Das Wichtigste in Kürze
- Die Gesundheitsfragen sind das Herzstück beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Der Versicherer kalkuliert darüber sein Risiko.
- Falsche oder unvollständige Angaben gefährden den Versicherungsschutz. Im Leistungsfall kann der Versicherer die Zahlung verweigern.
- Beantworten Sie die Fragen vollständig und wahrheitsgemäß, am besten anhand Ihrer Patientenakte.
- Bei Vorerkrankungen helfen eine anonyme Risikovoranfrage und der Rat eines unabhängigen Experten.
Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen will, muss umfangreiche Gesundheitsfragen beantworten. Viele empfinden das als lästig, doch diese Fragen entscheiden über den gesamten Schutz. Warum sie so wichtig sind und wie Sie richtig damit umgehen, erklärt dieser Ratgeber.
Warum der Versicherer fragt
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung verspricht im Ernstfall jahrzehntelange Rentenzahlungen. Damit der Versicherer das Risiko richtig einschätzen kann, muss er Ihren Gesundheitszustand kennen. Genau dafür dienen die Gesundheitsfragen. Sie sind die Grundlage, auf der entschieden wird, ob und zu welchen Konditionen Sie versichert werden. Wer ein höheres Risiko mitbringt, zahlt mehr oder erhält Ausschlüsse für bestimmte Erkrankungen.
Die vorvertragliche Anzeigepflicht
Sie sind gesetzlich verpflichtet, die gestellten Fragen wahrheitsgemäß und vollständig zu beantworten. Das nennt man vorvertragliche Anzeigepflicht. Verschweigen Sie eine Vorerkrankung, riskieren Sie Ihren Schutz. Stellt der Versicherer im Leistungsfall fest, dass Sie etwas verschwiegen haben, kann er vom Vertrag zurücktreten und die Zahlung verweigern. Dann zahlen Sie jahrelang Beiträge und stehen im Ernstfall ohne Leistung da.
Nicht raten, sondern nachschauen
Verlassen Sie sich bei den Gesundheitsfragen nicht auf Ihr Gedächtnis. Fordern Sie Ihre Patientenakte beim Arzt an und prüfen Sie, welche Diagnosen und Behandlungen dort dokumentiert sind. Nur so beantworten Sie die Fragen vollständig.
Was bei Vorerkrankungen hilft
Eine Vorerkrankung bedeutet nicht automatisch eine Ablehnung. Oft ist eine Versicherung mit einem Risikozuschlag oder einem Ausschluss möglich. Wichtig ist das richtige Vorgehen:
- eine anonyme Risikovoranfrage stellen lassen, bevor ein offizieller Antrag läuft
- so vermeiden Sie einen negativen Eintrag in der zentralen Versichererdatei
- mehrere Versicherer prüfen lassen, denn die Bewertung unterscheidet sich
- einen unabhängigen Experten hinzuziehen, der die Fragen richtig einordnet
Berufsunfähigkeit richtig absichern
Mit der richtigen Vorbereitung gelingt der Abschluss auch bei Vorerkrankungen. Lassen Sie sich unabhängig beraten.
Häufige Fehler vermeiden
Die größten Fehler bei den Gesundheitsfragen sind das Verschweigen aus Sorge vor höheren Beiträgen, das ungenaue Beantworten aus Bequemlichkeit und das vorschnelle Stellen eines offiziellen Antrags trotz Vorerkrankung. Jeder dieser Fehler kann den Schutz wertlos machen. Nehmen Sie sich die Zeit, die Fragen sorgfältig und ehrlich zu beantworten. Eine BU ist nur so gut wie die Angaben, auf denen sie beruht.
Ehrlichkeit schützt Ihren Anspruch
Ich verstehe die Versuchung, eine kleine Vorerkrankung wegzulassen, damit der Beitrag niedrig bleibt. Doch das ist ein gefährliches Spiel. Im Leistungsfall prüft der Versicherer genau, und ein Verschweigen kann den ganzen Schutz kosten. Beantworten Sie die Fragen anhand Ihrer Patientenakte, vollständig und ehrlich. Das ist die einzige Grundlage für einen Schutz, der im Ernstfall hält.
Eine pauschale Liste anerkannter Krankheiten gibt es nicht, entscheidend ist immer, inwieweit eine Erkrankung Ihre berufliche Tätigkeit einschränkt. Selbst häufige Diagnosen wie Depressionen, Bandscheibenvorfälle oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen nicht automatisch zur Leistungspflicht der Versicherung. Versicherer prüfen Anträge in der Regel sehr genau. Ablehnungen erfolgen oft aus formalen Gründen – etwa wegen angeblich unvollständiger Unterlagen oder mangelnder Mitwirkung.

