Das Wichtigste in Kürze
- Die Versicherungspolice, auch Versicherungsschein genannt, ist die Urkunde über Ihren Versicherungsvertrag.
- Sie enthält die wichtigsten Daten: versichertes Risiko, Versicherungssumme, Beitrag, Laufzeit und die Police-Nummer.
- Die Police-Nummer ist Ihre Vertragsnummer. Sie brauchen sie für jede Kommunikation mit dem Versicherer.
- Bewahren Sie die Police gut auf und prüfen Sie nach Erhalt, ob alle Angaben stimmen.
Nach jedem Versicherungsabschluss flattert sie ins Haus oder ins Postfach: die Police. Viele legen sie ungelesen ab. Dabei ist sie das wichtigste Dokument Ihres Vertrags und sollte genau geprüft werden. Dieser Ratgeber erklärt, was eine Versicherungspolice ist, was drinsteht und worauf Sie achten sollten.
Versicherungspolice und Versicherungsschein: dasselbe Dokument, zwei Namen
Die Police, im Gesetz Versicherungsschein genannt, ist die schriftliche Bestätigung Ihres Versicherungsvertrags – die Begriffe sind schlicht Synonym, abgeleitet vom englischen „policy“. Sie dokumentiert, dass und mit welchem Inhalt der Vertrag zwischen Versicherungsnehmer und Versicherungsgesellschaft abgeschlossen wurde. Der Versicherer ist gesetzlich verpflichtet, den Versicherungsschein auszustellen, sobald der Antrag geprüft ist; immer öfter wird er nicht als Papier versendet, sondern digital ausgestellt – mit Online-Zugriff im Kundenportal, ein Vorteil für alle, die ihre Versicherungsunterlagen gern griffbereit haben. Die Police selbst ist nicht der Vertrag, sondern die Urkunde darüber. Im Streitfall belegt sie, was vereinbart wurde, weshalb sie sorgfältig aufbewahrt werden sollte.
Was in der Police steht
Eine Police enthält alle wesentlichen Eckdaten Ihres Vertrags:
- das versicherte Risiko, also was genau abgesichert ist
- die Versicherungssumme und gegebenenfalls die Selbstbeteiligung
- den Beitrag und die Zahlweise
- Beginn, Laufzeit und Kündigungsfristen
- die Police-Nummer als Ihre Vertragsnummer
Dazu gehören die Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB), die die wesentlichen Inhalte des Versicherungsschutzes regeln – Versicherungsleistungen ebenso wie Leistungsausschlüsse – und bestätigen, was vertraglich gelten soll, sowie Pflichtinformationen wie die Datenschutzerklärung. Für den Kunden entscheidend: Die Versicherungsprämie und jeder versicherte Betrag müssen exakt dem Antrag entsprechen.
Die Police-Nummer: Ihre Vertragsnummer
Ein wichtiges Detail ist die Police-Nummer, manchmal auch Versicherungsschein- oder Vertragsnummer genannt. Sie identifiziert Ihren Vertrag eindeutig – manche Versicherer sprechen auch von der Versicherungsnummer. Bei jeder Frage, jeder Schadenmeldung und jeder Änderung brauchen Sie diese Nummer, damit der Versicherer Ihren Vertrag sofort findet. Sie steht meist oben auf der Police. Notieren Sie sie sich, dann haben Sie sie im Ernstfall schnell zur Hand.
Den passenden Versicherungsschutz finden
Bevor die Police kommt, steht der Vergleich. Finden Sie den passenden Tarif für Ihre Absicherung.
Versicherungsschein prüfen: Darauf sollte jeder Kunde achten
Wenn die Police ankommt, sollten Sie sie nicht ungelesen ablegen. Prüfen Sie, ob alle Angaben stimmen: Ist das richtige Risiko versichert? Stimmen Versicherungssumme, Beitrag und Laufzeit mit dem überein, was Sie wollten? Fehler schleichen sich leicht ein, etwa ein falsches Geburtsdatum oder eine zu niedrige Summe. Stimmt etwas nicht, melden Sie sich umgehend beim Versicherer. Gut zu wissen: Das Widerrufsrecht von 14 Tagen (bei der Lebensversicherung 30 Tagen) beginnt erst, wenn Sie den Versicherungsschein samt Bedingungen erhalten haben – ein Widerruf ist also auch nach dem Abschluss noch möglich. Jede spätere Änderung des Vertrags dokumentiert der Versicherer übrigens per Nachtrag zum Versicherungsschein.
Die Police ist Ihr Beweisstück
Im Schadenfall zählt, was in der Police und den Bedingungen steht, nicht das, was im Verkaufsgespräch versprochen wurde. Lesen Sie die Police deshalb nach Erhalt einmal in Ruhe durch und gleichen Sie sie mit Ihren Erwartungen ab. Stimmt etwas nicht, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, es zu korrigieren, nicht erst im Schadenfall.
Versicherungsschein verloren? So melden Sie den Verlust des Versicherungsscheins
Kein Grund zur Panik: Ist der Versicherungsschein verloren, genügt in den meisten Sparten – von der Haftpflicht bis zur privaten Krankenversicherung – eine formlose Meldung an den Service des Versicherers, oft per Formular, online oder direkt im Kundenportal mit eigenem Zugang. Der Versicherer stellt dann eine Zweitschrift aus; der Versicherungsschutz selbst bleibt vom Verlust unberührt, denn der Vertrag gilt unabhängig vom Papier.
Sonderfall Lebensversicherung: Police als Urkunde
Strenger ist es bei einer Lebens- oder Rentenversicherung: Hier ist der Versicherungsschein eine echte Urkunde mit Legitimationswirkung, die zur Auszahlung berechtigen kann. Für den Ersatz verlangt die Gesellschaft deshalb eine Verlusterklärung, in manchen Fällen sogar ein Aufgebotsverfahren zur Kraftloserklärung. Bewahren Sie Versicherungsscheine von Lebens- und Rentenpolicen deshalb besonders sicher auf, am besten als geordnete Sammlung aller Unterlagen in einem Ordner oder digital – und informieren Sie Angehörige, wo die Police liegt, mit der die Versicherung abgeschlossen wurde.
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