Versicherungswissen

Welche Versicherung braucht man? Der Leitfaden

Welche Versicherung braucht man? Der Leitfaden
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Das Wichtigste in Kürze

Es gibt unzählige Versicherungen, aber nur wenige braucht wirklich jeder. Wer alles abschließt, zahlt zu viel, wer das Falsche spart, steht im Ernstfall ohne Schutz da. Die Kunst liegt darin, die existenziellen Risiken zuerst abzusichern und sich nicht in teuren Nebensächlichkeiten zu verlieren. Dieser Leitfaden ordnet die wichtigsten Versicherungen nach ihrer Bedeutung.

Pflichtversicherungen: gesetzlich vorgeschrieben

Manche Versicherungen schreibt der Gesetzgeber vor. Eine Krankenversicherung ist in Deutschland für alle Pflicht, ob gesetzlich oder privat. Wer ein Auto fährt, braucht zwingend eine Kfz-Haftpflicht. Auch für einzelne Berufe gibt es Pflichtversicherungen, etwa die Berufshaftpflicht für Anwälte oder Ärzte. Diese Policen sind kein Wunschkonzert, sondern Voraussetzung.

Diese Versicherungen sind wichtig: die großen Risiken

Gleich nach den Pflichtversicherungen kommen die Policen, die vor dem finanziellen Ruin schützen. Sie sollten bei niemandem fehlen:

Versicherung Warum so wichtig
Privathaftpflicht schützt vor Schadenersatz in Millionenhöhe, etwa bei Personenschäden
Berufsunfähigkeit sichert das Einkommen, wenn Sie nicht mehr arbeiten können
Krankenversicherung deckt die oft hohen Kosten von Krankheit und Klinik
Die existenziell wichtigen Versicherungen.

Diese drei sichern Risiken ab, die eine Familie wirtschaftlich vernichten können. Sie haben Vorrang vor allem anderen.

Welche Versicherungen brauche ich? Alle wichtigen im Überblick

Die Frage „Welche Versicherungen brauche ich wirklich?“ beantwortet sich am leichtesten Sparte für Sparte. Notwendige Versicherungen zuerst, danach der Rest:

Private Haftpflichtversicherung: für alle unverzichtbar

Die private Haftpflichtversicherung ist die eine Police, die jeder Haushalt abschließen sollte. Sie kostet wenige Euro im Monat und schützt vor Schadenersatzforderungen in Millionenhöhe. Keine andere Haftpflichtversicherung deckt so viel Alltag ab.

Krankenversicherung: gesetzlich oder privat

Kranken- und Pflegeversicherung: Diese Versicherungen sind Pflicht für alle, hier stellt sich nur die Systemfrage: Krankenkasse oder private Krankenversicherung. Gut abgesichert ist, wer zusätzlich eine Krankentagegeldversicherung gegen längeren Verdienstausfall prüft.

Krankentagegeldversicherung und Pflegezusatzversicherung

Kranken- und Pflegeversicherung lassen Lücken: Das Krankengeld ersetzt nur einen Teil des Gehalts, und die gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht selten zum Leben. Wer hier früh vorsorgen will, ergänzt eine Krankentagegeldversicherung und später eine Pflegeversicherung als Zusatzbaustein.

Berufsunfähigkeitsversicherung: die Arbeitskraft absichern

Die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den wichtigsten Verträgen überhaupt: Jeder vierte Erwerbstätige wird vor der Rente berufsunfähig. Diese Absicherung ist teurer als andere, dafür existenziell.

Hausratversicherung und Wohngebäudeversicherung

Die Hausratversicherung ersetzt Einrichtung und Wertsachen nach Einbruch, Feuer oder Leitungswasserschaden. Wer eine Immobilie besitzt, braucht zusätzlich die Wohngebäudeversicherung, sinnvollerweise ergänzt um die Elementarschadenversicherung gegen Hochwasser und Starkregen.

Risikolebensversicherung: Absicherung der Familie

Wer Kinder oder einen Immobilienkredit hat, sichert die Familie mit einer Risikolebensversicherung ab. Danach lohnt der Blick auf die private Altersvorsorge, damit auch das Alter finanziell abgesichert ist.

Rechtsschutzversicherung und private Unfallversicherung

Die Rechtsschutzversicherung ist sinnvoll, wenn Streit vor Gericht existenzbedrohend teuer würde, etwa im Arbeitsrecht. Die private Unfallversicherung ergänzt den Schutz für alle, die keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen, ebenso wie eine Pflegezusatzversicherung im Alter.

Für Selbstständige: Berufshaftpflichtversicherung

Selbstständige und Freiberufler brauchen je nach Branche eine Berufshaftpflichtversicherung, teils ist sie gesetzlich vorgeschrieben. Auch hier gilt: erst den Vertrag für die großen Risiken abschließen, dann den Komfort.

Versicherungen für Singles, Paare und Familien

Die Lebenssituation entscheidet über die Reihenfolge: Versicherungen für Singles beschränken sich auf Haftpflicht, Kranken- und BU-Schutz. Paare prüfen gegenseitige Absicherung, Familien ergänzen Risikoleben und Kinder-Invaliditätsschutz. Tierhalter denken an die Tierkrankenversicherung oder Tierhalterhaftpflicht, Vielreisende an die Auslandsreisekrankenversicherung. Eine Reisegepäckversicherung dagegen zählt zu den Policen, die Verbraucher sich meist sparen können.

Sinnvolle Versicherungen je nach Lebenssituation

Eine zweite Gruppe ist für viele sinnvoll, aber nicht für jeden gleich wichtig:

  • Hausratversicherung für Wohnungseinrichtung mit echtem Wert
  • Rechtsschutz, wenn Sie sich gegen teure Rechtsstreitigkeiten absichern möchten
  • Risikolebensversicherung für Familien mit Kindern oder gemeinsamen Krediten
  • Wohngebäudeversicherung für jeden Hausbesitzer, hier sogar fast Pflicht

Welche davon Sie brauchen, hängt von Ihrer Lebenssituation ab: Familie, Wohneigentum, Beruf und Vermögen geben die Richtung vor.

Den passenden Schutz finden

Sichern Sie zuerst die großen Risiken ab. Vergleichen Sie die wichtigsten Versicherungen und finden Sie den passenden Schutz.

Zur Privathaftpflicht →

Was Sie sich oft sparen können

Viele Versicherungen klingen verlockend, lohnen sich aber selten. Handy-, Brillen- oder Reisegepäckversicherungen decken meist kleine Schäden ab, die Sie zur Not selbst tragen können. Auch Garantieverlängerungen und Versicherungen für einzelne Geräte sind oft teuer im Verhältnis zum Nutzen. Die Faustregel lautet: Versichern Sie nur Risiken, die Sie finanziell nicht selbst stemmen könnten. Den Verlust eines Handys verkraften die meisten, einen Haftpflichtschaden in Millionenhöhe nicht.

Tobias Friedrich, Versicherungsexperte

Tobias Friedrich · Versicherungsexperte bei Versicherungsriese

Erst die Existenz, dann der Komfort

Beim Versicherungsschutz machen viele es falsch herum: Sie versichern das Smartphone, aber nicht ihre Arbeitskraft. Drehen Sie die Reihenfolge um. Sichern Sie zuerst die Risiken ab, die Sie ruinieren können, also Haftpflicht, Berufsunfähigkeit und Gesundheit. Erst wenn diese stehen, lohnt der Blick auf die kleineren Policen.

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Häufige Fragen dazu, welche Versicherung man braucht

Welche Versicherungen sind Pflicht?
Die Krankenversicherung für alle und die Kfz-Haftpflicht für Autofahrer. Einzelne Berufe haben zusätzliche Pflichtversicherungen.
Welche Versicherung ist am wichtigsten?
Die Privathaftpflicht. Sie schützt vor Schadenersatzforderungen, die schnell in die Millionen gehen können.
Brauche ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Wer von seinem Einkommen lebt, ja. Sie sichert den Lebensstandard, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten können.
Welche Versicherungen kann ich mir sparen?
Meist Handy-, Brillen-, Gepäck- und Geräteversicherungen. Kleine Schäden lassen sich oft günstiger selbst tragen.
Wie finde ich heraus, was ich brauche?
Sichern Sie zuerst die existenziellen Risiken ab, dann die sinnvollen je nach Lebenslage. Verzichtbar ist alles, was nur kleine Schäden abdeckt.
Welche Versicherungen sind wirklich notwendig?

Wirklich notwendig sind nur wenige Versicherungen: die Privathaftpflicht, die Krankenversicherung und die Absicherung der Arbeitskraft. Auch Stiftung Warentest empfiehlt, zuerst die Risiken zu versichern, die die Existenz bedrohen, denn genau diese Policen können Sie vor dem finanziellen Ruin bewahren. Welche Versicherungen für Sie wichtig sind, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab; im Zweifel hilft eine Versicherungsberatung der Verbraucherzentrale.

Was gilt für Auto, Haus und Reisen?

Beim Auto ist die Kfz-Haftpflicht Pflicht, Teil- oder Vollkasko schützt den eigenen Wagen etwa bei Hagel. Fürs Zuhause zählt das Hausrat- und Gebäude-Duo. Auf Reisen ist die Auslandskrankenversicherung der günstigste wichtige Tarif. Bedenken Sie außerdem: Kinder sind in der gesetzlichen Unfallversicherung nur in Kita und Schule mitversichert, und weil die gesetzliche Rente Lücken lässt, sichert eine Risikolebensversicherung die Hinterbliebenen finanziell ab.

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Tobias Friedrich

Tobias Friedrich

Gründer der Finanzriese GmbH

Tobias Friedrich ist Gründer und Geschäftsführer der Finanzriese GmbH, dem Unternehmen hinter Versicherungsriese.de. Seit der Gründung verfolgt er ein Ziel: Versicherungen für Verbraucher transparent und kostenlos vergleichbar zu machen. Er verantwortet die redaktionelle Ausrichtung des Ratgebers und stellt sicher, dass alle Inhalte fachlich fundiert, aktuell und verständlich aufbereitet sind. Sein Anspruch ist ehrliche Orientierung statt Verkaufsdruck.