Gebäude­versicherung für Mieter:Wer zahlt was?

Mieter brauchen keine Gebäudeversicherung – die ist Sache des Vermieters. Wichtig sind für Mieter Hausrat- und Privathaftpflichtversicherung.

Mieter brauchen sie nichtHausrat & Haftpflicht zählenUmlage über Nebenkosten
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Gebäudeversicherung für Mieter Bild

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Gebäudeversicherung ist Sache des Eigentümers, nicht des Mieters.
  • Mieter sichern ihr eigenes Inventar mit der Hausratversicherung ab.
  • Schäden an der Wohnung deckt die Privathaftpflicht (Mietsachschäden).
  • Die Gebäudeversicherung wird oft über die Betriebskosten umgelegt.

Wer zahlt die Wohngebäudeversicherung: Vermieter oder Mieter?

Die Wohngebäudeversicherung schließt immer der Eigentümer bzw. Vermieter ab – sie schützt die Bausubstanz, die ihm gehört. Mieter brauchen und können sie nicht abschließen. Der Vermieter darf die Kosten allerdings als Betriebskosten über die Nebenkostenabrechnung auf die Mieter umlegen, sofern das im Mietvertrag vereinbart ist.

Mieter in einer Wohnung
Für die Bausubstanz haftet der Vermieter – Mieter sichern ihr Inventar und ihre Haftung ab.

Welche Versicherungen Mieter wirklich brauchen und abschließen müssen

  • Hausratversicherung – für Möbel, Elektronik und Wertsachen.
  • Privathaftpflicht – auch für Mietsachschäden an der Wohnung.
  • optional Glasversicherung für Fenster und Glasflächen.

Mietsachschäden einschließen

Beschädigen Sie als Mieter z. B. den Parkettboden oder die Einbauküche, springt die Privathaftpflicht ein – aber nur, wenn der Baustein „Mietsachschäden“ eingeschlossen ist. Prüfen Sie das in Ihrer Police.

Wasser- oder Brandschaden in der Mietwohnung

Beschädigt ein Leitungswasser- oder Brandschaden die Bausubstanz (Wände, Boden, Leitungen), reguliert die Gebäudeversicherung des Vermieters. Ihr eigener Hausrat (Möbel, Teppiche, Geräte) läuft über Ihre Hausratversicherung. Haben Sie den Schaden schuldhaft verursacht, kann der Gebäudeversicherer bei Ihrer Privathaftpflicht Regress nehmen – auch dafür ist der Mietsachschaden-Einschluss wichtig.

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Mietsachschäden im Detail

Beschädigen Sie als Mieter die Mietsache – etwa Parkett, Einbauküche oder Sanitär –, springt Ihre Privathaftpflicht ein, aber nur mit eingeschlossenem Baustein Mietsachschäden. Ohne diesen Einschluss bleiben Sie auf dem Schaden sitzen. Ausgeschlossen bleiben in der Regel reine Abnutzung und Schäden an gemieteten Glasflächen (dafür gibt es die Glasversicherung).

Glasversicherung für Mieter

Geht eine Fensterscheibe, die Glaskeramik des Kochfelds oder die Duschabtrennung zu Bruch, zahlt weder die Hausrat noch automatisch die Gebäudeversicherung. Eine günstige Glasversicherung deckt Bruchschäden an Gebäude- und Mobiliarverglasung – sinnvoll vor allem in Wohnungen mit großen Glasflächen.

Wasserschaden in der Mietwohnung: Wer trägt die Kosten?

Bei einem Wasserschaden greifen mehrere Policen: Schäden an der Bausubstanz (Wände, Boden, Leitungen) reguliert die Gebäudeversicherung des Vermieters, Schäden am eigenen Hausrat Ihre Hausratversicherung. Haben Sie den Schaden verursacht, kann der Gebäudeversicherer bei Ihrer Privathaftpflicht Regress nehmen. Melden Sie den Schaden umgehend dem Vermieter und Ihrer Versicherung.

Die Hausratversicherung des Mieters

Das wichtigste eigene Produkt des Mieters ist die Hausratversicherung: Sie ersetzt Möbel, Elektronik, Kleidung und Wertsachen bei Feuer, Leitungswasser, Sturm und Einbruchdiebstahl – zum Neuwert. Sinnvoll ist ein eingeschlossener Elementarbaustein, damit auch ein überfluteter Keller abgedeckt ist. Die Versicherungssumme richtet sich nach dem Wert des Hausrats (Faustregel: rund 650 € je Quadratmeter Wohnfläche).

Umlage über die Nebenkosten: Wie die Gebäudeversicherung auf Mieter umgelegt wird

Für Mieter entstehen keine direkten Kosten für die Gebäudeversicherung – wohl aber anteilig über die Nebenkostenabrechnung. Die eigene Hausrat- und Haftpflichtversicherung kostet zusammen oft nur einen niedrigen zweistelligen Monatsbeitrag.

Was darf der Vermieter umlegen? Umlagefähige Kosten anteilig auf der Abrechnung

Die Kosten der Wohngebäudeversicherung darf der Vermieter als Betriebskosten auf die Mieter umlegen. Geregelt ist das in der Betriebskostenverordnung (BetrKV), genauer in § 2 Nr. 13. Danach sind die Beiträge zur Sach- und Haftpflichtversicherung des Gebäudes umlagefähig und tauchen in Ihrer jährlichen Nebenkostenabrechnung auf.

Umgelegt werden dürfen aber nur Versicherungen, die das Gebäude betreffen, etwa gegen Feuer, Leitungswasser, Sturm und auf Wunsch Elementarschäden. Ihre eigene Hausratversicherung oder Privathaftpflicht zählt nicht dazu, diese schließen Sie als Mieter selbst ab. Prüfen Sie die umgelegten Versicherungskosten in der Abrechnung, denn nur tatsächlich vereinbarte und angemessene Beiträge sind zulässig.

Sind die Versicherungskosten für Mieter steuerlich absetzbar?

Als Mieter können Sie einzelne über die Nebenkosten umgelegte Leistungen steuerlich geltend machen, soweit es sich um haushaltsnahe Dienstleistungen handelt. Die reinen Versicherungsbeiträge für das Gebäude gehören in der Regel nicht dazu. Ihre eigene Hausrat- und Haftpflichtversicherung wirkt sich nur in Sonderfällen steuerlich aus. Mit der richtigen Police sind Sie als Mieter davon unabhängig zuverlässig abgesichert.

Häufige Fragen zur Gebäudeversicherung für Mieter

Brauchen Mieter eine Gebäudeversicherung?
Nein. Die Wohngebäudeversicherung ist Sache des Eigentümers. Mieter sichern Hausrat und Haftung ab.
Wird die Gebäudeversicherung auf Mieter umgelegt?
Ja, der Vermieter darf sie als Betriebskosten über die Nebenkostenabrechnung umlegen, wenn das vereinbart ist.
Welche Versicherung zahlt bei einem Wasserschaden?
Schäden an der Bausubstanz die Gebäudeversicherung des Vermieters, Schäden am eigenen Inventar die Hausratversicherung des Mieters.
Was sind Mietsachschäden?
Schäden, die der Mieter an der gemieteten Wohnung verursacht. Sie sind über die Privathaftpflicht mit entsprechendem Einschluss gedeckt.
Was brauchen Mieter stattdessen?
Eine Hausrat- und eine Privathaftpflichtversicherung, optional eine Glasversicherung.
Was kostet das für Mieter?
Hausrat und Haftpflicht zusammen oft nur einen niedrigen zweistelligen Monatsbeitrag.
Was sind Mietsachschäden und wer zahlt?
Schäden, die der Mieter an der Wohnung verursacht. Sie sind über die Privathaftpflicht mit dem Baustein Mietsachschäden gedeckt.
Brauchen Mieter eine Glasversicherung?
Sinnvoll bei großen Glasflächen – sie deckt Bruch an Fenstern, Glaskeramik-Kochfeld und Co., den Hausrat und Gebäudeversicherung nicht automatisch zahlen.
Wie hoch sollte die Hausratsumme sein?
Als Faustregel rund 650 € je Quadratmeter Wohnfläche. So vermeiden Sie eine Unterversicherung.
Darf der Vermieter die Gebäudeversicherung auf den Mieter umlegen?
Ja. Nach § 2 Nr. 13 der Betriebskostenverordnung (BetrKV) sind die Beiträge zur Sach- und Haftpflichtversicherung des Gebäudes umlagefähig und werden über die Nebenkosten anteilig auf die Mieter umgelegt.
Wer trägt die Kosten bei einem Schaden am Gebäude?
Schäden an der Bausubstanz, etwa durch Leitungswasser, Feuer oder Sturm, trägt die Wohngebäudeversicherung des Vermieters. Für Ihr eigenes Hab und Gut in der Wohnung kommt Ihre Hausratversicherung auf.
Dominic Offers, Versicherungsmakler

Dominic Offers

Versicherungsmakler · seit 2008 in der Branche

Dominic Offers ist zertifizierter Versicherungsexperte mit über 15 Jahren Erfahrung und prüft die Inhalte dieser Seite auf fachliche Richtigkeit.

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