Vorsorge

Beerdigung:Ablauf, Kosten und wer zahlen muss

Friedhofsweg mit Bäumen im weichen Morgenlicht

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Beerdigung kostet in Deutschland meist zwischen 5.000 und 13.000 Euro – je nach Bestattungsart und Region.
  • Die Kosten tragen die Erben (§ 1968 BGB), unabhängig davon, wer die Bestattung organisiert.
  • Am günstigsten ist die anonyme Feuerbestattung ab etwa 2.000 Euro, am teuersten die klassische Erdbestattung.
  • Der Ablauf folgt festen Schritten: Totenschein, Bestatter, Sterbeurkunde, Beisetzung.
  • Wer vorsorgen will, sichert die Summe über eine Sterbegeldversicherung zweckgebunden ab.

Wenn ein Mensch stirbt, bleibt den Angehörigen wenig Zeit zum Innehalten: Innerhalb weniger Tage müssen Formalitäten erledigt, ein Bestatter beauftragt und die Beisetzung organisiert werden – und am Ende steht eine Rechnung, die viele unterschätzen. Dieser Ratgeber führt durch den Ablauf und zeigt ehrlich, was eine Beerdigung kostet.

Der Ablauf: die ersten Tage nach dem Todesfall

  1. Totenschein ausstellen lassen

    Bei einem Todesfall zu Hause rufen Sie den Hausarzt oder ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117), im Krankenhaus oder Pflegeheim übernimmt das die Einrichtung.

  2. Bestatter beauftragen

    Je nach Bundesland muss die Überführung innerhalb von etwa 24 bis 48 Stunden erfolgen. Holen Sie trotzdem nach Möglichkeit mehr als ein Angebot ein – die Preisunterschiede sind erheblich.

  3. Sterbeurkunde beantragen

    Beim Standesamt des Sterbeorts, meist erledigt das der Bestatter. Mehrere Ausfertigungen anfordern – Banken, Versicherungen und Rentenstelle verlangen je ein Exemplar.

  4. Bestattungsart und Termin festlegen

    Erd-, Feuer-, See- oder Baumbestattung; die Bestattungsfristen liegen je nach Bundesland zwischen wenigen Tagen und etwa zwei Wochen.

  5. Verträge und Ansprüche klären

    Rentenstelle, Versicherungen und laufende Verträge informieren – und prüfen, ob Ansprüche bestehen, etwa aus einer Sterbegeld- oder Unfallversicherung. Wer heute noch gesetzliches Sterbegeld bekommt, zeigt unser Ratgeber Wer bekommt Sterbegeld?

Was kostet eine Beerdigung? Kosten nach Bestattungsart

Bestattungsart Gesamtkosten (ca.)
Anonyme Feuerbestattung ab 2.000 €
Feuerbestattung mit Urnengrab 3.500–8.000 €
Baumbestattung (Friedwald, Ruheforst) 3.000–7.000 €
Seebestattung 2.500–6.000 €
Erdbestattung mit Wahlgrab 7.000–13.000 €

Richtwerte inklusive Bestatterleistungen, Friedhofsgebühren und einfacher Trauerfeier; regionale Unterschiede sind groß.

Infografik: Zusammensetzung der Beerdigungskosten nach Kostenblöcken
Bestatter, Friedhof, Grabstein und Trauerfeier: die vier großen Kostenblöcke einer Beerdigung.

Woraus sich die Kosten zusammensetzen

Die Endsumme entsteht aus vier Blöcken: den Bestatterleistungen (Überführung, Sarg oder Urne, hygienische Versorgung, Organisation – häufig 2.000 bis 4.000 Euro), den Friedhofsgebühren (Grabnutzung und Beisetzung, bei Urnengräbern meist 1.000 bis 2.000 Euro, bei Wahlgräbern deutlich mehr), dem Grabstein samt Einfassung (oft 1.500 bis 5.000 Euro, fällig erst Monate später) und der Trauerfeier mit Blumen, Karten, Musik und Bewirtung. Gerade die Positionen des Bestatters lassen sich vergleichen – seriöse Betriebe legen ein transparentes Angebot vor.

Wer muss die Beerdigung bezahlen?

Die Kosten der Beerdigung tragen nach § 1968 BGB die Erben – auch dann, wenn jemand anderes die Bestattung in Auftrag gegeben hat. Davon zu trennen ist die landesrechtliche Bestattungspflicht: Sie bestimmt, wer die Beisetzung organisieren muss (in der Regel die nächsten Angehörigen), nicht, wer zahlt. Wer das Erbe ausschlägt, entgeht zwar den Nachlassschulden, kann als naher Angehöriger aber weiterhin bestattungspflichtig bleiben.

Können weder Erben noch Angehörige die Kosten zumutbar aufbringen, übernimmt das Sozialamt auf Antrag die Sozialbestattung (§ 74 SGB XII) – eine würdige, aber einfache Beisetzung.

Angehörige entlasten

Mit einer Sterbegeldversicherung ist die Summe zweckgebunden gesichert – Annahme oft bis ins hohe Alter.

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Vorsorgen: So nehmen Sie Ihren Angehörigen die Last

Zwei Wege haben sich bewährt: der Bestattungsvorsorgevertrag beim Bestatter, bei dem Leistungen und oft auch Preise festgeschrieben werden, und die Sterbegeldversicherung, die eine frei gewählte Summe (üblich sind 5.000 bis 15.000 Euro) an die Hinterbliebenen auszahlt. Einen Überblick über alle Bausteine gibt unsere Seite zur Bestattungsvorsorge. Wichtig bei der Versicherungslösung: auf Wartezeiten achten – Details im Ratgeber zur Sterbegeldversicherung ohne Wartezeit.

Häufige Fragen zu Beerdigungskosten und Ablauf

Was kostet eine einfache Beerdigung?
Eine anonyme Feuerbestattung gibt es ab rund 2.000 Euro, eine einfache Feuerbestattung mit Urnengrab ab etwa 3.500 Euro. Erdbestattungen beginnen meist bei 7.000 Euro.
Wer zahlt die Beerdigung, wenn kein Geld da ist?
Zunächst die Erben. Ist die Kostenübernahme niemandem zumutbar, zahlt auf Antrag das Sozialamt die Sozialbestattung nach § 74 SGB XII.
Wie schnell muss die Beerdigung stattfinden?
Das regeln die Bestattungsgesetze der Länder: Die Fristen liegen meist zwischen 4 und 10 Tagen nach dem Tod, bei Feuerbestattungen etwas länger.
Muss ich die Beerdigung bezahlen, wenn ich das Erbe ausschlage?
Die Erbenhaftung entfällt, die landesrechtliche Bestattungspflicht naher Angehöriger kann aber bestehen bleiben – dann müssen Sie die Kosten zunächst tragen und können das Sozialamt einschalten.
Zahlt die Krankenkasse etwas zur Beerdigung?
Nein, das gesetzliche Sterbegeld der Krankenkassen wurde 2004 gestrichen. Ansprüche gibt es nur noch in Sonderfällen, etwa aus der gesetzlichen Unfallversicherung.
Tobias Friedrich

Tobias Friedrich

Gründer der Finanzriese GmbH

Tobias Friedrich ist Gründer und Geschäftsführer der Finanzriese GmbH, dem Unternehmen hinter Versicherungsriese.de. Seit der Gründung verfolgt er ein Ziel: Versicherungen für Verbraucher transparent und kostenlos vergleichbar zu machen. Er verantwortet die redaktionelle Ausrichtung des Ratgebers und stellt sicher, dass alle Inhalte fachlich fundiert, aktuell und verständlich aufbereitet sind. Sein Anspruch ist ehrliche Orientierung statt Verkaufsdruck.