Das Wichtigste in Kürze
- Die Bootsversicherung besteht aus zwei Bausteinen: der Bootshaftpflicht für Schäden an Dritten und der Bootskasko für das eigene Boot.
- In Deutschland ist eine Bootshaftpflicht auf Binnengewässern nicht generell Pflicht – am Bodensee und in vielen Auslandsrevieren aber schon.
- Eine reine Haftpflicht ist oft ab rund 50 Euro im Jahr zu haben. Die Kasko richtet sich nach dem Bootswert.
- Weil der Verursacher unbegrenzt mit dem Privatvermögen haftet, ist die Bootshaftpflicht für jedes Boot dringend zu empfehlen.
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Bootshaftpflicht und Bootskasko
Wie beim Auto gibt es zwei Schutzrichtungen. Die eine sichert andere ab, die andere Ihr eigenes Boot:

Die Bootshaftpflichtversicherung übernimmt Personen-, Sach- und daraus folgende Vermögensschäden, die Sie mit Ihrem Boot anderen zufügen. Häufig sind auch Umweltschäden mitversichert, etwa auslaufender Kraftstoff.
Die Bootskaskoversicherung schützt Ihr eigenes Boot. Die Teilkasko deckt Elementarschäden wie Sturm, Blitz, Brand und Diebstahl. Die Vollkasko kommt zusätzlich für Unfall, Kollision, Strandung, Sinken und Vandalismus auf – und übernimmt in der Regel auch die Wrackbeseitigung.
Ist eine Bootsversicherung Pflicht?
Eine allgemeine gesetzliche Versicherungspflicht gibt es für private Sportboote auf deutschen Binnengewässern nicht. Trotzdem sollte niemand ohne Haftpflicht fahren, denn der Verursacher haftet nach § 823 BGB unbegrenzt mit seinem Privatvermögen. Es gibt aber wichtige Ausnahmen:
- Am Bodensee gilt über die Bodensee-Schifffahrts-Ordnung eine Haftpflicht-Versicherungspflicht für zulassungspflichtige Fahrzeuge.
- Im Ausland verlangen viele Reviere einen Nachweis – etwa Italien, Kroatien oder die Niederlande. Italien schreibt eine Mindestdeckung von 7 Millionen Euro vor.
Was kostet eine Bootsversicherung?
Die reine Haftpflicht ist erstaunlich günstig. Für eine kleine Segeljolle liegt sie oft bei rund 50 Euro im Jahr. Ein Motorboot mit 50 PS kostet in der Haftpflicht ebenfalls etwa 50 Euro, mit einer Kasko-Basisdeckung zusammen rund 160 Euro. Die Kasko wird meist als Prozentsatz des Bootswerts berechnet und fällt daher bei teuren Booten deutlich höher aus.
Diese Faktoren bestimmen den Beitrag:
- Bootswert und Motorleistung in PS.
- Fahrgebiet – Binnengewässer, Küste oder Mittelmeer.
- Liegeplatz – ein geschützter Hafen ist günstiger als eine offene Boje.
- schadenfreie Jahre und Ihre Führerschein-Lizenzen.

Wie hoch sollte die Deckungssumme sein?
Bei Personenschäden nicht sparen
Für die Bootshaftpflicht empfehlen Experten eine hohe pauschale Deckungssumme von mindestens 8 bis 10 Millionen Euro. Wer ins Ausland fährt, sollte die dort geforderten Mindestsummen prüfen – in Italien etwa 7 Millionen Euro.
Brauche ich einen Bootsführerschein?
Für die Versicherung ist ein Bootsführerschein nicht generell Voraussetzung. Bei führerscheinpflichtigen Booten muss aber der für das Fahrgebiet vorgeschriebene Schein vorliegen. Höhere Lizenzen wie der Sportküstenschifferschein können sogar die Kasko-Prämie senken, weil sie ein geringeres Risiko signalisieren.
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