Rentenfaktor:einfach erklärt

Der Rentenfaktor gibt an, wie viel monatliche Rente je 10.000 Euro angespartem Kapital aus einer Rentenversicherung gezahlt wird.

Kategorie: Gesundheit
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Versicherungsnehmer – Definition

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Rentenfaktor rechnet Ihr angespartes Kapital in eine monatliche lebenslange Rente um.
  • Er gibt an, wie viel Rente Sie pro 10.000 Euro Kapital erhalten.
  • Es gibt einen garantierten und einen aktuellen Rentenfaktor.
  • Der garantierte Rentenfaktor sollte möglichst hoch und „hart“ garantiert sein.

Was ist der Rentenfaktor?

Der Rentenfaktor ist die zentrale Rechengröße der privaten Rentenversicherung. Er legt fest, wie das zu Rentenbeginn angesparte Kapital in eine monatliche, lebenslange Rente umgerechnet wird. Konkret gibt der Rentenfaktor an, wie viel monatliche Rente Sie pro 10.000 Euro Kapital erhalten. Ein Rentenfaktor von 30 bedeutet also: Für je 10.000 Euro Kapital zahlt der Versicherer 30 Euro Rente pro Monat.

Der Rentenfaktor entscheidet damit maßgeblich über die Höhe Ihrer späteren Rente. Selbst bei gleichem Kapital kann die monatliche Rente je nach Rentenfaktor deutlich unterschiedlich ausfallen.

Wie wird die Rente mit dem Rentenfaktor berechnet?

Die Berechnung der monatlichen Rente mit dem Rentenfaktor ist einfach. Die Formel lautet:

Formel
(Kapital ÷ 10.000 Euro) × Rentenfaktor = monatliche Rente

Ein Beispiel: Haben Sie zu Rentenbeginn 100.000 Euro angespart und beträgt der Rentenfaktor 30, ergibt das eine monatliche Rente von 300 Euro (100.000 ÷ 10.000 × 30). Bei einem Rentenfaktor von nur 25 wären es lediglich 250 Euro. Schon ein kleiner Unterschied beim Rentenfaktor macht über die gesamte Rentenzeit also mehrere Tausend Euro aus.

Garantierter und aktueller Rentenfaktor

In der Rentenversicherung gibt es zwei Rentenfaktoren: den garantierten und den aktuellen Rentenfaktor. Der Unterschied ist entscheidend:

Rentenfaktor Bedeutung
garantierter Rentenfaktor bei Vertragsabschluss fest zugesagt, gilt sicher zu Rentenbeginn
aktueller Rentenfaktor zum Rentenbeginn gültiger Wert, oft höher, aber nicht garantiert

Der garantierte Rentenfaktor wird bei Vertragsabschluss festgelegt und bietet Planungssicherheit. Weil der Versicherer bei der Kalkulation einen Sicherheitsabschlag vornimmt, fällt der garantierte Rentenfaktor niedriger aus als der aktuelle. Der aktuelle Rentenfaktor gilt zum tatsächlichen Rentenbeginn und kann höher liegen – garantiert ist er jedoch nicht. Zur Auszahlung kommt immer der für Sie günstigere der beiden Werte.

Warum der garantierte Rentenfaktor wichtig ist

Für die Sicherheit Ihrer späteren Rente ist der garantierte Rentenfaktor entscheidend. Nur er ist Ihnen sicher zugesagt – auf den aktuellen Rentenfaktor können Sie sich nicht verlassen, weil er sich bis zum Rentenbeginn ändern kann. Ein hoher garantierter Rentenfaktor sichert Ihnen also eine Mindesthöhe der monatlichen Rente, egal wie sich die Rahmenbedingungen entwickeln.

Achten Sie beim Abschluss einer Rentenversicherung deshalb auf einen möglichst hohen garantierten Rentenfaktor. Vergleichen Sie nicht nur den aktuellen, sondern vor allem den garantierten Rentenfaktor der Anbieter – denn dieser bestimmt Ihre garantierte Rente.

Treuhänderklausel und § 163 VVG

Ein oft übersehener Punkt ist, wie „hart“ der garantierte Rentenfaktor wirklich ist. Manche Versicherer behalten sich über eine Treuhänderklausel vor, den garantierten Rentenfaktor nachträglich zu senken – gestützt auf § 163 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG). In diesem Fall ist der garantierte Rentenfaktor nur „weich“ garantiert.

Ein „hart“ garantierter Rentenfaktor liegt dagegen vor, wenn die Rentenversicherung in ihren Bedingungen ausdrücklich auf die Anwendung des § 163 VVG verzichtet. Nur dann ist der garantierte Rentenfaktor wirklich unveränderlich. Prüfen Sie die Bedingungen also genau: Ein hoher, aber nur weich garantierter Rentenfaktor bietet weniger Sicherheit als ein etwas niedrigerer, dafür hart garantierter Wert.

Gut zu wissen

Ein garantierter Rentenfaktor ohne Treuhänderklausel ist ein starkes Qualitätsmerkmal einer fondsgebundenen Rentenversicherung – er schützt Ihre Rente vor späteren Kürzungen.

Wie hoch ist ein guter Rentenfaktor?

Wie hoch der Rentenfaktor sein sollte, lässt sich nicht pauschal sagen – er hängt von Alter, Tarif und Kalkulation des Versicherers ab. Als grobe Orientierung gelten garantierte Rentenfaktoren zwischen etwa 20 und 35 pro 10.000 Euro als üblich. Wichtiger als die reine Höhe ist, dass der garantierte Rentenfaktor verlässlich ist. Ein niedriger, aber hart garantierter Rentenfaktor kann besser sein als ein hoher, der nachträglich gesenkt werden darf. Vergleichen Sie den garantierten Rentenfaktor daher immer im Zusammenhang mit den Bedingungen.

Was beeinflusst den Rentenfaktor?

Mehrere Faktoren bestimmen die Höhe des Rentenfaktors. Dazu zählen die Lebenserwartung, der kalkulierte Rechnungszins und das Eintrittsalter. Je höher die Lebenserwartung angesetzt wird, desto niedriger fällt der Rentenfaktor aus, weil die Rente länger gezahlt werden muss. Auch ein niedriger Garantiezins drückt den garantierten Rentenfaktor. Der aktuelle Rentenfaktor kann dagegen steigen, wenn der Versicherer zum Rentenbeginn bessere Ergebnisse erzielt.

Rentenfaktor in der fondsgebundenen Rentenversicherung

Besonders wichtig ist der Rentenfaktor in der fondsgebundenen Rentenversicherung. Hier ist das angesparte Kapital nicht garantiert, sondern hängt von der Wertentwicklung der Fonds ab. Umso mehr zählt der garantierte Rentenfaktor: Er sichert wenigstens, wie viel Rente Sie pro 10.000 Euro Fondsguthaben erhalten. Ohne einen garantierten Rentenfaktor wüssten Sie bei Vertragsabschluss nicht, welche monatliche Rente Ihr Kapital am Ende bringt.

Rentenfaktor im Vergleich

Beim Vergleich von Rentenversicherungen ist der garantierte Rentenfaktor eine der wichtigsten Kennzahlen. Zwei Verträge mit gleichem Kapital, aber unterschiedlichem Rentenfaktor führen zu spürbar verschiedenen monatlichen Renten. Achten Sie deshalb nicht nur auf die prognostizierte Rente, sondern auf den garantierten Rentenfaktor – denn nur er ist Ihnen sicher. Ein hoher aktueller Rentenfaktor in der Modellrechnung nützt wenig, wenn der garantierte Rentenfaktor niedrig ist. Der garantierte Rentenfaktor bildet die Untergrenze Ihrer späteren Rente und sollte bei der Auswahl im Mittelpunkt stehen.

Häufige Fragen zum „Rentenfaktor“

Was ist der Rentenfaktor?
Die Rechengröße, mit der Ihr Kapital in eine monatliche lebenslange Rente umgerechnet wird. Er gibt die Rente pro 10.000 Euro Kapital an.
Wie berechne ich meine Rente mit dem Rentenfaktor?
Kapital geteilt durch 10.000, multipliziert mit dem Rentenfaktor. Bei 100.000 Euro Kapital und Rentenfaktor 30 sind das 300 Euro Rente im Monat.
Was ist der Unterschied zwischen garantiertem und aktuellem Rentenfaktor?
Der garantierte Rentenfaktor ist bei Abschluss fest zugesagt, der aktuelle gilt zum Rentenbeginn und ist oft höher, aber nicht garantiert.
Was bedeutet ein hart garantierter Rentenfaktor?
Der Versicherer verzichtet in den Bedingungen auf § 163 VVG und darf den garantierten Rentenfaktor nicht nachträglich senken.
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Tobias Friedrich

Tobias Friedrich

Gründer der Finanzriese GmbH

Tobias Friedrich ist Gründer und Geschäftsführer der Finanzriese GmbH, dem Unternehmen hinter Versicherungsriese.de. Seit der Gründung verfolgt er ein Ziel: Versicherungen für Verbraucher transparent und kostenlos vergleichbar zu machen. Er verantwortet die redaktionelle Ausrichtung des Ratgebers und stellt sicher, dass alle Inhalte fachlich fundiert, aktuell und verständlich aufbereitet sind. Sein Anspruch ist ehrliche Orientierung statt Verkaufsdruck.