Das Wichtigste in Kürze
- Online-Investitionen wie Wertpapierdepots und Kryptowährungen sind keine klassischen Versicherungsfälle, aber bestimmte Risiken lassen sich absichern.
- Gegen Diebstahl durch Hacker oder Betrug bei Online-Konten hilft eine Cyberversicherung mit entsprechendem Baustein.
- Die gesetzliche Einlagensicherung schützt Guthaben auf Konten, nicht aber Kursverluste bei Aktien oder Krypto.
- Das Marktrisiko selbst ist nicht versicherbar, hier hilft nur Streuung und ein langer Anlagehorizont.
Immer mehr Menschen investieren online in Aktien, Fonds oder Kryptowährungen. Mit dem digitalen Vermögen kommen neue Risiken: gehackte Konten, Phishing, Betrug. Die Frage liegt nahe, ob und wie sich Online-Investitionen versichern lassen. Dieser Ratgeber trennt das Versicherbare vom Nicht-Versicherbaren.
Das Marktrisiko ist nicht versicherbar
Eines vorweg: Das eigentliche Risiko einer Geldanlage, der Kursverlust, lässt sich nicht versichern. Wer in Aktien oder Krypto investiert, trägt das Marktrisiko selbst. Keine Police ersetzt Ihnen Verluste, wenn der Kurs fällt. Schutz bietet hier nur eine breite Streuung über viele Werte und ein langer Anlagehorizont, der kurzfristige Schwankungen ausgleicht. Wer das verspricht zu versichern, ist unseriös.
Cyberrisiken absichern
Versicherbar sind dagegen bestimmte digitale Risiken rund um Ihre Konten. Eine Cyberversicherung für Privatpersonen kann Schäden abdecken, die durch Hackerangriffe, Phishing oder Betrug beim Online-Banking entstehen. Wird Ihr Depot- oder Kryptokonto durch einen Angriff geleert, kann je nach Police und Bedingungen ein Teil des Schadens ersetzt werden. Prüfen Sie dabei genau, welche Fälle eingeschlossen sind, denn die Bedingungen unterscheiden sich stark.
Was die Einlagensicherung leistet
Für Guthaben auf Bankkonten gibt es die gesetzliche Einlagensicherung. Sie schützt Einlagen je Kunde und Bank bis zu 100.000 Euro, falls die Bank insolvent wird. Wichtig: Diese Sicherung gilt für Konto- und Tagesgeldguthaben, nicht für Wertpapiere oder Kryptowährungen. Aktien und Fonds gehören Ihnen ohnehin und fallen nicht in die Insolvenzmasse der Bank. Kryptowährungen auf Handelsplattformen sind dagegen oft gar nicht geschützt.
Krypto sicher verwahren
Bei Kryptowährungen ist die Verwahrung das größte Risiko. Eine eigene Wallet, deren Schlüssel Sie selbst kontrollieren, schützt besser vor dem Ausfall einer Handelsplattform als das Belassen der Coins auf der Börse.
Digitale Risiken absichern
Eine Cyberversicherung schützt vor Schäden durch Hacker und Betrug. Vergleichen Sie die Tarife und schließen Sie Ihre Lücken.
So schützen Sie Ihre Online-Investitionen
Der beste Schutz ist eine Kombination aus Technik und Verhalten. Sichern Sie Ihre Konten mit starken, einzigartigen Passwörtern und einer Zwei-Faktor-Authentifizierung. Seien Sie wachsam bei E-Mails und Anrufen, die nach Zugangsdaten fragen, das sind oft Betrugsversuche. Verteilen Sie Ihr Vermögen auf mehrere Anbieter und verwahren Sie Kryptowährungen sicher. Eine Cyberversicherung ergänzt diese Maßnahmen, ersetzt sie aber nicht.
Verluste sind nicht versicherbar, Betrug oft schon
Trennen Sie zwei Dinge klar: Das Risiko fallender Kurse trägt jeder Anleger selbst, dagegen hilft keine Versicherung. Versicherbar sind aber die digitalen Gefahren drumherum, also Hackerangriffe und Betrug. Eine Cyberversicherung kann hier einspringen. Wer Ihnen eine Versicherung gegen Kursverluste verkaufen will, ist unseriös.

