Altersvorsorge

Der ruhige Baustein im Ruhestandsdepot:kurzlaufende Staatsanleihen

Älteres Paar bespricht Unterlagen am Küchentisch
Guter Ratgeber? In Google als bevorzugte Quelle hinzufügen:

Im Ruhestand kehrt sich die Logik des Depots um. In der Ansparphase ist Schwankung erträglich, weil Zeit da ist. In der Entnahmephase ist sie ein Problem, weil jeder Verkauf zu einem schlechten Kurs dauerhaft Substanz kostet — verkauftes Kapital kann sich nicht erholen.

Daraus folgt eine schlichte Bauanleitung: Was in den nächsten Jahren gebraucht wird, gehört nicht in den schwankenden Teil des Depots. Die Frage ist nur, worin es stattdessen liegen soll.

Warum die Restlaufzeit alles entscheidet

Bei Anleihen bewegt sich der Kurs gegenläufig zum Marktzins. Steigt der Zins, fällt der Kurs bestehender Papiere — und zwar umso stärker, je länger sie noch laufen. Eine Anleihe mit zwanzig Jahren Restlaufzeit kann zweistellig einbrechen; eine mit sechs Monaten kaum.

Für den Entnahmepuffer ist deshalb nicht die Bonität die erste Stellschraube, sondern die Laufzeit. Wer die Fälligkeit auf den geplanten Entnahmezeitpunkt legt, bekommt am Ende den Nennwert und muss den Kursverlauf dazwischen nicht beachten.

Einzelanleihe oder Fonds?

Eine einzelne Anleihe bis zur Fälligkeit zu halten, hat einen Vorteil, den kein Fonds bieten kann: Der Rückzahlungsbetrag steht von Anfang an fest. Dafür braucht es genug Kapital, um sinnvoll zu streuen, und die Bereitschaft, sich um Fälligkeiten zu kümmern.

Ein Fonds nimmt diese Arbeit ab, hat aber keine Fälligkeit. Er rollt fortlaufend, weshalb der Anteilswert dauerhaft schwankt, wenn auch bei kurzen Laufzeiten wenig. Für kleinere Beträge und für alle, die keine Termine verwalten wollen, ist das die praktikablere Lösung.

Was der ruhige Depotteil leisten mussAnforderungen an den Entnahmepuffer und wie kurzlaufende Anleihen dazu passenAnforderungKurzlaufende StaatsanleihenWert soll bis zur Entnahme stabil bleibenJe kürzer die Restlaufzeit, desto geringerdie KursschwankungTermin der Entnahme ist bekanntFälligkeit lässt sich auf denEntnahmezeitpunkt legenAusfall des Schuldners sollunwahrscheinlich seinBonität des Staates ersetzt keineGarantie, ist aber prüfbarKosten sollen den Ertrag nicht auffressenBei sehr kurzen Laufzeiten wiegt jedeGebühr schwerAnforderungsprofil eines Entnahmepufferson-chain-finance.com
Der Puffer soll nicht gewinnen, er soll verfügbar sein

Was sich an der Verpackung gerade ändert

Seit einigen Jahren gibt es dieselben Papiere auch in digitaler Verpackung: Fonds auf kurzlaufende Staatsanleihen, deren Anteile zusätzlich in einem elektronischen Register geführt werden. Inhaltlich liegt darin dasselbe Portfolio. Unterschiedlich sind Zugang, Mindestanlage und die Frage, wer die Anteile verwahrt.

Für Privatanleger sind diese Produkte bislang meist nicht zugänglich, und wo sie es sind, gelten andere Regeln als im vertrauten Depot. Welche Produkte es gibt und wie sie strukturiert sind, dokumentiert die Übersicht zu Staatsanleihen in tokenisierter Form.

Wie groß der Puffer sein sollte

Eine verbreitete Faustregel setzt zwei bis fünf Jahresentnahmen in den schwankungsarmen Teil. Der Gedanke dahinter: Eine schwache Börsenphase soll ausgesessen werden können, ohne Aktien verkaufen zu müssen.

Wer die Regel anwendet, sollte mit der Nettoentnahme rechnen, also nach Steuern und nach den laufenden Kosten des Depots. Und der Puffer will nachgefüllt werden — sinnvollerweise in Jahren, in denen der schwankende Teil gut gelaufen ist, nicht dann, wenn er ohnehin gerade schwach steht.

Wo dieser Puffer liegt, ist eine eigene Entscheidung, und sie fällt anders aus als die Frage nach dem Ertrag: Tagesgeld, kurzlaufender Fonds und die neueren Zahlungsformen unterscheiden sich vor allem darin, wer im Ernstfall haftet und wie schnell man tatsächlich an das Geld kommt. Bei der letzten Gruppe lohnt der Blick vorab. Wer wissen will, worin sich ein E-Geld-Token von einem Bankguthaben unterscheidet, findet dort auch die Antwort darauf, warum die Einlagensicherung hier nicht greift.

Häufige Fragen

Wie stark schwanken kurzlaufende Staatsanleihen?

Deutlich weniger als lange Laufzeiten. Die Kursreaktion auf Zinsänderungen wächst mit der Restlaufzeit; bei Papieren mit wenigen Monaten Laufzeit bleibt sie klein. Wer bis zur Fälligkeit hält, bekommt ohnehin den Nennwert zurück.

Einzelanleihe oder Anleihefonds für den Ruhestand?

Die Einzelanleihe liefert einen festen Rückzahlungstermin und -betrag, verlangt aber Kapital für Streuung und laufende Verwaltung. Der Fonds nimmt die Arbeit ab, hat aber keine Fälligkeit und schwankt dauerhaft leicht. Für kleinere Depots ist der Fonds meist praktikabler.

Wie viele Jahresentnahmen gehören in den sicheren Teil?

Verbreitet sind zwei bis fünf Jahresentnahmen, gerechnet nach Steuern und Depotkosten. Der Puffer soll eine schwache Börsenphase überbrücken, damit in dieser Zeit keine Aktien verkauft werden müssen.

Tobias Friedrich

Tobias Friedrich

Gründer der Finanzriese GmbH

Tobias Friedrich ist Gründer und Geschäftsführer der Finanzriese GmbH, dem Unternehmen hinter Versicherungsriese.de. Seit der Gründung verfolgt er ein Ziel: Versicherungen für Verbraucher transparent und kostenlos vergleichbar zu machen. Er verantwortet die redaktionelle Ausrichtung des Ratgebers und stellt sicher, dass alle Inhalte fachlich fundiert, aktuell und verständlich aufbereitet sind. Sein Anspruch ist ehrliche Orientierung statt Verkaufsdruck.