Das Wichtigste in Kürze
- Beiträge zur Zahnzusatzversicherung zählen zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen und sind grundsätzlich absetzbar.
- Es gilt ein Höchstbetrag von 1.900 € (Arbeitnehmer, Rentner) bzw. 2.800 € (Selbstständige).
- In der Praxis ist dieser Betrag meist schon durch die Kranken- und Pflegeversicherung ausgeschöpft.
- Profitieren können vor allem Geringverdiener und Studenten mit niedrigen Pflichtbeiträgen.
Ist die Zahnzusatzversicherung steuerlich absetzbar?
Grundsätzlich ja. Die Beiträge zu einer privaten Zahnzusatzversicherung gehören steuerlich zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen, genau wie Beiträge zu anderen Kranken- und Pflegezusatzversicherungen. Sie tragen sie in der Anlage Vorsorgeaufwand Ihrer Steuererklärung ein. Ob sich die Beiträge am Ende steuerlich auswirken, hängt allerdings von einer wichtigen Grenze ab, dem jährlichen Höchstbetrag.
Der Höchstbetrag: 1.900 oder 2.800 Euro
Der Gesetzgeber deckelt die absetzbaren Vorsorgeaufwendungen pro Jahr. Wie hoch die Grenze ist, hängt von Ihrer Situation ab:
| Personengruppe | Höchstbetrag pro Jahr |
|---|---|
| Arbeitnehmer, Rentner, Beamte | 1.900 € |
| Selbstständige und Freiberufler | 2.800 € |
| Ehepaare | die jeweiligen Beträge zusammengerechnet |
Unter diesen Höchstbetrag fallen sämtliche sonstigen Vorsorgeaufwendungen zusammen, also auch Beiträge zur privaten Haftpflicht, Unfall- oder Krankenzusatzversicherung. Die Zahnzusatzversicherung teilt sich diesen Topf mit allen anderen.
Warum sich der Abzug meist nicht auswirkt
Hier liegt der Haken: Der Höchstbetrag ist bei den meisten Menschen bereits durch die Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung ausgeschöpft. Diese Basisabsicherung wird vorrangig angerechnet. Erst wenn danach noch Luft bis zur Grenze bleibt, wirken sich zusätzliche Beiträge wie die Zahnzusatzversicherung aus. Bei sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern ist das selten der Fall. Absetzen dürfen Sie die Beiträge trotzdem, ein echter Steuervorteil entsteht dabei aber oft nicht.
Erst vergleichen, dann abschließen
Eine hohe Erstattung spart mehr als der Steuervorteil.
Wer wirklich profitiert
Einen spürbaren Vorteil haben vor allem Menschen mit niedrigen Pflichtbeiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung. Dann bleibt unter dem Höchstbetrag noch Platz für die Zahnzusatzversicherung. Typische Fälle:
- Studenten mit günstiger studentischer Krankenversicherung.
- Geringverdiener und Teilzeitkräfte mit niedrigen Beiträgen.
- Familien, bei denen ein Partner beitragsfrei mitversichert ist.
In diesen Konstellationen kann sich das Eintragen der Beiträge tatsächlich lohnen, weil der Höchstbetrag noch nicht ausgeschöpft ist.
So tragen Sie die Beiträge ein
Die Beiträge kommen in die Anlage Vorsorgeaufwand. Tragen Sie den im Jahr gezahlten Gesamtbeitrag bei den weiteren Kranken- und Pflegeversicherungen ein. In ELSTER und den gängigen Steuerprogrammen werden Sie Schritt für Schritt nach „Zusatzversicherungen zur Krankenversicherung“ gefragt. Den gezahlten Jahresbeitrag entnehmen Sie der Beitragsbescheinigung Ihres Versicherers. Belege müssen Sie nicht mitschicken, aber für Rückfragen des Finanzamts aufbewahren.
Sonderfall Selbstständige
Selbstständige und Freiberufler haben mit 2.800 Euro einen höheren Höchstbetrag. Da sie ihre Krankenversicherung häufig privat und in unterschiedlicher Höhe zahlen, bleibt hier eher Spielraum, in dem sich die Zahnzusatzversicherung steuerlich auswirken kann. Ein Blick auf die individuelle Beitragssituation lohnt sich, im Zweifel gemeinsam mit dem Steuerberater.
Zahnarztkosten als außergewöhnliche Belastung
Von den Beiträgen zu trennen sind die tatsächlichen Zahnarztkosten, die Sie selbst tragen. Ihren Eigenanteil bei Zahnersatz oder Behandlungen können Sie als außergewöhnliche Belastung geltend machen, allerdings erst oberhalb der sogenannten zumutbaren Belastung. Diese Grenze richtet sich nach Einkommen, Familienstand und Kinderzahl. Nur der Teil der Kosten, der darüber liegt, wirkt sich steuerlich aus. Wer über eine Zahnzusatzversicherung bereits einen Großteil erstattet bekommt, kann entsprechend nur den verbleibenden Eigenanteil ansetzen. Beides zusammen, Erstattung plus möglicher Steuerabzug, senkt die Belastung durch teuren Zahnersatz spürbar.
Beispiel: So viel Steuervorteil ist möglich
Ein kurzes Beispiel verdeutlicht, warum sich der Blick lohnt. Eine Studentin zahlt niedrige Beiträge zur studentischen Krankenversicherung und schöpft den Höchstbetrag von 1.900 Euro nicht aus. Ihre Zahnzusatzversicherung kostet 120 Euro im Jahr. Da unter der Grenze noch Platz ist, wirken sich diese 120 Euro als Vorsorgeaufwand aus und mindern das zu versteuernde Einkommen. Bei einem Arbeitnehmer mit hohen Kranken- und Pflegebeiträgen wäre der Topf dagegen bereits voll, und derselbe Betrag bliebe steuerlich wirkungslos.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich die Zahnzusatzversicherung von der Steuer absetzen?
Wie hoch ist der Höchstbetrag?
Warum wirkt sich der Abzug oft nicht aus?
Wo trage ich die Beiträge ein?
Wer profitiert am meisten?
Mehr zum Thema: Zahnzusatzversicherung Vergleich sowie PKV in der Steuererklärung.
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