Das Wichtigste in Kürze
- Beiträge zur Rürup-Rente sind zu 100 Prozent steuerlich absetzbar – bis 30.826 Euro im Jahr (Ledige), 61.652 Euro bei Zusammenveranlagung.
- Der Rechner ermittelt Ihre Steuerersparnis nach dem echten Einkommensteuertarif, nicht nach einer Faustformel.
- Bei 6.000 Euro Beitrag und 42 Prozent Grenzsteuersatz zahlt das Finanzamt 2.520 Euro davon.
- Für Angestellte lohnt sich die Basisrente weit weniger: Die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zählen auf den Höchstbetrag an.
- Die Kehrseite: Ein Rürup-Vertrag ist nicht kündbar, nicht beleihbar und nicht vererbbar. Es gibt nur eine lebenslange Rente, kein Kapital.
Tragen Sie Ihren geplanten Beitrag und Ihr zu versteuerndes Einkommen ein. Der Rechner ermittelt daraus, wie viel Steuern Sie sparen und was der Vertrag Sie netto kostet. Wenn Sie wissen möchten, ob sich eine Basisrente für Sie überhaupt lohnt, ist das die erste Zahl, die Sie berechnen sollten.
Die Rürup-Rente ist neben der betrieblichen Altersvorsorge und Riester die dritte staatlich geförderte Altersvorsorge in Deutschland – und die einzige, die rein über die Steuer funktioniert.
Rechner: Wie viel Steuern spart Ihre Rürup-Rente?
Rürup-Beiträge von der Steuer absetzen
Die Basisrente ist keine Zulagenförderung wie Riester. Ihr einziger Hebel ist die Steuer: Sie zahlen ein, können den Beitrag von der Steuer absetzen und bekommen einen Teil über die Einkommensteuer zurück. Als steuerlich geförderte private Altersvorsorge ist die Rürup-Rente damit vor allem ein Steuersparmodell.
Seit 2023 sind die Beiträge zu 100 Prozent absetzbar (§ 10 Abs. 3 EStG). Wie viel Sie über den Sonderausgabenabzug zurückbekommen, bestimmt allein Ihr persönlicher Grenzsteuersatz. Die Steuervorteile fallen deshalb sehr individuell aus – zwei Menschen mit demselben Beitrag können eine völlig unterschiedliche Ersparnis haben.

| Grenzsteuersatz | Steuerersparnis pro Jahr | Ihr echter Aufwand |
|---|---|---|
| 30 Prozent | 1.800 € | 4.200 € |
| 35 Prozent | 2.100 € | 3.900 € |
| 42 Prozent | 2.520 € | 3.480 € |
| 45 Prozent | 2.700 € | 3.300 € |
Warum der Rechner oben eine andere Zahl zeigt
Diese Tabelle rechnet mit der gängigen Faustformel Beitrag × Grenzsteuersatz. In Wirklichkeit senkt der Abzug Ihr Einkommen – ein Teil davon rutscht dabei in eine niedrigere Progressionsstufe. Bei 70.000 € zu versteuerndem Einkommen und 6.000 € Beitrag sind es deshalb nicht 2.520 €, sondern 2.460 €. Der Rechner oben bildet den echten Einkommensteuertarif ab und liefert daher den genaueren Wert.
Daraus folgt die einfache Regel: Je höher Ihre Steuerlast heute, desto mehr bringt die Rürup-Rente. Wer wenig verdient, holt wenig heraus. Wie viel Sie monatlich einzahlen, bleibt Ihnen überlassen – viele Selbstständige zahlen zusätzlich zur laufenden Rate einmal im Jahr eine Sonderzahlung ein, um den Höchstbetrag auszuschöpfen.
Der Höchstbetrag 2026 – und die Falle für Angestellte
Absetzbar sind 2026 höchstens 30.826 € im Jahr, bei Zusammenveranlagung das Doppelte. Der Betrag entspricht dem Höchstbeitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung und steigt jedes Jahr.
Der Haken, den viele Rechner verschweigen: In diesen Topf zählen auch Ihre Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung – und zwar der Arbeitnehmer- und der Arbeitgeberanteil.

Ein Angestellter mit 60.000 € Bruttolohn zahlt 11.160 € in die gesetzliche Rentenversicherung ein (18,6 Prozent). Von den 30.826 € bleiben ihm damit nur noch rund 19.666 € frei für einen Rürup-Vertrag. Wer über der Beitragsbemessungsgrenze verdient, hat sogar nur noch knapp 12.000 € Spielraum.
Ein Selbstständiger ohne gesetzliche Rentenversicherungspflicht kann den Rahmen dagegen voll ausschöpfen und den vollen Betrag von der Steuer absetzen. Genau deshalb ist die Basisrente in erster Linie ein Produkt für Selbstständige und Freiberufler mit hoher Steuerlast.
Die Steuerersparnis rettet keinen schlechten Vertrag
Ich sehe oft Verträge, die allein wegen des Steuervorteils abgeschlossen wurden – und dann so hohe Kosten haben, dass davon nichts übrig bleibt. Rechnen Sie beides: die Ersparnis und die Effektivkosten. Erst dann wissen Sie, ob sich die Basisrente lohnt.
Die Nachteile, die Sie kennen müssen
Die Steuerersparnis ist real. Der Preis dafür ist die Bindung. Ein Rürup-Vertrag ist bewusst so konstruiert, dass Sie nicht mehr an das Geld kommen:
- Nicht kündbar. Sie können den Vertrag nur beitragsfrei stellen. Ausgezahlt wird nichts.
- Kein Kapitalwahlrecht. Es gibt ausschließlich eine lebenslange Rente, frühestens ab 62.
- Nicht beleihbar, nicht übertragbar, nicht verpfändbar.
- Nicht vererbbar. Sterben Sie ohne Zusatzbaustein, fällt das Kapital an die Versichertengemeinschaft.
Diese Nachteile lassen sich abmildern – über eine Hinterbliebenenrente, eine Rentengarantiezeit oder eine Beitragsrückgewähr. Jeder dieser Bausteine kostet allerdings Rendite und senkt die Höhe Ihrer späteren Rente. Ob das sinnvoll ist, hängt von Ihrer Familiensituation ab.
Die Unantastbarkeit hat auch einen Vorteil
Weil das Kapital nicht verwertbar ist, gilt die Basisrente in der Ansparphase als geschütztes Vermögen und wird beim Bürgergeld nicht angetastet. Für Selbstständige mit schwankendem Einkommen ist das ein echtes Argument. Der Schutz hängt allerdings an der typischen Ausgestaltung des Vertrags – lassen Sie Ihre Police im Zweifel prüfen.
Kosten: der stille Renditefresser
Bevor Sie einen Rürup-Vertrag unterschreiben, schauen Sie auf die Effektivkosten. Eine Marktstudie der Bürgerbewegung Finanzwende (Erhebung November 2025, 78 Rürup-Tarife) kam zu einem ernüchternden Ergebnis: Zwei Drittel der untersuchten Tarife erreichen über die Laufzeit nicht einmal zwei Prozent Rendite.
Was der Staat Ihnen über die Steuer schenkt, kann ein teurer Vertrag also wieder auffressen. Die Steuervorteile rechtfertigen keinen schlechten Vertrag. Selbst bei einem attraktiven Steuersatz lohnt sich Rürup nur mit niedrigen Kosten. Vergleichen Sie deshalb immer die Effektivkosten, nicht nur die Steuerersparnis.
Rürup mit ETFs
Es muss keine klassische Versicherung sein. Es gibt fondsgebundene Basisrenten, bei denen Ihre Beiträge in ETFs fließen – zum Beispiel in einen MSCI World.
Anders als bei Riester gibt es keine gesetzliche Beitragsgarantie. Ihr Geld kann also voll in ETFs und Aktien investiert werden, was langfristig die Renditechance deutlich erhöht. Wer sich für eine Basisrente entscheidet, sollte diese Variante zumindest prüfen: Ein Rürup-Vertrag mit ETFs und niedrigen Kosten schlägt einen klassischen Tarif in aller Regel deutlich.
Achten Sie bei fondsgebundenen Verträgen auf zwei Dinge: die Auswahl der ETFs und die Effektivkosten. Beides entscheidet über Ihre Rendite mehr als die Steuerersparnis.
Besteuerung im Alter
Was Sie heute sparen, holt sich der Staat später teilweise zurück. Die Rürup-Rente wird nachgelagert besteuert – nach demselben Kohortenprinzip wie die gesetzliche Rente.
Wer 2026 in Rente geht, versteuert 84 Prozent seiner Rürup-Rente. Der Prozentsatz richtet sich nach dem Jahr des Rentenbeginns und gilt dann lebenslang. Bei Rentenbeginn ab 2058 sind es 100 Prozent.
Die Auszahlung erfolgt ausschließlich als monatliche Rente. Der Vorteil bleibt trotzdem: Im Ruhestand liegt Ihr Steuersatz meist deutlich unter dem der Erwerbsphase. Genau darauf zielt die Konstruktion ab – hohe Steuerlast heute, niedrigere im Alter. Besonders für Selbstständige mit schwankendem Einkommen ist das ein Argument: In einem guten Jahr zahlen Sie mehr ein und senken die Steuerlast genau dann, wenn sie am höchsten ist.
Rürup oder Riester?
| Rürup / Basisrente | Riester-Rente | |
|---|---|---|
| Förderung | Steuerersparnis über den Sonderausgabenabzug | feste Zulagen plus Steuervorteil |
| Zielgruppe | Selbstständige, hohe Steuerlast | Familien mit Kindern, Geringverdiener |
| Kapitalauszahlung | nein | bis 30 Prozent zu Rentenbeginn |
| Vererbbar | nur mit Zusatzbaustein | ja, eingeschränkt |
| Neuabschluss ab 2027 | weiterhin möglich | nein – wird durch das Altersvorsorgedepot ersetzt |
Wichtig für Ihre Planung: Das Altersvorsorge-Reformgesetz ist beschlossen (Bundesrat, 8. Mai 2026). Es betrifft die Riester-Rente, nicht die Basisrente. Rürup-Verträge bleiben auch nach 2027 abschließbar.
Lohnt sich Rürup für Sie?
Wir rechnen Ihre Steuerersparnis durch und prüfen die Effektivkosten der Tarife.
Häufige Fragen
Für wen ist die Rürup-Rente sinnvoll?
Wie hoch ist die Steuerersparnis bei der Rürup-Rente?
Wie viel kann ich 2026 absetzen?
Lohnt sich Rürup für Angestellte?
Kann ich die Rürup-Rente kündigen oder mir auszahlen lassen?
Was passiert mit meiner Rürup-Rente im Todesfall?
Ist die Rürup-Rente vererbbar?
Gibt es eine Rürup-Rente mit ETF?
Ist die Rürup-Rente pfändungssicher?
Wie wird die Rürup-Rente im Alter versteuert?
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