Versicherungssummen-Rechner: Sind Sie richtig versichert?

Fast jeder schätzt seine Versicherungssumme falsch – und wird im Schadenfall gekürzt. Berechnen Sie in Sekunden die richtige Summe für Hausrat, Wohngebäude, Berufsunfähigkeit und Risikoleben und decken Sie gefährliche Lücken auf.

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Was bedeutet Unterversicherung – und warum ist sie so gefährlich?

Von Unterversicherung spricht man, wenn die vereinbarte Versicherungssumme niedriger ist als der tatsächliche Wert des versicherten Eigentums. Das Tückische: Der Versicherer kürzt dann nicht erst bei einem Totalschaden, sondern bei jedem Schaden anteilig. Ein Beispiel: Ist Ihr Hausrat 60.000 € wert, aber nur mit 40.000 € versichert, erstattet die Versicherung selbst bei einem 5.000-€-Schaden nur zwei Drittel – rund 3.300 €. Den Rest zahlen Sie selbst.

Genau deshalb lohnt es sich, die Summen einmal sauber zu berechnen, statt sie zu schätzen.

So berechnen Sie die richtige Versicherungssumme

Hausrat: 650 € pro Quadratmeter

Die gängige Faustformel lautet 650 € pro m² Wohnfläche. Wer diese Summe ansetzt, erhält in den meisten Tarifen einen Unterversicherungsverzicht – der Versicherer verzichtet dann darauf, im Schadenfall zu kürzen. Bei gehobener Ausstattung sind 700 bis 800 €/m² sinnvoll.

Wohngebäude: der Wiederaufbauwert zählt

Versichert wird nicht der Kauf- oder Marktwert, sondern was es kosten würde, das Haus heute neu zu bauen. Üblich ist ein Tarif mit gleitendem Neuwert auf Basis des „Wert 1914“: Der Beitrag passt sich jährlich an die Baupreise an, sodass Sie automatisch ausreichend versichert sind. Unser Rechner schätzt den Wiederaufbauwert aus Wohnfläche und Baustandard.

Berufsunfähigkeit: rund 80 % des Nettoeinkommens

Die BU-Rente sollte Ihren Lebensstandard sichern. Als Richtwert gelten etwa 80 % Ihres aktuellen Nettoeinkommens. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente liegt meist deutlich darunter und reicht allein selten aus.

Risikoleben: das 3- bis 5-fache Jahreseinkommen plus Schulden

Zur Absicherung der Familie empfehlen Verbraucherschützer das 3- bis 5-fache des Brutto-Jahreseinkommens, zuzüglich offener Kredite wie einer Immobilienfinanzierung. So müssen Hinterbliebene im Ernstfall weder den Lebensstandard noch die Raten allein stemmen.

Häufige Fragen zur Versicherungssumme

Was passiert bei Unterversicherung im Schadenfall?
Der Versicherer kürzt die Leistung im selben Verhältnis, in dem die Versicherungssumme unter dem tatsächlichen Wert liegt – und zwar bei jedem Schaden, nicht nur beim Totalschaden. Ein Unterversicherungsverzicht (z. B. über die 650-€/m²-Regel bei der Hausratversicherung) schützt davor.
Was ist ein Unterversicherungsverzicht?
Eine Klausel, mit der der Versicherer auf die Anrechnung einer Unterversicherung verzichtet. Voraussetzung ist meist, dass Sie die Summe nach einer vereinbarten Faustformel ansetzen, etwa 650 € pro m² Wohnfläche bei der Hausratversicherung oder den gleitenden Neuwert bei der Wohngebäudeversicherung.
Wie oft sollte ich meine Versicherungssumme prüfen?
Mindestens nach jeder größeren Anschaffung, einem Umzug, einer Renovierung oder einer Gehaltsänderung. Gerade bei Hausrat und Wohngebäude steigt der Wert über die Jahre oft unbemerkt – und damit das Risiko einer Unterversicherung.
Sind die berechneten Werte verbindlich?
Nein, der Rechner liefert eine fundierte Orientierung auf Basis gängiger Faustformeln. Die exakte Summe hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Gerne prüfen unsere Versicherungsmakler Ihre bestehenden Verträge kostenlos auf Lücken und Doppelungen.