Das Wichtigste in Kürze
- Zum 1. Juli 2026 steigen die Renten um 4,24 Prozent, einheitlich in West und Ost.
- Der aktuelle Rentenwert klettert von 40,79 Euro auf 42,52 Euro je Entgeltpunkt.
- Aus 1.000 Euro Rente werden 1.042,40 Euro brutto, aufs Jahr gerechnet ein Plus von gut 500 Euro.
- Das Plus kommt automatisch, ein Antrag ist nicht nötig.
- Netto bleibt weniger: Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung und gegebenenfalls Steuern gehen ab.
Wie hoch ist die Rentenerhöhung 2026?
Eine gute Nachricht für rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland: Ab dem 1. Juli 2026 gibt es 4,24 Prozent mehr gesetzliche Rente. Die Renten steigen damit stärker, als die Bundesregierung zunächst geschätzt hatte: Im Rentenversicherungsbericht standen noch 3,73 Prozent. Der Wert gilt bundesweit einheitlich, denn die Renten in Ost und West sind seit 2024 angeglichen.
Maßgeblich für die Höhe ist die Lohnentwicklung in Deutschland: Die gesetzliche Rente folgt den Löhnen des Vorjahres. Weil die Gehälter spürbar gestiegen sind, fällt der Zuschlag kräftig aus, bereits zum vierten Mal innerhalb von fünf Jahren über der Vier-Prozent-Marke.
Rentenerhöhung 2026: Tabelle nach Rentenhöhe
Wie viel mehr Geld es gibt, hängt von der bisherigen Bruttorente ab. Die folgende Tabelle zeigt Rentenerhöhung und neue Bruttorente für typische Rentenhöhen von 600 bis 3.500 Euro, also wie viel Euro pro Monat und aufs Jahr gerechnet Rentner bekommen (Bruttowerte):
| Bisherige Bruttorente | Rente ab Juli 2026 (+4,24 %) | Mehr pro Monat | Mehr pro Jahr |
|---|---|---|---|
| 600 € | 625,44 € | +25,44 € | +305,28 € |
| 800 € | 833,92 € | +33,92 € | +407,04 € |
| 1.000 € | 1.042,40 € | +42,40 € | +508,80 € |
| 1.200 € | 1.250,88 € | +50,88 € | +610,56 € |
| 1.400 € | 1.459,36 € | +59,36 € | +712,32 € |
| 1.500 € | 1.563,60 € | +63,60 € | +763,20 € |
| 1.600 € | 1.667,84 € | +67,84 € | +814,08 € |
| 1.800 € | 1.876,32 € | +76,32 € | +915,84 € |
| 2.000 € | 2.084,80 € | +84,80 € | +1.017,60 € |
| 2.200 € | 2.293,28 € | +93,28 € | +1.119,36 € |
| 2.500 € | 2.606,00 € | +106,00 € | +1.272,00 € |
| 2.800 € | 2.918,72 € | +118,72 € | +1.424,64 € |
| 3.000 € | 3.127,20 € | +127,20 € | +1.526,40 € |
| 3.500 € | 3.648,40 € | +148,40 € | +1.780,80 € |
Gerundete Bruttowerte vor Abzug der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Zur Einordnung: Die Durchschnittsrente stieg im Westen von 1.392 auf rund 1.451 Euro, im Osten von 1.463 auf rund 1.525 Euro.
Netto-Tabelle: Was davon übrig bleibt
Was bedeutet das Plus netto? Auf dem Konto kommt nicht alles an. Gesetzlich Versicherte zahlen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung: 7,3 % Krankenkasse, dazu der halbe kassenindividuelle Zusatzbeitrag (im Schnitt 1,45 %) und 3,6 % Pflege. Zusammen sind das typischerweise 12,35 % Abzüge, Kinderlose zahlen in der Pflegeversicherung etwas mehr. Damit rechnet die Netto-Tabelle, ohne Steuern:
| Bruttorente bisher | Netto bisher | Netto ab Juli 2026 | Netto-Plus |
|---|---|---|---|
| 1.000 € | 876,50 € | 913,66 € | +37,16 € |
| 1.500 € | 1.314,75 € | 1.370,50 € | +55,75 € |
| 2.000 € | 1.753,00 € | 1.827,33 € | +74,33 € |
| 2.500 € | 2.191,25 € | 2.284,16 € | +92,91 € |
| 3.000 € | 2.629,50 € | 2.740,99 € | +111,49 € |
Vereinfachte Rechnung für gesetzlich krankenversicherte Rentner mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag, ohne Kinderlosenzuschlag und ohne Steuern. Privat Versicherte erhalten die Bruttorente ohne diese Abzüge, zahlen ihre Beiträge aber selbst.
Aktueller Rentenwert 2026: 42,52 Euro
Dahinter steht der aktuelle Rentenwert. Er gibt an, wie viel ein Entgeltpunkt bringt, also ein Jahr, in dem Sie genau den Durchschnitt aller Versicherten verdient haben. Der neue Rentenwert in Euro: 42,52 statt bisher 40,79, gültig ab dem 1. Juli 2026. Ihre Monatsrente ergibt sich vereinfacht aus Entgeltpunkten mal Rentenwert:
| Entgeltpunkte | Bruttorente ab Juli 2026 |
|---|---|
| 20 Punkte | 850,40 € |
| 30 Punkte | 1.275,60 € |
| 40 Punkte | 1.700,80 € |
| 45 Punkte | 1.913,40 € |
Wie viele Punkte Sie gesammelt haben, steht in Ihrer jährlichen Renteninformation.
Ab wann bekommen Rentner mehr Geld auf dem Konto?
Der neue Betrag gilt ab dem Stichtag und kommt automatisch, die Deutsche Rentenversicherung verschickt dazu eine Anpassungsmitteilung. Wer die Zahlung am Monatsende erhält (alle, die seit April 2004 in den Ruhestand gegangen sind), sieht das Geld erstmals Ende Juli auf dem Konto. Bestandsrentner mit Zahlung am Monatsanfang sind bereits Anfang Juli an der Reihe.
So wird die Rentenanpassung berechnet
Grundlage ist die Entwicklung der Bruttolöhne. Dämpfende Faktoren wie der Nachhaltigkeitsfaktor berücksichtigen zusätzlich das Verhältnis von Beitragszahlern zu Ruheständlern. Gleichzeitig sichert die Haltelinie das Rentenniveau bei 48 % des Durchschnittslohns. Festgelegt wird die Anpassung per Verordnung durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Vereinfacht gilt: Steigen die Löhne, klettert im Jahr darauf auch die Rente. Sinken die Löhne, bleibt die Rente dank Rentengarantie stabil, sie wird nicht gekürzt.
Entwicklung seit 2021 und Ausblick 2027
Die aktuelle Anpassung reiht sich in eine Serie kräftiger Aufschläge ein. Die Übersicht zeigt die Rentenerhöhung in Prozent seit 2021, seit 2024 einheitlich für ganz Deutschland:
| Jahr | West | Ost |
|---|---|---|
| 2021 | 0,00 % | 0,72 % |
| 2022 | 5,35 % | 6,12 % |
| 2023 | 4,39 % | 5,86 % |
| 2024 | 4,57 % (erstmals einheitlich) | |
| 2025 | 3,74 % | |
| 2026 | 4,24 % | |
Ausblick 2027: Modellrechnungen im Rentenversicherungsbericht deuten auf ein weiteres Plus von gut 4 % hin. Verbindlich wird der Wert aber erst im Frühjahr 2027 festgelegt, wenn die Lohndaten vorliegen.
Gilt die Erhöhung auch für Witwenrente und Erwerbsminderungsrente?
Ja. Der Zuschlag von 4,24 % gilt für alle Renten der gesetzlichen Rentenversicherung: Altersrenten, Witwenrenten und Witwerrenten sowie die Erwerbsminderungsrente. Auch wer vorzeitig in den Ruhestand gewechselt ist, etwa über die Rente mit 63, profitiert in voller Höhe. Bestehende Abschläge bleiben unverändert.
Steuern: Wann die Rentenerhöhung die Steuerlast erhöht
Rentenerhöhungen sind voll steuerpflichtig, sie erhöhen nicht den persönlichen Rentenfreibetrag. Wer mit dem zu versteuernden Einkommen bislang knapp unter dem Grundfreibetrag lag, kann so erstmals in die Steuerpflicht rutschen und muss eine Steuererklärung abgeben. Der steuerpflichtige Anteil hängt vom Rentenbeginn ab, die Details zeigt unsere Tabelle zur Rentenbesteuerung.
Steuer im Blick behalten
Absetzbare Vorsorgeaufwendungen, der Altersentlastungsbetrag und Werbungskosten senken die Steuerlast oft wieder. Im Zweifel lohnt der Blick in die Steuersoftware oder zum Lohnsteuerhilfeverein.
Reicht die gesetzliche Rente zum Leben?
So erfreulich das zusätzliche Geld ist, die Kernfrage bleibt: Reicht es im Alter? Das Rentenniveau liegt bei 48 Prozent des Durchschnittslohns. Die Lücke zum letzten Gehalt ist für die meisten Menschen deutlich spürbar, und ein Aufschlag von gut vier Prozent gleicht häufig nur die Inflation aus.
Wer den Lebensstandard im Alter halten möchte, kommt um private Vorsorge selten herum. Mit unserem Rechner können Sie Ihre Rentenlücke berechnen, die Grundlagen erklärt die Seite zur Rentenberechnung. Schließen lässt sich die Lücke zum Beispiel über die private Altersvorsorge oder eine private Rentenversicherung.
Früh handeln zahlt sich aus
Je früher Sie Ihre Rentenlücke schließen, desto niedriger der Monatsbeitrag. Schon kleine, regelmäßige Beiträge wachsen über die Jahre spürbar an.
Ihre Rentenlücke schließen
Bedarf ermitteln und passende Vorsorge vergleichen.

