfeld Betroffener verbessern und zur Anpassung an den Pflegegrad gedacht sein. Beispielsweise der Einbau ebenerdiger Duschen. Um einen Zuschuss zu erhalten, sind Kostenvorschl├Ąge bei der Krankenkasse einzureichen.

Erweiterte Leistungen ab Pflegegrad 2

Bei Pflegegrad 2 sieht die soziale Pflegeversicherung weitere Leistungen vor. Im Rahmen der Verhinderungspflege leistet die Versicherung, wenn Pflegende krankheits- oder urlaubsbedingt aufkommen k├Ânnen. Allerdings nur bis zu acht Wochen im Jahr. Die Zahlung betr├Ągt maximal 1.612 Euro im Kalenderjahr. Die gleichen Voraussetzungen gelten f├╝r eine Kurzzeitpflege.

Vorteile der sozialen Pflegeversicherung

Finanzielle Sicherheit bei Pflegebed├╝rftigkeit

Die gesetzliche Pflegeversicherung sch├╝tzt Versicherte und ihre Angeh├Ârigen vor den finanziellen Folgen bei einer Pflegebed├╝rftigkeit.

Mehrleistungen bei hohem Pflegebedarf

Die Leistungen der Versicherungstr├Ąger steigen mit dem Pflegebedarf. Versicherte erhalten mit Pflegegrad 4 und 5 deutlich h├Âhere Leistungen.

Geringer Beitrag

Der Beitrag f├╝r die gesetzliche Pflegeversicherung ist vergleichsweise niedrig. Bei Arbeitnehmern ├╝bernimmt der Arbeitgeber die H├Ąlfte der Kosten.

Keine Zuschl├Ąge oder Ablehnungen

Die Pflegeabsicherung stellt in Deutschland eine Pflichtversicherung dar. Kassen d├╝rfen Antragsteller weder ablehnen noch aufgrund ihres Gesundheitszustandes einen Risikozuschlag verlangen.

Einheitliche Leistungen

Die Leitungen der Rentenkassen sich gesetzlich geregelt. Jede Versicherte Person erh├Ąlt dieselben Zahlungen entsprechend ihrem Bedarf, unabh├Ąngig von Alter und Einkommen.

Niedrige Beitr├Ąge durch Arbeitnehmeranteil und staatlicher F├Ârderung

Unter Ber├╝cksichtigung der Leistung sind die Beitr├Ąge f├╝r Versicherte aufgrund des Arbeitnehmeranteils sehr gering. Zus├Ątzlich werden Pflegezusatzversicherung wie die Pflege-Bahr staatlich gef├Ârdert.

Junger Mann weist auf Vorteile einer Versicherung hin

Nachteile der sozialen Pflegeversicherung

Junger Mann ├Ąrgert sich ├╝ber die Nachteile einer Versicherung

Versorgungsl├╝cken

Die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung sind nicht ausreichend. Bei Pflegebed├╝rftigkeit ist das Verm├Âgen Betroffener sowie ihrer Angeh├Ârigen bedroht.

Kein individueller Versicherungsschutz

Versicherte k├Ânnen ihren gesetzlichen Versicherungsschutz nicht individuell erweitern. Um Versorgungsl├╝cken zu schlie├čen, ben├Âtigen sie eine Pflegezusatzversicherung.

Schwierige Voraussetzung f├╝r hohe Pflegegrade

Um in einen hohen Pflegegrad eingestuft zu werden, m├╝ssen die Betroffenen viele Kriterien erf├╝llen. Die Statistik zeigt, dass nur wenige Pflegebed├╝rftige in den 4. und 5. Grad eingestuft werden.

K├╝rzung von Leistungen m├Âglich

Der Gesetzgeber kann unter Umst├Ąnden die Zahlungen der Pflegekassen k├╝rzen. M├Âglich ist dies, wenn die Aufwendungen nicht durch Einnahmen gedeckt sind.

Statistik zur Pflegebed├╝rftigkeit in Deutschland

2017 wurden in Deutschland 3,41 Millionen Pflegebed├╝rftige verzeichnet. Am h├Ąufigsten erfolgte die Einstufung in Pflegegrad 2 und 3. Die meisten Menschen werden zu Hause durch Angeh├Ârige oder mit Unterst├╝tzung eines Pflegedienstes versorgt.

Anzahl der Pflegebed├╝rftigen in Deutschland zum Jahresende 2017 nach Art der Versorgung und Pflegegrad
Anzahl der Pflegebed├╝rftigen in Deutschland zum Jahresende 2017 nach Art der Versorgung und Pflegegrad
Quelle: www.statista.com

Was kostet die gesetzliche Pflegeversicherung?

Der Beitrag f├╝r die gesetzliche Pflegeversicherung ist einkommensabh├Ąngig. Bei Arbeitnehmern zahlen die Angestellten und der Arbeitgeber diesen jeweils zu H├Ąlfte. Selbstst├Ąndige und Rentner zahlen die Pflegeversicherung in voller H├Âhe selbst. Im Rahmen der Familienversicherung sind Kinder und berechtigte Ehepartner beitragsfrei mitversichert.

2019 liegt der Beitrag f├╝r die gesetzliche Pflegeversicherung bei 3,05 Prozent.

Eine Besonderheit besteht bei Versicherten ├╝ber 23 Jahren: Sind diese kinderlos, m├╝ssen sie einen Zuschlag von 0,25 Prozent bezahlen. Dieser wird nicht anteilig durch den Arbeitgeber ├╝bernommen. Kinderlose Versicherte zahlen somit ab dem 23. Lebensjahr einen Beitrag von 3,3 Prozent f├╝r ihre gesetzliche Pflegeversicherung.

Wie sinnvoll ist die gesetzliche Pflegeversicherung?

Grunds├Ątzlich stellt die gesetzliche Pflegeversicherung eine sinnvolle Absicherung dar, um sich selbst und seine Angeh├Ârigen im Krankheitsfall abzusichern. Die Kosten f├╝r eine ambulante Pflege sind sehr hoch. Zudem k├Ânnen Pflegende h├Ąufig nicht mehr uneingeschr├Ąnkt ihrem Beruf nachgehen. Sofern keine Angeh├Ârigen vorhanden sind, m├╝ssen Pflegebed├╝rftige auf Dienstleister zur├╝ckgreifen. Mit der sozialen Pflegeversicherung l├Ąsst sich sicherstellen, dass die Kosten f├╝r Hilfe und Unterst├╝tzung im Pflegefall anteilig gedeckt sind.

Problematisch ist die gesetzliche Pflegeversicherung vor allem bei einer station├Ąren Pflege. Die Kosten f├╝r Pflegeheime belaufen sich auf 3.000 bis 5.000 Euro im Monat, abh├Ąngig von der Versorgung. Da Betroffene jedoch selbst bei Pflegegrad 5 maximal 2.005 Euro erhalten, sind die Zahlungen der Pflegekasse nicht ausreichend. Dies f├╝hrt dazu, dass Pflegebed├╝rftige ihren gesamten Besitz verkaufen m├╝ssen oder Angeh├Ârige finanziell f├╝r die Pflege aufkommen m├╝ssen.

Versorgungsl├╝cken schlie├čen und Familienmitglieder absichern

Um sich und seine Familie vor finanziellen Schwierigkeiten im Pflegefall zu sch├╝tzen, empfiehlt sich der Abschluss einer Zusatzversicherung. Eine Pflegetagegeld- oder eine Pflege-Bahr-Versicherung schlie├čen die Versorgungsl├╝cke im Ernstfall. Wer fr├╝hzeitig eine Pflegezusatzversicherung abschlie├čt, profitiert zudem von g├╝nstigen Beitr├Ągen aufgrund des niedrigen Einstiegsalters.

Mit unserem Vergleichsrechner k├Ânnen Verbraucher verschiedene private Pflegeversicherer vergleichen. So k├Ânnen sie schnell und ├╝bersichtlich eine Gesellschaft finden, die ihren individuellen Bedarf zu einem g├╝nstigen Beitrag absichert.

Pflegestufe beantragen: So geht's

Um eine Pflegestufe zu beantragen, wird ein Antrag bei der Krankenversicherung gestellt. Dies sollte schriftlich erfolgen, um eine Kopie des Schreibens zur Hand zu haben. Da die soziale Pflegeversicherung keine r├╝ckwirkenden Leistungen vorsieht, gilt als fr├╝heste Zahlung der Monat der Antragstellung.

Sobald der Antrag auf Pflegefeststellung vorliegt, beauftragt die Krankenkasse einen Gutachter des MDK. Dieser besucht die Pflegebed├╝rftigen zu Hause und ermittelt anhand eines Kataloges den Grad des Pflegebedarfs. Dabei achtet er auf folgende Kriterien:

  • Mobilit├Ąt (z. B. Alleinige Fortbewegung und Drehung)
  • Selbstversorgung (z. B. F├Ąhigkeit, sich selbst mit Nahrung zu versorgen, sich zu waschen und ohne Hilfe auf die Toilette zu gehen)
  • Gestaltung des Alltags (z. B. alleinige Gestaltung des Alltags und der Pflege von sozialen Kontakten)
  • Kommunikative und kognitive F├Ąhigkeiten (z.B. Erinnerungsf├Ąhigkeit und das Erkennen von Gefahren)
  • Verhalten und psychische Faktoren (z. B. ├ängste oder Aggressionen)
  • Umgang mit der Erkrankung (z. B. die F├Ąhigkeit, sich selbst medizinisch zu Versorgung, wie Medikamente einzunehmen oder Arzttermine wahrzunehmen)

Anhand dieser Kriterien und seinen Beobachtungen kann der Gutachter feststellen, welchem Pflegegrad die versicherte Person zuzuordnen ist. Anschlie├čend teilt er seine Einsch├Ątzung der Krankenkasse mit. Diese informiert die versicherte Person beziehungsweise die Angeh├Ârigen. Die Information und Feststellung muss sp├Ątestens innerhalb von f├╝nf Wochen erfolgen.

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