Allgefahrendeckung:einfach erklärt

Die Allgefahrendeckung (Allrisk) versichert alle plötzlichen, unvorhergesehenen Schäden, sofern sie nicht ausdrücklich ausgeschlossen sind.

Kategorie: Deckung · Auch: Allrisk
Wertsachen absichern 🔒 Kostenlos & unverbindlich · in 3 Minuten
Versicherungsnehmer – Definition

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Allgefahrendeckung (All-Risk) versichert alle Gefahren, die nicht ausdrücklich ausgeschlossen sind.
  • Anders als bei einer Named-Perils-Deckung sind auch unbenannte Gefahren mitversichert.
  • Im Schadenfall trägt der Versicherer die Beweislast für einen Ausschluss.
  • Es gibt sie unter anderem als Erweiterung der Hausrat-, Wohngebäude- und Inhaltsversicherung.

Was ist die Allgefahrendeckung?

Die Allgefahrendeckung – auch All-Risk-Versicherung oder Allgefahrenversicherung genannt – ist ein Deckungsprinzip, bei dem grundsätzlich alle Gefahren versichert sind, sofern sie nicht ausgeschlossen wurden. Der Grundsatz lautet: Versichert ist alles, was nicht explizit vom Versicherungsschutz ausgenommen ist. Damit sind auch sogenannte unbenannte Gefahren gedeckt – also Schäden durch Ereignisse, die in den Bedingungen nicht einzeln aufgeführt sind.

Das ist der große Unterschied zur klassischen Named-Perils-Deckung, bei der nur die im Vertrag aufgelisteten Risiken abgesichert sind. Bei der All-Risk-Deckung dreht der Versicherer das Prinzip um: Statt die versicherten Ereignisse aufzuzählen, benennt er nur die Ausnahmen.

Benannte und unbenannte Gefahren

Der Kern der All-Risk-Deckung wird im Vergleich deutlich. Zwei Prinzipien stehen sich gegenüber:

Prinzip Was ist versichert?
Benannte Gefahren nur die aufgelisteten Risiken (z. B. Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel, Einbruch)
Allgefahrendeckung (All-Risk) alle Gefahren inklusive unbenannter Gefahren, außer den ausdrücklich ausgeschlossenen

Ein Beispiel: Fällt Ihnen das Smartphone in die Toilette, ist das nach dem klassischen Prinzip nicht versichert – ein solcher Schaden steht in keiner Liste. Eine Allgefahrenversicherung springt hier ein, weil dieser Fall nicht ausgeschlossen ist. Ein weiterer Vorteil: Bei der All-Risk-Versicherung muss der Versicherer beweisen, dass ein Ausschluss greift – nicht Sie, dass ein versichertes Ereignis vorlag.

Wo es die Allgefahrendeckung gibt

Die Allgefahrenversicherung ist vor allem aus der gewerblichen Inhaltsversicherung und der Technikversicherung bekannt, wird aber zunehmend auch privat angeboten. Als Erweiterung finden Sie sie unter anderem in der Hausratversicherung, der Inhaltsversicherung und der Wohngebäudeversicherung. Der Versicherungsschutz der Hausratversicherung reicht dann über die klassischen All-Risk-Bausteine wie Feuer, Sturm oder Leitungswasser hinaus und deckt auch unvorhergesehene Schäden ab.

Gut zu wissen

Die Allgefahrenversicherung ist umfassender, aber auch teurer als die Deckung nach benannten Gefahren. Entscheidend sind die Ausnahmen: Prüfen Sie, welche Schäden der Vertrag ausnimmt – dort endet der All-Risk-Schutz.

Typische Ausschlüsse

Bei der Allgefahrenversicherung entscheiden die Ausschlüsse über den Umfang. Was der Versicherer nicht zahlt, steht in den Versicherungsbedingungen. Häufig nicht versichert sind:

  • vorsätzlich herbeigeführte Schäden
  • allmähliche Abnutzung und Verschleiß
  • Schäden durch Krieg, Kernenergie oder Erdbeben, die je nach Tarif ausgeschlossen sein können
  • Sachen, die schon vor Vertragsbeginn beschädigt waren

Alles, was nicht in dieser Liste steht, ist grundsätzlich mitversichert – auch wenn das Ereignis ungewöhnlich ist. Die All-Risk-Deckung bedeutet für Sie zusätzliche Sicherheit: Sie schützt auch dort, wo eine normale Versicherung keine Leistung erbringt. Prüfen Sie diese Ausnahmen besonders genau, denn hier endet der Schutz.

Für wen sich die Allgefahrendeckung lohnt

Besonders sinnvoll ist die Allgefahrenversicherung bei hochwertigem Eigentum: teurer Technik, Schmuck, Kunst oder einer modern ausgestatteten Wohnung. Wird ein solcher Gegenstand beschädigt, greift die Deckung auch bei ungewöhnlichen Ursachen. Einfach erklärt: Sie zahlen einen höheren Beitrag und erhalten dafür weniger Lücken. Wer dagegen nur die wenigen möglichen Standardrisiken wie Feuer absichern will, fährt mit der günstigeren klassischen Variante der Hausratversicherung oft ausreichend.

Vor- und Nachteile

  • Vorteil: umfassender Schutz auch vor unbenannten Gefahren, Beweislast beim Versicherer.
  • Vorteil: weniger Deckungslücken als bei einer festen Gefahrenliste.
  • Nachteil: höherer Beitrag als bei benannten Gefahren.
  • Nachteil: die Ausnahmen müssen genau geprüft werden – sie bestimmen den Umfang.

Häufige Fragen zur Allgefahrendeckung

Was ist eine Allgefahrendeckung?
Die Allgefahrenversicherung (All-Risk) versichert alle Gefahren, die nicht ausdrücklich ausgeschlossen sind. Damit sind auch unbenannte Gefahren gedeckt – anders als bei der Deckung nach benannten Risiken.
Was ist der Unterschied zu benannten Gefahren?
Bei der Named-Perils-Deckung sind nur die aufgelisteten Risiken versichert. Die All-Risk-Deckung der Hausratversicherung versichert alles außer den ausgeschlossenen Fällen.
Ist die All-Risk-Versicherung teurer?
Ja. Der umfassendere All-Risk-Schutz kostet mehr als eine Deckung nach benannten Gefahren. Dafür schließt die Allgefahrendeckung mehr Lücken.
Für wen lohnt sich die Allgefahrendeckung?
Für alle, die auch vor unvorhergesehenen, nicht aufgelisteten Schäden geschützt sein wollen – etwa bei hochwertigem Hausrat oder teurer Technik.
Kostenlos · Ihre Versicherungs-App

Behalten Sie den Überblick – kostenlos

Alle Versicherungen in einer App: Wir überwachen Ihre Verträge und melden uns, sobald es einen günstigeren oder besseren Tarif gibt – die Formalitäten übernehmen wir.

  • Alle Verträge & Dokumente an einem Ort
  • Automatischer Schutz vor Beitragserhöhungen
  • Wechselvorschläge inklusive Formalitäten – wir kümmern uns