Das Wichtigste in Kürze
- Etwa jedes zweite Kind braucht später eine Zahnspange, die gesetzliche Kasse zahlt aber nur bei ausgeprägten Fehlstellungen.
- Eine Zahnzusatzversicherung für Kinder übernimmt die Kieferorthopädie bei KIG 1 und 2 sowie die Mehrkosten bei KIG 3 bis 5.
- Der beste Zeitpunkt: ab etwa drei Jahren und immer, bevor der Zahnarzt eine Behandlung anrät.
- Gute Tarife gibt es schon für einen kleinen einstelligen Monatsbeitrag.
Rechner: Ihr Eigenanteil beim Zahnersatz

Warum eine Zahnzusatzversicherung für Kinder sinnvoll ist
Der wichtigste Grund heißt Kieferorthopädie. Rund die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen bekommt im Laufe der Jahre eine Zahnspange, und die Kosten dafür liegen schnell im vierstelligen Bereich. Die gesetzliche Kasse zahlt eine kieferorthopädische Behandlung aber nur bei stärkeren Fehlstellungen. Für leichte bis mittlere Fälle und für hochwertige Behandlungen bleiben Eltern sonst auf einem großen Teil der Kosten sitzen. Genau diese Lücke schließt eine Zahnzusatzversicherung für Kinder.
Kieferorthopädie und die KIG-Stufen
Ob und wie viel die gesetzliche Krankenkasse bei einer Zahnspange übernimmt, richtet sich nach den kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG). Sie teilen Fehlstellungen in fünf Schweregrade ein:
| KIG-Stufe | Fehlstellung | Leistung der gesetzlichen Kasse |
|---|---|---|
| KIG 1–2 | leicht bis mittel | keine, Behandlung komplett selbst zu zahlen |
| KIG 3 | ausgeprägt | 80 % vorab, Rest nach erfolgreichem Abschluss |
| KIG 4–5 | stark bis schwer | 80 % vorab, Rest nach erfolgreichem Abschluss |
Das Problem: Ein Großteil der Behandlungen fällt in die Stufen KIG 1 und 2, für die es gar keinen Zuschuss gibt. Und selbst bei KIG 3 bis 5 zahlt die Kasse nur die Standardversorgung, nicht aber hochwertige Zahnspangen oder Zusatzleistungen. Ein guter Kinder-Tarif übernimmt beides.
Was kostet eine Zahnspange?
Die Kosten einer kieferorthopädischen Behandlung hängen stark von Art und Dauer ab. Ohne Zuschuss der Kasse müssen Eltern bei den Stufen KIG 1 und 2 die komplette Behandlung selbst tragen. Zur Orientierung:
| Behandlung | typische Kosten | wer zahlt ohne Zusatzschutz |
|---|---|---|
| Feste Zahnspange (KIG 1–2) | 2.000–6.000 € | komplett die Eltern |
| Hochwertige Brackets / Innenspange | Mehrkosten 1.000–5.000 € | Eltern (über Kassenleistung) |
| Retainer nach der Behandlung | 300–600 € | oft die Eltern |
Bei einer mittleren Fehlstellung, die nicht ins Kassenraster fällt, kommen so schnell mehrere tausend Euro zusammen. Eine Zahnzusatzversicherung für Kinder erstattet diese Kosten, sofern der Vertrag rechtzeitig bestand.
So läuft die kieferorthopädische Behandlung ab
Eine kieferorthopädische Behandlung beginnt mit der Diagnose und der Einstufung in eine KIG-Gruppe. Danach folgen je nach Befund eine lose oder feste Zahnspange und eine Behandlungsdauer von oft zwei bis vier Jahren. Zum Abschluss sichert ein Retainer das Ergebnis. Über diesen langen Zeitraum summieren sich Kontrollen, Anpassungen und Materialkosten. Wichtig für Eltern: Die Versicherung muss vor der Diagnose bestehen, denn sobald eine Behandlung angeraten ist, gilt sie als bekannter Befund.
Was die gesetzliche Krankenkasse übernimmt
Neben der Kieferorthopädie zahlt die gesetzliche Krankenversicherung bei Kindern die zahnmedizinische Grundversorgung: Kontrollen, einfache Füllungen und die Behandlung von Karies. Nicht oder nur teilweise übernommen werden dagegen Kunststofffüllungen im Seitenzahnbereich, eine gründliche professionelle Zahnreinigung, die Fissurenversiegelung aller Backenzähne sowie eben die kieferorthopädischen Leistungen unterhalb von KIG 3. Diese Lücken federt der Zusatzschutz ab.
Welche Leistungen ein guter Kinder-Tarif bietet
Damit sich der Schutz wirklich lohnt, sollte ein Tarif für Kinder diese Leistungen mitbringen:
- Kieferorthopädie bei KIG 1 und 2, also für leichte Fehlstellungen ohne Kassenleistung.
- Mehrkosten bei KIG 3 bis 5, etwa für hochwertige Brackets, Innenspangen oder Retainer.
- Hochwertige Füllungen und Kunststofffüllungen im Seitenzahnbereich.
- Professionelle Zahnreinigung und Fissurenversiegelung zur Vorsorge.
- Zahnersatz für den seltenen Fall, dass er schon im Kindesalter nötig wird.
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Ab welchem Alter und wann abschließen?
Der ideale Zeitpunkt ist früh, in der Regel ab etwa drei Jahren. Entscheidend ist eine einfache Regel: Der Vertrag muss stehen, bevor der Zahnarzt oder Kieferorthopäde eine Behandlung anrät oder eine Fehlstellung dokumentiert. Ist der kieferorthopädische Befund erst einmal festgehalten, gilt die Behandlung als angeraten und wird nicht mehr übernommen. Wer seine Kinder also absichern möchte, sollte das tun, solange die Zähne unauffällig sind.
Was kostet eine Zahnzusatzversicherung für Kinder?
Kinder-Tarife sind vergleichsweise günstig, weil im jungen Alter noch keine Vorschäden bestehen. Je nach Leistungsumfang liegt der Beitrag meist im niedrigen einstelligen Bereich pro Monat, gute Kieferorthopädie-Tarife kosten etwas mehr. Diese Faktoren bestimmen den Preis:
Worauf Eltern beim Vergleich achten sollten
Nicht jeder Tarif, der günstig aussieht, taugt für Kinder. Diese Punkte entscheiden über den Wert:
- Kieferorthopädie ohne KIG-Grenze: Die Behandlung sollte auch bei KIG 1 und 2 erstattet werden.
- Hohe Erstattung: idealerweise 80 bis 100 Prozent für die Zahnspange inklusive Retainer.
- Keine oder kurze Wartezeit, damit der Schutz zeitnah greift.
- Ausreichende Höchstsummen für die kieferorthopädische Behandlung.
- Prophylaxe und Fissurenversiegelung für die Vorsorge.
Am schnellsten finden Sie einen passenden Tarif über den Tarifrechner, der Leistungen und Beiträge mehrerer Anbieter gegenüberstellt.
Familientarif: mehrere Kinder absichern
Wer mehrere Kinder hat, kann sie einzeln oder über einen Familientarif versichern. Jedes Kind bekommt dabei seinen eigenen Schutz, oft aber zu vergünstigten Konditionen. Sinnvoll ist es, jedes Kind früh und getrennt zu bewerten, denn der Bedarf, etwa an Kieferorthopädie, unterscheidet sich von Kind zu Kind.
Vorteile und Nachteile im Überblick
Vorteile
- Deckt die teure Kieferorthopädie bei KIG 1 und 2
- Schon für kleinen Monatsbeitrag erhältlich
- Erstattet Prophylaxe und Fissurenversiegelung
- Günstige Konditionen dank jungem Eintrittsalter
Nachteile
- Kein Abschluss bei bereits angeratener Behandlung
- Wartezeit und Zahnstaffel in den ersten Jahren
- Bei später Absicherung kann der Bedarf schon feststehen
Häufige Fehler beim Abschluss
- Zu spät abschließen: Sobald der Kieferorthopäde eine Zahnspange empfiehlt, ist die Behandlung angeraten und nicht mehr versichert.
- KIG-Grenze übersehen: Ein Tarif ohne Leistung für KIG 1 und 2 lässt gerade die häufigsten Fälle offen.
- Nur auf den Beitrag schauen: Entscheidend ist die Höhe der Erstattung für die Kieferorthopädie, nicht der günstigste Preis.
- Retainer und Mehrkosten vergessen: Achten Sie darauf, dass auch Zusatzleistungen bei KIG 3 bis 5 abgedeckt sind.
Häufig gestellte Fragen
Ist eine Zahnzusatzversicherung für Kinder sinnvoll?
Ab welchem Alter sollte man abschließen?
Was zahlt die Versicherung bei einer Zahnspange?
Was bedeuten die KIG-Stufen?
Was kostet eine Zahnzusatzversicherung für Kinder?
Lohnt sich der Schutz, wenn schon eine Zahnspange empfohlen wurde?
Mehr zum Thema: Zahnzusatzversicherung Vergleich sowie Zahnzusatzversicherung ohne Wartezeit.
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