Vorerkrankung:einfach erklärt

Eine Vorerkrankung ist eine vor Vertragsabschluss bestehende oder bekannte Erkrankung, die für die Risikobewertung relevant ist.

Kategorie: Gesundheit
PKV vergleichen 🔒 Kostenlos & unverbindlich · in 3 Minuten
Versicherungsnehmer – Definition

Das Wichtigste in Kürze

Was ist eine Vorerkrankung?

Eine Vorerkrankung ist eine Krankheit, die bereits früher begonnen hat und noch besteht oder zumindest aktuelle Auswirkungen auf den Gesundheitszustand hat. Aus Sicht der Versicherung ist jede Erkrankung interessant, die vor dem Abschluss des Vertrags aufgetreten ist – von einem Bandscheibenvorfall über eine Allergie bis hin zu einer psychotherapeutischen Behandlung.

Vorerkrankungen spielen vor allem bei Verträgen mit Gesundheitsfragen eine Rolle, also in der privaten Krankenversicherung, der Berufsunfähigkeitsversicherung sowie der Lebens- und Risikolebensversicherung. Dort bewertet der Versicherer, wie hoch das Risiko für ihn ist, und legt danach die Bedingungen fest.

Die Gesundheitsprüfung

Ob und zu welchen Konditionen Sie versicherbar sind, klärt die Gesundheitsprüfung. Sie besteht aus einem Katalog von Gesundheitsfragen im Antrag. Gefragt wird zum Beispiel nach:

  • Größe und Gewicht,
  • Behandlungen bei Ärzten, Psychologen oder Physiotherapeuten in den letzten Jahren,
  • bereits durchgeführten oder geplanten Operationen,
  • bestehenden Vorerkrankungen und regelmäßig eingenommenen Medikamenten.

Diese Fragen müssen Sie wahrheitsgemäß und vollständig beantworten. Das verlangt die vorvertragliche Anzeigepflicht. Wer eine Vorerkrankung verschweigt, riskiert später den Schutz: Der Versicherer kann vom Vertrag zurücktreten und die Leistung verweigern.

Welche Folgen hat eine Vorerkrankung?

Nach der Gesundheitsprüfung entscheidet der Versicherer, wie er mit dem Risiko umgeht. Vier Ergebnisse sind möglich:

Ergebnis Bedeutung
Annahme zu normalen Bedingungen Die Vorerkrankung wird als unproblematisch eingestuft.
Risikozuschlag Sie zahlen einen höheren Beitrag, behalten aber den vollen Schutz.
Leistungsausschluss Der betroffene Bereich wird vom Schutz ausgenommen, der Beitrag bleibt gleich.
Ablehnung Der Versicherer nimmt den Antrag nicht an.

Der Risikozuschlag richtet sich nach Art und Schwere der Erkrankung. Bei leichten Vorerkrankungen fällt er gering aus, bei besonders schweren kann er bis zu 100 Prozent des Beitrags betragen. Welches Ergebnis herauskommt, hängt stark vom einzelnen Versicherer ab – die Einschätzung derselben Erkrankung fällt von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich aus.

Berufsunfähigkeitsversicherung trotz Vorerkrankung

Viele Menschen mit einer Vorerkrankung fürchten, keine Berufsunfähigkeitsversicherung zu bekommen. Das ist meist unbegründet: In der überwiegenden Zahl der Fälle – nach Auswertungen in über 79 Prozent – wird eine BU trotz Vorerkrankung ohne Erschwernis angenommen. Nur bei einem Teil kommt es zu einem Risikozuschlag oder einem Ausschluss der betroffenen Erkrankung.

Besonders sorgfältig prüfen die Versicherer Erkrankungen der Psyche und des Rückens, weil diese häufig zu einer Berufsunfähigkeit führen. Aber auch hier gilt: Ein sauber gestellter Antrag mit vollständigen Angaben führt oft zu einem tragfähigen Angebot.

Die anonyme Risikovoranfrage

Damit ein abgelehnter Antrag Ihnen nicht schadet, empfiehlt sich vor dem eigentlichen Antrag eine anonyme Risikovoranfrage. Dabei schildert ein Vermittler Ihre Vorerkrankung mehreren Versicherern, ohne Ihren Namen zu nennen. So erfahren Sie vorab, welcher Anbieter Sie zu welchen Bedingungen annimmt – ganz ohne das Risiko, dass eine Ablehnung in einer zentralen Datei gespeichert wird und andere Anträge erschwert.

Gut zu wissen

Beantworten Sie die Gesundheitsfragen ehrlich und holen Sie sich Ihre Patientenakte, damit keine Behandlung übersehen wird. Nutzen Sie die anonyme Risikovoranfrage und vergleichen Sie mehrere Anbieter – bei Vorerkrankungen lohnt sich das besonders.

Versicherung ohne Gesundheitsfragen

Für manche Fälle gibt es Angebote ohne Gesundheitsfragen, etwa Gruppenverträge über den Arbeitgeber oder bestimmte Grundfähigkeits- und Unfallversicherungen. Sie verzichten auf die Gesundheitsprüfung, bieten dafür aber meist einen geringeren oder anders gestalteten Schutz. Für Menschen mit schweren Vorerkrankungen können sie dennoch eine sinnvolle Alternative sein, wenn eine klassische Berufsunfähigkeitsversicherung nicht zustande kommt.

BU-Versicherung trotz Vorerkrankung abschließen

Die meisten Fragen zur Vorerkrankung stellen sich rund um die Berufsunfähigkeitsversicherung. Wer eine BU-Versicherung abschließen möchte, muss beim Antrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung umfangreiche Gesundheitsfragen beantworten und alle bekannten Diagnosen angeben. Das schreckt viele mit einer Vorerkrankung ab – dabei stehen die Chancen gut. Ein durchdachter Antrag, der die Vorerkrankung offen und vollständig schildert, führt beim Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung meist zu einem tragfähigen Angebot.

Wie der Versicherer eine Vorerkrankung bewertet, hängt davon ab, wie lange sie zurückliegt, wie schwer sie war und ob sie ausgeheilt ist. Liegen die letzten Beschwerden mehrere Jahre zurück, fällt die Bewertung milder aus. Bei aktuellen oder chronischen Erkrankungen prüft der Versicherer genauer. Lassen Sie sich vor dem Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung beraten, damit Sie den passenden Anbieter und den richtigen Zeitpunkt wählen.

Welche Diagnosen kritisch sind

Nicht jede Vorerkrankung wiegt gleich schwer. Besonders genau schauen die Versicherer der Berufsunfähigkeitsversicherung bei Diagnosen, die häufig zur Berufsunfähigkeit führen:

  • Psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Burnout – der häufigste Grund für Berufsunfähigkeit.
  • Erkrankungen des Rückens und der Gelenke, etwa ein Bandscheibenvorfall.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes.

Auch bei solchen Diagnosen ist ein Abschluss oft möglich – dann meist mit einem Risikozuschlag oder einem Ausschluss der betroffenen Erkrankung. Wichtig ist, dass Sie bereits im Vorfeld die Möglichkeit einer anonymen Risikovoranfrage nutzen und mehrere Anbieter vergleichen. So sichern Sie sich trotz Vorerkrankung die beste BU-Versicherung, die für Sie erreichbar ist.

Wie lange eine Vorerkrankung zählt

Für die Gesundheitsfragen der Berufsunfähigkeitsversicherung gelten feste Zeiträume. Nach ambulanten Behandlungen wird meist nach den letzten fünf Jahren gefragt, nach stationären Aufenthalten und psychotherapeutischen Behandlungen oft nach fünf bis zehn Jahren. Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen möchte, muss also nur die Vorerkrankungen der abgefragten Jahre angeben – ältere, ausgeheilte Diagnosen bleiben je nach Frage außen vor.

Ausschlaggebend ist die Schwere der Diagnose. Eine einmalige Behandlung vor acht Jahren wiegt anders als eine chronische Erkrankung wie multiple Sklerose oder eine schwere Depression. Bei schweren Diagnosen sinken die Chancen auf eine Annahme ohne Zuschlag; ganz ausgeschlossen ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung aber selten von vornherein. Lassen Sie sich beraten und prüfen Sie über die Risikovoranfrage, welcher Versicherer Ihre Vorerkrankung am mildesten bewertet. So verbessern Sie Ihre Chancen, die Berufsunfähigkeitsversicherung trotz Vorerkrankung zu tragfähigen Bedingungen abzuschließen.

Vorerkrankung und Risiko der Berufsunfähigkeit

Warum die Versicherer so genau prüfen, liegt am Risiko der Berufsunfähigkeit: Bestimmte Vorerkrankungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, den Beruf später nicht mehr ausüben zu können. Chronische Diagnosen wie Morbus Crohn oder eine wiederkehrende Depression wiegen dabei schwerer als eine einmalige Erkältung. Für die Angaben im Antrag zählt, was in Ihrer Patientenakte beim Arzt steht – wenn Sie unsicher sind, welche Vorerkrankungen Sie angeben müssen, hilft ein Blick in diese Unterlagen. Auch eine betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung über den Arbeitgeber kann eine Alternative sein, weil dort die Gesundheitsprüfung oft milder ausfällt.

Häufige Fragen zur Vorerkrankung

Was zählt als Vorerkrankung?
Jede Krankheit, die vor dem Vertragsabschluss begonnen hat und noch besteht oder nachwirkt – von Rückenproblemen über Allergien bis zu psychischen Behandlungen.
Was passiert bei einer Vorerkrankung?
Der Versicherer bewertet sie in der Gesundheitsprüfung. Möglich sind eine normale Annahme, ein Risikozuschlag, ein Leistungsausschluss oder eine Ablehnung.
Bekomme ich trotz Vorerkrankung eine BU?
Meist ja. In über 79 Prozent der Fälle wird die Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Erschwernis angenommen, sonst oft mit Zuschlag oder Ausschluss.
Was ist eine anonyme Risikovoranfrage?
Ein Vermittler fragt Ihre Vorerkrankung ohne Namensnennung bei mehreren Versicherern an. So erfahren Sie die Bedingungen vorab, ohne eine Ablehnung zu riskieren.
Kostenlos · Ihre Versicherungs-App

Behalten Sie den Überblick – kostenlos

Alle Versicherungen in einer App: Wir überwachen Ihre Verträge und melden uns, sobald es einen günstigeren oder besseren Tarif gibt – die Formalitäten übernehmen wir.

  • Alle Verträge & Dokumente an einem Ort
  • Automatischer Schutz vor Beitragserhöhungen
  • Wechselvorschläge inklusive Formalitäten – wir kümmern uns