
Das Wichtigste in Kürze
- Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) sichert Ihre Arbeitskraft ab.
- Sie zahlt eine monatliche BU-Rente, wenn Sie Ihren Beruf nicht mehr ausüben können.
- Ursache kann Krankheit oder Unfall sein – meist ist es Krankheit.
- Über den Wert entscheiden die Bedingungen, nicht der Beitrag allein.
Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich: So finden Sie den passenden Tarif
Die BU ist für die meisten Menschen die wichtigste Versicherung überhaupt – und zugleich eine, bei der die Bedingungen über alles entscheiden. Beim Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich zählt vor allem der Verzicht auf die abstrakte Verweisung und eine faire Leistungsdefinition.

Achten Sie beim Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich vor allem auf diese Kriterien:
| Vergleichskriterium | Warum es zählt |
|---|---|
| Verzicht auf abstrakte Verweisung | keine Verweisung auf einen anderen Beruf |
| Leistung ab 50 % BU | klare, faire Definition |
| Prognosezeitraum | 6 Monate statt länger |
| Nachversicherungsgarantie | Erhöhung ohne erneute Gesundheitsprüfung |
| Beitrags- & Leistungsdynamik | Schutz vor Kaufkraftverlust |
Wichtig ist beim Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich, nicht allein den Beitrag, sondern das gesamte Leistungspaket, die Bedingungen und die Anbieterqualität zu betrachten.
Bedingungen schlagen den Beitrag
Bei der BU ist der günstigste Beitrag nichts wert, wenn der Versicherer im Ernstfall nicht zahlt. Achten Sie vor allem auf den Verzicht auf die abstrakte Verweisung, eine Leistung schon ab 50 Prozent Berufsunfähigkeit und einen kurzen Prognosezeitraum. Und: Schließen Sie früh und gesund ab – mit jedem Jahr und jeder Diagnose wird es teurer oder unmöglich.
Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU-Versicherung)?
Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zahlt eine vereinbarte monatliche Rente, wenn Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben können. Sie ersetzt das wegfallende Einkommen und ist damit für jeden, der von seiner Arbeitskraft lebt, die wichtigste Absicherung. Anders als die Unfallversicherung zahlt sie auch bei Krankheit – und Krankheit ist mit Abstand die häufigste Ursache.

Die häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit
Berufsunfähigkeit trifft fast jeden Vierten im Laufe des Erwerbslebens. Die Ursachen sind überwiegend Krankheiten, nicht Unfälle:

An erster Stelle stehen psychische Erkrankungen (etwa ein Drittel der Fälle), gefolgt von Erkrankungen des Skeletts und Bewegungsapparats, Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine reine Unfallversicherung deckt nur einen kleinen Teil dieser Ursachen ab.
Den passenden Schutz finden
Vergleichen Sie Leistungen, Bedingungen und Beitrag.
Worauf es bei den Bedingungen ankommt
Die BU steht und fällt mit den Versicherungsbedingungen. Die wichtigsten Klauseln:
| Klausel | Warum sie zählt |
|---|---|
| Verzicht auf abstrakte Verweisung | Versicherer darf Sie nicht auf einen anderen, theoretisch möglichen Beruf verweisen |
| Leistung ab 50 % BU | klare Schwelle, ab der die volle Rente fließt |
| Kurzer Prognosezeitraum | BU gilt schon, wenn sie voraussichtlich 6 Monate andauert |
| Nachversicherungsgarantie | Rente später ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen |
| Weltweiter Schutz & rückwirkende Leistung | Schutz im Ausland, Zahlung ab Eintritt der BU |
Arbeitskraft absichern: Alternativen und Versicherungsschutz
Wer keine klassische BU bekommt oder ergänzen möchte, findet hier die Alternativen:
Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Der Beitrag hängt stark von Beruf, Eintrittsalter, Gesundheit, BU-Rentenhöhe und Laufzeit ab. Ein junger Bürobeschäftigter zahlt für 1.500 € BU-Rente oft 40 bis 70 Euro im Monat, körperliche Berufe deutlich mehr. Je früher und gesünder Sie abschließen, desto günstiger.
Beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung: Worauf achten?
- Verzicht auf abstrakte Verweisung – die wichtigste Klausel.
- Leistung ab 50 % BU und kurzer Prognosezeitraum.
- Nachversicherungsgarantie für spätere Erhöhungen.
- BU-Rente hoch genug – mindestens 60–80 % des Nettoeinkommens.
- Früh abschließen, solange Sie jung und gesund sind.
Wie hoch ist das Risiko, berufsunfähig zu werden?
Das Risiko wird massiv unterschätzt: Statistisch wird etwa jeder vierte Erwerbstätige im Laufe seines Arbeitslebens mindestens einmal berufsunfähig. Berufsunfähigkeit ist also kein Randrisiko, sondern eine reale Gefahr, die jeden treffen kann – oft früher als gedacht.
Entgegen der landläufigen Meinung sind Unfälle nur für einen kleinen Teil der Fälle verantwortlich. Die häufigsten Ursachen sind Erkrankungen:
| Ursache | Anteil (ungefähr) |
|---|---|
| Psychische Erkrankungen (Depression, Burnout) | rund ein Drittel |
| Erkrankungen des Skeletts und Bewegungsapparats | rund ein Fünftel |
| Krebs und bösartige Tumore | etwa ein Sechstel |
| Unfälle | unter zehn Prozent |
| Herz- und Gefäßerkrankungen | etwa sieben Prozent |
Weil psychische Erkrankungen und Krankheiten des Bewegungsapparats die Liste anführen, reicht eine reine Unfallversicherung bei Weitem nicht aus – sie deckt nur den kleinsten Teil der tatsächlichen Ursachen ab.
Für wen ist eine private Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?
Grundsätzlich gilt: Eine BU ist für jeden sinnvoll, der von seinem Arbeitseinkommen lebt – unabhängig vom Beruf. Denn psychische Erkrankungen treffen Büroangestellte ebenso wie Handwerker. Die Versicherer teilen die Berufe in Berufsgruppen ein, die den Beitrag bestimmen.
| Berufsgruppe | Merkmal & Beitrag |
|---|---|
| Akademiker & reine Bürotätigkeit | geringstes Risiko, niedrigster Beitrag |
| Kaufmännische & leitende Tätigkeit | geringes Risiko, günstiger Beitrag |
| Tätigkeit mit Mischanteil | mittleres Risiko, mittlerer Beitrag |
| Körperlich-handwerkliche Berufe | höheres Risiko, höherer Beitrag |
Gerade für körperlich Tätige ist die BU besonders wichtig, weil ihr Risiko hoch ist – zugleich aber auch teurer. Wer in einem Risikoberuf keine bezahlbare BU bekommt, sollte die Grundfähigkeitsversicherung oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung als Alternative prüfen.
Was passiert, wenn Sie keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen?
Wer ohne private Absicherung berufsunfähig wird, ist auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente angewiesen – und die ist sowohl schwer zu bekommen als auch niedrig. Die volle Erwerbsminderungsrente liegt im Schnitt bei nur rund 900 Euro im Monat, die teilweise bei der Hälfte.

Hinzu kommt: Die Erwerbsminderungsrente stellt nicht auf den erlernten Beruf ab. Wer theoretisch noch irgendeine Tätigkeit ausüben kann, geht oft leer aus. Reicht das Geld nicht, müssen Erspartes und gegebenenfalls das Einkommen des Partners herhalten, bevor das Bürgergeld einspringt. Für die meisten bedeutet Berufsunfähigkeit ohne BU einen drastischen sozialen Abstieg – genau das verhindert die BU-Rente.
Leistungen der Berufsunfähigkeitsversicherung: Was die BU zahlt
Kern der BU ist die monatliche BU-Rente. Gute Tarife bieten darüber hinaus zahlreiche Zusatzleistungen, die im Ernstfall entscheidend sein können:
| Leistung | Was sie bedeutet |
|---|---|
| Nachversicherungsgarantie | Rente später ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen – z. B. bei Heirat, Geburt, Gehaltssprung |
| Leistungsdynamik | die laufende BU-Rente steigt regelmäßig und gleicht die Inflation aus |
| Beitragsdynamik | der Beitrag und die abgesicherte Rente wachsen mit den Jahren |
| Leistung bei Arbeitsunfähigkeit (AU-Klausel) | Zahlung schon bei langer Krankschreibung, noch vor der BU-Anerkennung |
| Wiedereingliederungshilfe | einmalige Hilfe bei der Rückkehr ins Berufsleben |
| Beitragsbefreiung im Leistungsfall | bei Berufsunfähigkeit entfällt der Beitrag, die Rente fließt weiter |
Auf rückwirkende Leistung achten
Gute Tarife zahlen die Rente rückwirkend ab dem tatsächlichen Eintritt der Berufsunfähigkeit – nicht erst ab Antragstellung oder Anerkennung. Das kann mehrere Monatsrenten ausmachen.
Die fünf wichtigsten Punkte bei der Tarifauswahl
Bei der BU entscheidet die Qualität der Bedingungen über alles. Diese fünf Punkte sind die wichtigsten:
- Höhe der BU-Rente
Sie sollte 60 bis 80 Prozent Ihres Nettoeinkommens abdecken, damit der Lebensstandard gesichert bleibt.
- Prognosezeitraum
Die BU sollte schon gelten, wenn die Berufsunfähigkeit voraussichtlich 6 Monate andauert – nicht erst nach längerer Frist.
- Verzicht auf abstrakte Verweisung
Der Versicherer darf Sie nicht auf einen anderen, theoretisch möglichen Beruf verweisen. Die wichtigste Klausel überhaupt.
- Umgang mit Vorerkrankungen
Beantworten Sie die Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß und nutzen Sie eine anonyme Risikovoranfrage.
- Faire Leistungsanerkennung
Achten Sie auf einen Versicherer mit kundenfreundlicher, transparenter Leistungspraxis.
Eigenständige BU oder Berufsunfähigkeitszusatzversicherung?
Die BU gibt es als selbstständigen Vertrag (SBU) oder als Zusatzversicherung (BUZ) zu einer Renten- oder Lebensversicherung. Beide haben ihre Berechtigung:
Pluspunkte
- SBU: unabhängig und flexibel
- SBU: meist stärkere Bedingungen
- BUZ: Vorsorge und BU in einem Vertrag
- BUZ: Beitragsbefreiung für den Hauptvertrag
Zu bedenken
- BUZ: an den Hauptvertrag gekoppelt
- BUZ: Schutz entfällt bei Kündigung des Hauptvertrags
- BUZ: Bedingungen teils schwächer
- SBU: kein automatischer Sparanteil
Für die meisten ist die selbstständige BU die bessere Wahl, weil sie flexibler bleibt und Schutz und Geldanlage sauber trennt. Die BUZ kann sinnvoll sein, wenn Vorsorge und BU bewusst gebündelt werden sollen.
Berufsunfähigkeitsversicherung im Test
Unabhängige Tests und Ratings – etwa von Stiftung Warentest, Franke und Bornberg oder dem Analysehaus Morgen & Morgen – bewerten BU-Tarife vor allem nach der Qualität der Bedingungen, nicht nach dem Beitrag. Spitzenbewertungen erhalten Tarife mit Verzicht auf abstrakte Verweisung, kurzem Prognosezeitraum, fairer Vorerkrankungs- und Leistungspraxis.
| Absicherung | Zahlt, wenn … |
|---|---|
| Berufsunfähigkeitsversicherung | der Beruf zu ≥ 50 % nicht mehr ausführbar ist |
| Erwerbsunfähigkeit | gar keine Tätigkeit mehr möglich ist |
| Grundfähigkeitsversicherung | Grundfähigkeiten wie Sehen oder Gehen verloren gehen |
| Dread-Disease | eine schwere Krankheit diagnostiziert wird |
| Erwerbsminderungsrente | gesetzlich – meist nur eine Grundsicherung |
Ein Testsieger ist ein guter Anhaltspunkt, aber nicht automatisch der beste Tarif für Ihre Situation: Beitrag und Annahmechancen hängen stark von Beruf, Alter und Gesundheit ab. Nutzen Sie Testurteile als Orientierung und kombinieren Sie sie mit einem individuellen Vergleich.
Vor- und Nachteile der Berufsunfähigkeitsversicherung
Die BU ist die wichtigste Absicherung der Arbeitskraft – hat aber auch Grenzen. Die wichtigsten Punkte im Überblick:
Vorteile
- Sichert die finanzielle Existenz bei BU
- Leistung schon ab 50 % BU, nicht erst bei Totalausfall
- Ursache egal: Unfall oder Krankheit
- Keine Wartezeiten
- Rentenhöhe an den Bedarf anpassbar
- Auch für Azubis und Berufseinsteiger
Nachteile
- Gesundheitsprüfung mit möglichen Ausschlüssen
- Für manche Risikoberufe teuer
- Reine Risikoversicherung ohne Sparanteil
- Prüfungsverfahren im Leistungsfall kann dauern
Was kostet eine BU monatlich?
Der Beitrag hängt von Beruf, Eintrittsalter, Gesundheit, gewünschter BU-Rente und Laufzeit ab und variiert dadurch stark. Zur Orientierung einige typische Größenordnungen für eine BU-Rente von rund 1.500 Euro:
| Profil | ungefährer Monatsbeitrag |
|---|---|
| Studierende / junge Akademiker | rund 30–50 € |
| Junge Bürobeschäftigte | rund 40–70 € |
| Kaufmännische Angestellte (mittleres Alter) | rund 60–100 € |
| Handwerkliche / körperliche Berufe | 100 € und mehr |
Die wichtigste Stellschraube ist das Eintrittsalter: Wer jung und gesund abschließt, sichert sich dauerhaft niedrige Beiträge. Mit jedem Jahr und jeder Diagnose wird die BU teurer – oder gar nicht mehr erhältlich.
Berufsunfähigkeitsversicherung trotz Vorerkrankungen
Bei der BU sind die Gesundheitsfragen entscheidend und wahrheitsgemäß zu beantworten – Falschangaben können später die Leistung kosten. Vorerkrankungen führen nicht automatisch zur Ablehnung, aber häufig zu einem Risikozuschlag oder einem Leistungsausschluss für bestimmte Erkrankungen.
Wer Vorerkrankungen hat, sollte unbedingt eine anonyme Risikovoranfrage über einen Makler stellen lassen: So werden die Annahmechancen mehrerer Versicherer geprüft, ohne dass eine Ablehnung in der zentralen Wagnisdatei vermerkt wird. Klappt die klassische BU nicht, sind die Grundfähigkeits- oder Dread-Disease-Versicherung mögliche Alternativen.
Reihenfolge beachten
Stellen Sie nie zuerst einen offiziellen Antrag, der abgelehnt werden könnte. Die anonyme Voranfrage schützt Ihre Annahmechancen bei allen Versicherern.
BU kündigen und wechseln – worauf achten?
Eine BU sollte man nur in Ausnahmefällen kündigen, denn der Schutz wird mit dem Alter teurer und schwerer erhältlich. Wer dennoch wechseln will, geht so vor:
- Kündigungsfrist prüfen
Frist und Laufzeit in den Unterlagen nachsehen.
- Neuen Schutz sichern
Erst den neuen, mindestens gleichwertigen Vertrag abschließen und die Annahme abwarten.
- Erst nach Bestätigung kündigen
Den alten Vertrag erst kündigen, wenn der neue Schutz bestätigt ist – sonst droht eine Lücke.
Wichtig: Ein Wechsel lohnt nur bei gleichen oder besseren Bedingungen. Da bei einem neuen Vertrag eine erneute Gesundheitsprüfung ansteht und der Beitrag mit dem Alter steigt, ist der Wechsel oft nachteilig. Der Rückkaufswert einer BU ist zudem gering, weil es sich um eine reine Risikoversicherung handelt.
Berufswechsel: Was Versicherte beachten müssen
Ein häufiges Missverständnis: Muss ein Berufswechsel dem BU-Versicherer gemeldet werden? Bei den meisten modernen Tarifen gilt keine Anzeigepflicht – der einmal vereinbarte Schutz bleibt unabhängig vom späteren Beruf bestehen. Das ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal.
Ältere Verträge enthalten teils noch eine Meldepflicht bei Berufswechsel. Prüfen Sie Ihre Bedingungen. Der entscheidende Punkt: Maßgeblich für die Leistung ist der zuletzt ausgeübte Beruf – wer den Beruf wechselt und im neuen berufsunfähig wird, ist über den aktuell ausgeübten Beruf geschützt, sofern keine Anzeigepflicht verletzt wurde.
Berufsunfähigkeitsversicherung mit der Altersvorsorge koppeln?
Manche Anbieter kombinieren BU-Schutz und Altersvorsorge in einem Vertrag – etwa als BU-Zusatzversicherung zu einer Renten- oder Rürup-Police. Der Reiz: Wer berufsunfähig wird, erhält nicht nur die BU-Rente, sondern der Versicherer übernimmt auch die Beiträge für die Altersvorsorge (Beitragsbefreiung), sodass die Rente weiter aufgebaut wird.
Der Nachteil ist die Kopplung: Wird der Hauptvertrag gekündigt oder beitragsfrei gestellt, kann der BU-Schutz entfallen. Viele Experten raten daher, Risikoschutz und Geldanlage zu trennen – also eine selbstständige BU und eine separate, flexible Altersvorsorge. So bleiben Sie unabhängig und können beide Bausteine einzeln optimieren. Eine Kopplung über Rürup kann allerdings steuerlich interessant sein, da die Beiträge absetzbar sind.
Berufsunfähigkeitsrente und Laufzeit richtig wählen
Zwei Größen bestimmen den Wert Ihrer BU: die Höhe der BU-Rente und die Laufzeit. Die Rente sollte 60 bis 80 Prozent Ihres Nettoeinkommens abdecken, damit Sie im Ernstfall den Lebensstandard halten können. Zu niedrig angesetzt, schließt sie die Lücke nicht; eine eingebaute Leistungsdynamik schützt zusätzlich vor der Inflation.
Die Laufzeit sollte bis zum regulären Renteneintritt – also bis 67 – reichen. Eine zu kurze Laufzeit (etwa bis 60) spart zwar Beitrag, lässt aber genau in den Jahren mit dem höchsten BU-Risiko eine Lücke. Wählen Sie das Endalter daher nicht zu früh, denn nach Vertragsende fehlt der Schutz, bevor die Altersrente greift.
BU für Selbstständige, Beamte und besondere Gruppen
Der BU-Schutz ist für nahezu jeden wichtig, doch einige Gruppen haben Besonderheiten. Selbstständige haben in der Regel gar keinen Anspruch auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente – für sie ist die BU oft die einzige Absicherung der Arbeitskraft. Beamte brauchen eine BU mit Dienstunfähigkeitsklausel, die die Versetzung in den Ruhestand absichert.
Berufseinsteiger und Auszubildende profitieren vom frühen, günstigen Abschluss, Studierende ebenso. Für Menschen in Risikoberufen oder mit Vorerkrankungen, die keine bezahlbare BU bekommen, sind die Grundfähigkeits- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung Alternativen.
Wann zahlt die BU nicht? Ausschlüsse und Obliegenheiten
Auch eine gute BU hat Grenzen. Nicht geleistet wird in der Regel, wenn die Berufsunfähigkeit vorsätzlich herbeigeführt wurde oder auf bestimmten, im Vertrag ausgeschlossenen Risiken beruht. Der häufigste Grund für eine Leistungsablehnung ist jedoch ein anderer: eine Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht – also unvollständig oder falsch beantwortete Gesundheitsfragen beim Abschluss.
Gesundheitsfragen entscheiden
Beantworten Sie die Gesundheitsfragen vollständig und wahrheitsgemäß. Verschwiegene Vorerkrankungen können dazu führen, dass der Versicherer im Leistungsfall die Zahlung verweigert oder vom Vertrag zurücktritt. Im Zweifel hilft eine Einsicht in die Patientenakte.
Achten Sie zudem auf den Verzicht des Versicherers auf das Recht zur abstrakten Verweisung – fehlt dieser, kann der Versicherer trotz Berufsunfähigkeit auf eine andere Tätigkeit verweisen und die Leistung verweigern.
Der Leistungsfall: So beantragen Sie die BU-Rente
Tritt der Ernstfall ein, melden Sie die Berufsunfähigkeit dem Versicherer und stellen einen Leistungsantrag. Der Versicherer prüft, ob die vereinbarten Voraussetzungen erfüllt sind – insbesondere, ob Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben können.
- Frühzeitig melden
Die Berufsunfähigkeit so früh wie möglich anzeigen.
- Unterlagen einreichen
Ärztliche Berichte, Diagnosen und eine genaue Beschreibung der bisherigen Tätigkeit beifügen.
- Mitwirken
Fragebögen des Versicherers sorgfältig ausfüllen und ärztliche Untersuchungen ermöglichen.
- Bei Ablehnung
Eine unberechtigte Ablehnung mit anwaltlicher Hilfe und einem Rechtsschutz mit Sozial- bzw. Vertragsbaustein anfechten.
Je sorgfältiger und vollständiger der Antrag dokumentiert ist, desto reibungsloser verläuft die Anerkennung. Eine kundenfreundliche Leistungspraxis des Versicherers – erkennbar an unabhängigen Auswertungen – ist daher ein wichtiges Auswahlkriterium.
Beitragsrückgewähr und Leistungsprogression
Manche Tarife bieten eine Beitragsrückgewähr: Bleiben Sie bis zum Vertragsende berufsfähig, wird ein Teil der gezahlten Beiträge zurückerstattet. Das klingt attraktiv, kostet aber einen deutlich höheren Beitrag – das gebundene Geld erwirtschaftet anderswo oft mehr Rendite. Für die meisten ist die reine BU ohne Beitragsrückgewähr die effizientere Wahl.
Die Leistungsprogression wiederum erhöht die BU-Rente während des Leistungsbezugs schrittweise – ein sinnvoller Inflationsschutz, ähnlich der Leistungsdynamik. Wägen Sie ab: Eine solide Grundabsicherung mit Dynamik ist meist wichtiger als teure Zusatzoptionen wie die Beitragsrückgewähr.
Gesetzliche Absicherung: Warum die private Berufsunfähigkeitsversicherung zählt
Wer nach 1961 geboren ist, hat keinen Anspruch mehr auf die gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente. Aus der gesetzlichen Rentenversicherung gibt es nur noch die Erwerbsminderungsrente, und die ist an strenge Bedingungen geknüpft.
Erwerbsminderungsrente: weniger als drei Stunden am Tag
Die volle Erwerbsminderungsrente erhält nur, wer weniger als drei Stunden am Tag arbeiten kann, und zwar in irgendeinem Beruf. Wer zwischen drei und sechs Stunden pro Tag arbeiten kann, bekommt nur die halbe Rente. Ihr erlernter Beruf spielt dabei keine Rolle. Dieser staatliche Versicherungsschutz reicht im Fall einer Berufsunfähigkeit bei Weitem nicht aus.
Beamte: Anspruch auf ein Ruhegehalt
Beamte haben bei Dienstunfähigkeit Anspruch auf ein Ruhegehalt, allerdings erst nach einer Mindestdienstzeit. In den ersten Jahren ist die Lücke groß. Erst eine private Berufsunfähigkeitsversicherung mit Dienstunfähigkeitsklausel schließt sie.
Wie hoch sollte die Berufsunfähigkeitsrente sein?
Als Faustregel sollte die monatliche Berufsunfähigkeitsrente rund 60 bis 80 Prozent Ihres Nettoeinkommens betragen. Schon eine BU-Rente von 1.000 Euro im Monat macht im Fall der Fälle einen großen Unterschied, besser sind 1.500 bis 2.000 Euro.
Den Zahlbeitrag und die garantierte Leistung sollten Sie vor dem Abschluss genau vereinbaren. Im Leistungsfall zahlt der Versicherer die vereinbarte Rente, sie wird monatlich ausgezahlt, solange die Berufsunfähigkeit andauert. Wer in jungen Jahren eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, zahlt deutlich weniger und sichert sich den günstigen Beitrag, um die Arbeitskraft dauerhaft zu versichern.
Worauf Sie beim Abschluss achten sollten
Bevor Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU-Versicherung) abschließen, zählen die Höhe der BU-Rente, der Verzicht auf die abstrakte Verweisung und eine Nachversicherungsgarantie. Der Versicherer muss zahlen, sobald Sie Ihren Beruf voraussichtlich für mindestens sechs Monaten nicht mehr ausüben können – unabhängig davon, ob Sie theoretisch einen anderen Beruf ausüben könnten. Eine ausreichende BU-Rente schließt die Lücke, die die gesetzliche Rentenversicherung mit ihrer niedrigen Erwerbsminderungsrente lässt. Vereinbaren Sie die Rente so hoch, dass sie Ihren Lebensstandard sichert.
Wie hoch sollte Ihre BU-Rente sein?
Berechnen Sie die empfohlene Höhe Ihrer monatlichen Berufsunfähigkeitsrente.
Häufige Fragen zur Berufsunfähigkeitsversicherung
Was zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung?
Was sind die häufigsten Ursachen?
Was ist die abstrakte Verweisung?
Wie hoch sollte die BU-Rente sein?
Was kostet eine BU?
Wann sollte ich die BU abschließen?
Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?
Wann zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung?
Was kostet eine günstige Berufsunfähigkeitsversicherung?
Behalten Sie den Überblick – kostenlos
Alle Versicherungen in einer App: Wir überwachen Ihre Verträge und melden uns, sobald es einen günstigeren oder besseren Tarif gibt – die Formalitäten übernehmen wir.
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- Automatischer Schutz vor Beitragserhöhungen
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