Das Wichtigste in Kürze
- Wird ein Versicherer insolvent, sind Kunden in den meisten Sparten durch Sicherungssysteme geschützt. Ein Totalverlust ist die Ausnahme.
- Lebensversicherungen sichert die Auffanggesellschaft Protektor, die private Krankenversicherung ein eigener Sicherungsfonds.
- Bei einer Kfz-Haftpflicht springt für Geschädigte die Verkehrsopferhilfe ein.
- Bei reinen Sachversicherungen gibt es keinen gesetzlichen Schutzfonds, hier ist ein Wechsel zu einem soliden Anbieter ratsam.
Was passiert eigentlich mit meinem Vertrag, wenn meine Versicherung pleitegeht? Diese Sorge ist verständlich, denn Versicherungen sollen ja gerade Sicherheit geben. Die gute Nachricht: Für die wichtigsten Sparten gibt es Auffangsysteme. Dieser Ratgeber erklärt, was bei einer Insolvenz mit Ihrem Schutz geschieht.
Strenge Aufsicht als erster Schutz
Bevor es überhaupt zur Insolvenz kommt, greift ein engmaschiges Sicherungssystem. Versicherer in Deutschland unterliegen der Aufsicht der BaFin und müssen strenge Vorgaben zur Kapitalausstattung erfüllen. Sie müssen jederzeit genug Reserven haben, um ihre Verpflichtungen zu erfüllen. Eine Pleite ist deshalb selten und kündigt sich meist lange vorher an, sodass die Aufsicht eingreifen kann. Der erste Schutz ist also die Verhinderung der Insolvenz.
Schutz je nach Sparte
Kommt es doch zum Ernstfall, hängt der Schutz von der Art der Versicherung ab:
| Sparte | Was im Insolvenzfall greift |
|---|---|
| Lebensversicherung | Auffanggesellschaft Protektor übernimmt die Verträge |
| private Krankenversicherung | gesetzlicher Sicherungsfonds sichert die Verträge |
| Kfz-Haftpflicht | Verkehrsopferhilfe schützt geschädigte Dritte |
| Sachversicherungen | kein gesetzlicher Fonds, Wechsel ratsam |
Lebens- und Krankenversicherung
Besonders gut geschützt sind langfristige Verträge. Für Lebensversicherungen gibt es die Auffanggesellschaft Protektor, die im Insolvenzfall die Verträge übernimmt und weiterführt. Ihre Ansprüche bleiben damit erhalten. Für die private Krankenversicherung existiert ein vergleichbarer Sicherungsfonds, der den Schutz der Versicherten sichert. Bei diesen existenziell wichtigen Versicherungen müssen Sie also keinen Totalverlust fürchten.
Garantien können angepasst werden
Im Insolvenzfall bleibt Ihr Vertrag zwar bestehen, in Ausnahmefällen können aber Leistungen oder Überschüsse angepasst werden. Der grundlegende Schutz bleibt erhalten, einzelne Konditionen können sich ändern.
Auf solide Anbieter setzen
Ein finanzstarker Versicherer ist der beste Schutz. Vergleichen Sie Anbieter nach Leistung, Beitrag und Stabilität.
Was Sie tun können
Auch wenn die Sicherungssysteme greifen, können Sie selbst vorsorgen. Achten Sie bei langfristigen Verträgen wie der Lebens- oder Krankenversicherung von vornherein auf einen finanzstarken Anbieter. Bei reinen Sachversicherungen ohne Auffangfonds ist die Lage entspannter, weil ein Wechsel jederzeit möglich ist. Sollte Ihr Versicherer in Schwierigkeiten geraten, informieren Sie sich über die konkrete Lage und prüfen Sie in Ruhe, ob ein Wechsel sinnvoll ist. Panik ist in keinem Fall nötig.
Bei langfristigen Verträgen auf Finanzstärke achten
Die Sicherungssysteme in Deutschland sind stark, einen Totalverlust müssen Sie in den wichtigen Sparten nicht fürchten. Trotzdem gilt: Bei Verträgen, die Jahrzehnte laufen, lohnt von Anfang an der Blick auf die Finanzstärke des Anbieters. Bei Sachversicherungen ist das weniger kritisch, weil Sie dort jederzeit zu einem soliden Versicherer wechseln können.

