Versicherungswissen

Cannabis auf Rezept:Wann die Kasse zahlt

Cannabis auf Rezept: Wann die Kasse zahlt

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit der Teillegalisierung ist medizinisches Cannabis auf Rezept einfacher zu bekommen, die gesetzliche Krankenkasse übernimmt unter Bedingungen die Kosten.
  • Grundlage ist Paragraf 31 Absatz 6 SGB V: Cannabis kann verordnet werden, wenn andere Therapien nicht infrage kommen.
  • Für viele Verordnungen ist seit Ende 2024 keine vorherige Genehmigung der Kasse mehr nötig, die Hürden sind gesunken.
  • Bei Privatrezept zahlen Patienten selbst, bei Kassenleistung fällt nur die übliche Zuzahlung an.

Medizinisches Cannabis ist längst in der Versorgung angekommen. Doch bei der Kostenübernahme herrscht oft Unsicherheit: Zahlt die Krankenkasse? Brauche ich eine Genehmigung? Dieser Ratgeber bringt Klarheit, wie die Erstattung von Cannabis auf Rezept geregelt ist und worauf Sie achten sollten.

Die rechtliche Grundlage

Seit 2017 können Ärzte medizinisches Cannabis auf Kassenrezept verordnen. Die rechtliche Grundlage ist Paragraf 31 Absatz 6 des Fünften Sozialgesetzbuchs. Danach kommt eine Verordnung zulasten der gesetzlichen Krankenkasse infrage, wenn eine schwerwiegende Erkrankung vorliegt und andere anerkannte Therapien nicht zur Verfügung stehen oder im Einzelfall nicht angewendet werden können. Die Entscheidung über die Therapie trifft der behandelnde Arzt.

Genehmigung: was sich geändert hat

Lange war für jede Erstverordnung eine vorherige Genehmigung der Krankenkasse nötig. Das hat sich geändert. Mit einer Anpassung der Regeln Ende 2024 ist die Genehmigungspflicht für viele Verordnungen entfallen. Damit ist der Weg zur Therapie deutlich einfacher geworden.

Im Zweifel vorher mit der Kasse klären

Auch wenn die Genehmigungspflicht in vielen Fällen entfallen ist, lohnt bei Unsicherheit ein Blick in die aktuellen Regeln und ein Gespräch mit der Krankenkasse. So vermeiden Sie eine unerwartete Ablehnung der Kostenübernahme.

Was Patienten zahlen

Bei der Kostenfrage kommt es auf die Art des Rezepts an:

Situation Kosten für Patienten
Kassenrezept, Kostenübernahme bewilligt nur die gesetzliche Zuzahlung
gesetzliche Zuzahlung in der Regel zwischen 5 und 10 Euro je Verordnung
Privatrezept voller Preis selbst zu tragen
Befreiung von Zuzahlungen keine Zuzahlung bei Erreichen der Belastungsgrenze
Kosten für medizinisches Cannabis je nach Rezeptart.

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So gehen Sie vor

Sprechen Sie zuerst mit Ihrem Arzt, ob eine Cannabistherapie für Ihre Erkrankung infrage kommt. Hält er sie für sinnvoll, stellt er die Verordnung aus. Klären Sie gemeinsam, ob ein Kassen- oder Privatrezept ausgestellt wird und ob für Ihren Fall noch eine Genehmigung der Kasse erforderlich ist. Reichen Sie nötige Unterlagen vollständig ein. Bei Ablehnung haben Sie das Recht, Widerspruch einzulegen. Lassen Sie sich dabei vom Arzt unterstützen.

Tobias Friedrich, Versicherungsexperte

Tobias Friedrich · Versicherungsexperte bei Versicherungsriese

Die Verordnung gehört in ärztliche Hand

Ob medizinisches Cannabis für Sie infrage kommt, entscheidet allein der behandelnde Arzt nach medizinischen Kriterien. Die gute Nachricht: Die bürokratischen Hürden sind gesunken, und für viele Verordnungen braucht es keine vorherige Genehmigung mehr. Bei einem Kassenrezept zahlen Sie nur die übliche Zuzahlung. Klären Sie die Kostenfrage im Zweifel vorab mit Ihrer Krankenkasse.

Die rechtliche Neuerung seit April 2024 markiert einen Wendepunkt in der medizinischen Cannabisversorgung. Medizinisches Cannabis gilt nicht mehr als Betäubungsmittel und kann wie andere Arzneimittel mit normalem Rezept verschrieben werden. Diese Vereinfachung erleichtert Ärzten die Verordnung erheblich. Spezialisierte Anbieter wie Canna Viva profitieren von dieser Entwicklung und können ihre Produkte nun unkomplizierter bereitstellen.

Immer mehr Menschen rücken ihre Gesundheit in den Fokus. Sie achten auf eine ausgeglichene Work-Life-Balance, eine möglichst gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung. Und auch der Markt für medizinisches Cannabis wird in den nächsten 3-5 Jahren wahrscheinlich weiter wachsen und sich professionalisieren.

Häufige Fragen zu Cannabis auf Rezept und der Kostenübernahme

Zahlt die Krankenkasse medizinisches Cannabis?
Ja, unter den Voraussetzungen von Paragraf 31 Absatz 6 SGB V, wenn eine schwerwiegende Erkrankung vorliegt und andere Therapien nicht infrage kommen.
Brauche ich eine Genehmigung der Kasse?
Für viele Verordnungen ist die Genehmigungspflicht Ende 2024 entfallen. Im Zweifel klären Sie es vorab mit der Kasse.
Was kostet Cannabis auf Kassenrezept?
Nur die gesetzliche Zuzahlung, in der Regel zwischen 5 und 10 Euro je Verordnung.
Was gilt bei einem Privatrezept?
Dann tragen Sie die vollen Kosten selbst. Die Krankenkasse beteiligt sich nicht.
Wer entscheidet über die Therapie?
Der behandelnde Arzt nach medizinischen Kriterien. Er stellt die Verordnung aus, wenn er die Therapie für sinnvoll hält.

Passend dazu: Krankenversicherung.

Tobias Friedrich

Tobias Friedrich

Gründer der Finanzriese GmbH

Tobias Friedrich ist Gründer und Geschäftsführer der Finanzriese GmbH, dem Unternehmen hinter Versicherungsriese.de. Seit der Gründung verfolgt er ein Ziel: Versicherungen für Verbraucher transparent und kostenlos vergleichbar zu machen. Er verantwortet die redaktionelle Ausrichtung des Ratgebers und stellt sicher, dass alle Inhalte fachlich fundiert, aktuell und verständlich aufbereitet sind. Sein Anspruch ist ehrliche Orientierung statt Verkaufsdruck.