Beitragsfreistellung:einfach erklärt

Bei der Beitragsfreistellung wird ein Vertrag ohne weitere Beitragszahlung fortgeführt – der Schutz bleibt bestehen, sinkt aber meist.

Kategorie: Beitrag
Lebensversicherung vergleichen 🔒 Kostenlos & unverbindlich · in 3 Minuten
Versicherungsnehmer – Definition

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei der Beitragsfreistellung setzt der Versicherungsnehmer die Beiträge aus, der Vertrag bleibt bestehen.
  • Sie ist vor allem bei der Lebens- und Rentenversicherung möglich.
  • Der Versicherungsschutz besteht weiter, aber nur auf reduziertem Niveau.
  • Zusatzversicherungen wie der Berufsunfähigkeitsschutz können durch die Freistellung entfallen.

Was ist eine Beitragsfreistellung?

Die Beitragsfreistellung bedeutet, dass der Versicherungsnehmer die Zahlung der Beiträge vorübergehend oder dauerhaft aussetzt, während die Versicherung bestehen bleibt. Sie ist eine vertraglich geregelte Option vor allem der Lebens- und Rentenversicherung. Wer in einen finanziellen Engpass gerät, kann so für eine gewisse Zeit seine laufenden Kosten senken, ohne die Police kündigen zu müssen. Der Vertrag wird dabei gewissermaßen stillgelegt.

Den Vertrag beitragsfrei zu stellen, ist damit eine Alternative zur Kündigung: Statt die Police aufzugeben, zahlen Sie einfach keine Beiträge mehr. Der bereits angesparte Wert bleibt erhalten und wird bis zum Ablauf weiter mit Überschüssen verzinst.

Wie stellt man einen Vertrag beitragsfrei?

Um eine Lebens- oder Rentenversicherung beitragsfrei zu stellen, genügt ein formloser Antrag an den Versicherer. So gehen Sie beim Vorgehen Schritt für Schritt vor. Die vorübergehende Aussetzung der Beiträge beantragen Sie mit einem formlosen Antrag auf Beitragsfreistellung. Darüber hinaus setzt der Versicherer bei einer Lebens- oder Rentenversicherung oft voraus, dass der Vertrag schon einige Jahre lief und eine Mindestversicherungssumme erreicht ist. Der Anbieter rechnet den Vertrag dann auf eine reduzierte, beitragsfreie Versicherungssumme um. Wie hoch diese ausfällt, hängt davon ab, wie lange Sie bereits Beiträge gezahlt haben. In den ersten Jahren nach Abschluss ist eine Beitragsfreistellung oft ungünstig, weil die Abschlusskosten dann noch nicht gedeckt sind. Ob die Beitragszahlung nur für einen bestimmten Zeitraum oder dauerhaft ruht, ist im Vertrag vereinbart – viele Versicherer setzen eine Mindesthöhe der beitragsfreien Summe voraus.

Nachteile der Beitragsfreistellung

Die Beitragsfreistellung ist bequem, hat aber deutliche Nachteile. Wer die Beiträge aussetzt, sollte sie kennen:

Nachteil Folge
Reduzierte Leistung die spätere Ablaufleistung fällt geringer aus
Wegfall von Zusatzversicherungen Berufsunfähigkeits- oder Unfallschutz können entfallen
Laufende Kosten Verwaltungskosten mindern die beitragsfrei gestellte Police weiter
Steuerliche Folgen je nach Abschlussjahr kann die Freistellung Steuervorteile gefährden

Besonders der Wegfall wichtiger Zusatzversicherungen wiegt schwer: Ist der Berufsunfähigkeitsschutz an die Police gekoppelt, verlieren Sie ihn unter Umständen mit der Freistellung. Ein späterer Neuabschluss ist dann teurer und erfordert eine erneute Gesundheitsprüfung.

Wann ist eine Beitragsfreistellung sinnvoll?

Ob Sie Ihre Versicherung beitragsfrei stellen sollten, hängt vom Einzelfall ab. Sinnvoll ist die Freistellung vor allem, wenn Sie längerfristig kein Geld für die Prämien aufbringen möchten, den Vertrag aber nicht kündigen wollen. In einem nur vorübergehenden Fall passen andere Möglichkeiten besser. Prüfen Sie vor der Entscheidung, ob der Vertrag bereits einen Wert erreicht hat, der die Freistellung lohnt – und welche Höhe die beitragsfreie Leistung dann hat. Ein Beispiel: Wer nach der Elternzeit die Beiträge nur einige Monate aussetzen möchte, fährt mit einer Stundung meist besser als die versicherte Person, die dauerhaft beitragsfrei stellt.

Alternativen zur Beitragsfreistellung

Bevor Sie die Police beitragsfrei stellen, lohnt der Blick auf Alternativen, die besser zu einem vorübergehenden finanziellen Engpass passen:

  • Beitragsstundung: Der Versicherer stundet die Beiträge für einige Monate – der Schutz bleibt voll bestehen.
  • Beitragsreduzierung: Sie zahlen einen niedrigeren Beitrag statt gar keinen.
  • Verkauf: Auf dem Zweitmarkt bringt eine Lebensversicherung oft mehr als der Rückkaufswert.

Gut zu wissen

Bei einem nur vorübergehenden Engpass ist eine Beitragsstundung meist besser als die Freistellung: Der volle Schutz inklusive aller Zusatzversicherungen bleibt erhalten, Sie holen die Beiträge nur später nach.

Häufige Fragen zur Beitragsfreistellung

Was bedeutet Beitragsfreistellung?
Der Versicherungsnehmer setzt die Beiträge aus, der Vertrag bleibt bestehen. Der Versicherungsschutz gilt dann nur noch auf reduziertem Niveau. Möglich ist das vor allem bei der Lebens- und Rentenversicherung.
Was passiert mit dem Schutz, wenn ich beitragsfrei stelle?
Der Vertrag läuft mit einer reduzierten, beitragsfreien Versicherungssumme weiter. Angekoppelte Zusatzversicherungen wie der Berufsunfähigkeitsschutz können dabei entfallen.
Ist die Beitragsfreistellung besser als eine Kündigung?
Meist ja, denn der angesparte Wert bleibt erhalten. Bei einem nur kurzen Engpass ist aber eine Beitragsstundung oder -reduzierung oft die bessere Wahl.
Kann ich die Beiträge später wieder aufnehmen?
Häufig ja. Viele Anbieter lassen eine spätere Wiederaufnahme der Beiträge zu – für den vollen Zusatzschutz kann dann aber eine erneute Gesundheitsprüfung nötig sein.
Kostenlos · Ihre Versicherungs-App

Behalten Sie den Überblick – kostenlos

Alle Versicherungen in einer App: Wir überwachen Ihre Verträge und melden uns, sobald es einen günstigeren oder besseren Tarif gibt – die Formalitäten übernehmen wir.

  • Alle Verträge & Dokumente an einem Ort
  • Automatischer Schutz vor Beitragserhöhungen
  • Wechselvorschläge inklusive Formalitäten – wir kümmern uns