Das Wichtigste in Kürze
- Die Gesundheitsprüfung ist ein Fragenkatalog, den Sie vor Abschluss einer Versicherung beantworten.
- Sie ist meist kein Arztbesuch, sondern eine Reihe von Gesundheitsfragen.
- Der Versicherer schätzt damit das Risiko ein und berechnet den Beitrag.
- Falsche Angaben können den Versicherungsschutz kosten.
Was ist die Gesundheitsprüfung?
Die Gesundheitsprüfung ist der Teil des Antrags, in dem der Versicherer den Gesundheitszustand des Antragstellers abfragt. Anders als der Name vermuten lässt, ist sie in der Regel kein medizinischer Check, sondern ein Katalog aus Gesundheitsfragen zu Krankheiten und Beschwerden, die Sie vor Abschluss beantworten müssen. Nötig ist die Gesundheitsprüfung vor allem bei der Risikolebensversicherung, der Berufsunfähigkeitsversicherung und der privaten Krankenversicherung.
Mit den Angaben zum Gesundheitszustand und zu Vorerkrankungen nimmt der Versicherer eine Risikoeinschätzung vor. So berechnet er, wie wahrscheinlich es ist, dass später Leistungen fällig werden – und legt danach den Beitrag fest. Diese Prüfung sorgt dafür, dass jeder Versicherte einen fairen, zu seinem Risiko passenden Beitrag zahlt.
Welche Gesundheitsfragen gestellt werden
Der Umfang der Prüfung unterscheidet sich je nach Versicherer und Vertrag. Typische Gesundheitsfragen betreffen:
- Körpergröße und Gewicht
- ambulante und stationäre Behandlungen der letzten Jahre
- chronische Erkrankungen und aktuelle Beschwerden
- psychotherapeutische Behandlungen
- Medikamente und regelmäßige Arztbesuche
- Rauchen und riskante Hobbys
Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung fällt der Fragenkatalog meist ausführlicher aus als bei der Risikolebensversicherung, weil hier das Risiko genauer eingeschätzt werden muss. Eine erneute Prüfung kann nötig werden, wenn Sie die Versicherungssumme später erhöhen. Je nach Versicherungssumme kann der Versicherer zusätzlich einen Arztbericht oder eine Untersuchung verlangen.
Warum ehrliche Angaben wichtig sind
Die Gesundheitsfragen müssen Sie wahrheitsgemäß und vollständig beantworten. Diese vorvertragliche Anzeigepflicht ist gesetzlich vorgeschrieben. Verschweigen Sie eine Erkrankung, kann der Versicherer im Leistungsfall die Zahlung kürzen oder ganz verweigern – selbst wenn die verschwiegene Vorerkrankung mit dem späteren Schaden nichts zu tun hat. Im schlimmsten Fall tritt er vom Vertrag zurück.
Gut zu wissen
Wer wegen Vorerkrankungen eine Ablehnung fürchtet, kann eine anonyme Risikovoranfrage stellen. Dabei prüfen mehrere Versicherer den Fall, ohne dass eine Ablehnung aktenkundig wird. Eine Risikolebensversicherung ganz ohne Gesundheitsprüfung ist seit 2010 nicht mehr möglich.
Gesundheitsprüfung je nach Versicherung
Wie streng die Prüfung ausfällt, hängt von der Versicherung ab. Bei der Risikolebensversicherung genügen einem Versicherten oft wenige Gesundheitsfragen, solange die Versicherungssumme im üblichen Rahmen liegt. Bei sehr hohen Summen verlangt der Versicherer zusätzlich einen Arztbericht oder eine ärztliche Untersuchung. Die Berufsunfähigkeitsversicherung stellt die ausführlichsten Fragen zu Krankheiten und Behandlungen, weil sie das Risiko über viele Jahre absichert. In der privaten Krankenversicherung entscheidet die Gesundheitsprüfung zudem über mögliche Risikozuschläge.
Fragt der Versicherer nach Behandlungen der letzten Jahre, sollten Sie Ihre Unterlagen sorgfältig durchsehen. Eine Patientenakte oder die Auskunft der Krankenkasse hilft dabei, alle relevanten Erkrankungen vollständig anzugeben. Ein Beispiel: Wer bei Vertragsabschluss bestimmte Krankheiten oder Arztbesuche verschweigt, riskiert, dass der Versicherer die Leistung verweigert. Wird der Antrag wegen des Gesundheitszustands abgelehnt, hilft oft ein anderer Tarif. Bei einer Erhöhung der Versicherungssumme ist manchmal eine erneute Gesundheitsprüfung nötig.
Häufige Fragen zur Gesundheitsprüfung
Was ist eine Gesundheitsprüfung?
Ist die Gesundheitsprüfung ein Arztbesuch?
Was passiert bei falschen Angaben?
Gibt es Versicherungen ohne Gesundheitsprüfung?
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