Das Wichtigste in Kürze
- Die Versicherungsteuer beträgt in der Regel 19 Prozent auf den Nettobeitrag, sie steckt bereits im Preis, den Ihr Versicherer nennt.
- Steuerfrei sind Personenversicherungen: Lebens-, Renten-, Kranken-, Pflege- sowie Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherungen.
- Bei Wohngebäude- und Hausratversicherung teilt sich der Satz in Versicherungsteuer und Feuerschutzsteuer (z. B. 16,34 % + 2,66 % beim Wohngebäude).
- Anders als die Mehrwertsteuer ist die Versicherungsteuer für Unternehmen nicht als Vorsteuer abziehbar.
Was die Versicherungsteuer ist, und wer sie zahlt
Die Versicherungsteuer ist eine Verkehrssteuer auf Versicherungsbeiträge, geregelt im Versicherungsteuergesetz (VersStG). Steuerschuldner ist formal der Versicherungsnehmer, abgeführt wird sie aber vom Versicherer, deshalb taucht sie im Alltag kaum auf: Der Beitrag, den Sie zahlen, enthält die Steuer bereits. Mit 19 Prozent entspricht der Regelsatz exakt der Mehrwertsteuer; ein Zufall ist das nicht, die Sätze wurden über die Jahre parallel angehoben.
Wie hoch ist die Versicherungssteuer? Steuersatz & Bemessungsgrundlage
Die Bemessungsgrundlage für die Versicherungssteuer ist das Versicherungsentgelt, also die Prämie samt Nebenkosten – nicht die Versicherungssumme. Darauf wird der jeweilige Steuersatz bei der Besteuerung erhoben:
| Versicherungsart | Steuersatz |
|---|---|
| Kfz-, Haftpflicht-, Rechtsschutz-, Unfallversicherung u. v. m. | 19 % (Regelsatz) |
| Wohngebäudeversicherung | 19 % gesamt (16,34 % Versicherungsteuer + 2,66 % Feuerschutzsteuer) |
| Hausratversicherung | 19 % gesamt (16,15 % + 2,85 % Feuerschutzsteuer) |
| Reine Feuerversicherung | ermäßigte Bemessung (60 % des Beitrags), zzgl. Feuerschutzsteuer |
| Lebens-, Renten-, Kranken-, Pflege-, BU-/EU-Versicherung | steuerfrei |
Die Feuerschutzsteuer ist dabei keine Zusatzbelastung für Sie, sondern ein zweckgebundener Anteil: Ihr Aufkommen fließt den Bundesländern zu und finanziert den Brandschutz, etwa die Ausstattung der Feuerwehren.
Erhebung der Steuer: Wer sie ans Bundeszentralamt für Steuern abführt
Die Versicherungssteuer existiert als sogenannte indirekte Steuer – rechtlich eine Verkehrsteuer auf das Versicherungsverhältnis nach § 1 Versicherungsteuergesetz. Steuerschuldner ist der Versicherungsnehmer, doch das Versicherungsunternehmen hat die Steuer für Rechnung des Versicherungsnehmers zu entrichten: Als Steuerentrichtungsschuldner gibt es nach Ablauf eines jeden Anmeldungszeitraums eine Steueranmeldung nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck ab, und muss die Steuer nicht ans Finanzamt, sondern ans Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) abführen. Die Steuerpflicht entsteht mit der Zahlung bzw. Entgegennahme des Versicherungsentgelts, spätestens mit dessen Fälligkeit. Welche Versicherungsverträge betroffen sind, regelt das Risikobelegenheitsprinzip: Es zählt der Standort des Gebäudes bzw. der Wohnsitz des Versicherungsnehmers, nicht der Sitz des Versicherers. Für den Fiskus ein großer Posten: 2024 betrugen die Einnahmen rund 16,5 Milliarden Euro – es wird eben fast jede Police besteuert, das macht die Versicherungssteuer zu einer der ertragreichsten Verkehrssteuern. Der Steuerpflichtige merkt davon nichts, er zahlt sie unsichtbar mit jedem Beitrag.
Von der Versicherungssteuer befreit: die Ausnahmen des § 4 VersStG
Nach § 4 VersStG sind etliche Sparten von der Versicherungssteuer befreit – neben den Personenversicherungen etwa die Versicherung beförderter Güter gegen Verlust oder Beschädigung als Transportgüterversicherung einschließlich Valorenversicherung und Kriegsrisikoversicherung sowie Rückversicherungen. Für die versicherte Person entscheidend:
Der Gesetzgeber befreit Versicherungen, die der Existenzsicherung dienen: die Krankenversicherung, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung, Lebensversicherungen sowie die Berufsunfähigkeitsversicherung. Das macht diese Produkte spürbar günstiger, als sie es mit 19 Prozent Aufschlag wären, und ist ein bewusster sozialpolitischer Anreiz zur Eigenvorsorge.
Steuerlich betrachtet: Prämie, Hausratversicherung & Absetzbarkeit
Zum Einordnen: Von 100 Euro Kfz-Haftpflichtbeitrag gehen rund 16 Euro als Steuer an den Staat (19 Prozent auf den Nettobeitrag von 84 Euro). Beim Vergleich von Angeboten müssen Sie trotzdem nichts umrechnen, alle Preisangaben der Versicherer sind Endpreise inklusive Versicherungsteuer. Relevant wird die Steuer vor allem für Unternehmen: Anders als die Umsatzsteuer lässt sie sich nicht als Vorsteuer geltend machen, Versicherungsbeiträge sind aber als Betriebsausgaben absetzbar. Und noch eine Kuriosität am Rande: Selbst die Absicherung von Betriebsrisiken wie in der Gewerbeversicherung unterliegt dem vollen Satz, nur echte Personenrisiken bleiben verschont.
Häufige Fragen zur Versicherungsteuer
Wie hoch ist die Versicherungsteuer?
Der Regelsatz beträgt 19 Prozent auf den Nettobeitrag. Bei Wohngebäude- und Hausratversicherungen setzt er sich aus Versicherungsteuer und Feuerschutzsteuer zusammen, bleibt in Summe aber ebenfalls bei 19 Prozent.
Muss ich die Versicherungsteuer extra bezahlen?
Nein. Der Versicherer führt sie ab, und alle Beitragsangaben sind bereits Endpreise inklusive Steuer, Sie zahlen also nichts zusätzlich.
Welche Versicherungen sind von der Steuer befreit?
Personenversicherungen mit Existenzsicherungs-Charakter: Leben, Rente, Kranken, Pflege, Arbeitslosigkeit sowie Berufs- und Erwerbsunfähigkeit. Sachversicherungen wie Kfz, Hausrat oder Haftpflicht sind dagegen voll steuerpflichtig.
Können Unternehmen die Versicherungsteuer absetzen?
Als Vorsteuer nicht, die Versicherungsteuer ist keine Umsatzsteuer. Die Versicherungsbeiträge selbst (inklusive Steuer) mindern aber als Betriebsausgaben den Gewinn.
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