Zeitwert

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In einigen Versicherungen werden Schäden auf Grundlage des sogenannten Zeitwertes einer Sache reguliert. Dieser bezeichnet den momentanen Wert zum Zeitpunkt des Versicherungsfalls.

Wie wird der Zeitwert bestimmt?

Bei einem Totalschaden bleibt meist nur der Ersatz des beschädigten Gegenstands. Um die Höhe der Entschädigung festzulegen gilt es erst einmal, den Wiederbeschaffungs- oder Neuwert zu ermitteln. Ist dies geschehen, geht es an den Zeitwert.

Um diesen bestimmen zu können, müssen folgende Fragen erörtert werden:

  1. Wie alt ist das Schadensobjekt?
  2. Wie stark ist es abgenutzt?

Nun zieht man den Wertverlust vom Neupreis ab. Das Ergebnis bedeutet letztendlich den Zeitwert.

Bei welchen Versicherungen wird der Zeitwert gezahlt?

Üblich ist dies vor allem bei KFZ, Haftpflicht und Elektronikversicherungen. Im KFZ Bereich werden für die Ermittlung des Zeitwertes KFZ Werkstätten oder Autohändler herangezogen. Ausgehend vom Neuwert wird der Wagen auf Wert mindernde oder steigernde Details untersucht.

Abzüge vom Anschaffungswert gibt es beispielsweise bei älteren Fahrzeugen, welche Verschleißerscheinungen oder Gebrauchsspuren aufweisen. Ist das Fahrzeug noch reparabel, kann es durch neue Materialien und andere Verschönerungsarbeiten wieder aufgewertet werden.

Im Versicherungsfall ist der Zeitwert ein wichtiger Faktor bei der Schadensregulierung. Denn er fließt in die Prämie mit ein. Um einen ungefähren Zeitwert zu bestimmen, orientieren sich KFZ Versicherungen gern an der Schwacke-Liste eines Gutachtens.

Ein Haftpflichtversicherungsfall könnte beispielsweise die Beschädigung des Fernsehgerätes eines dritten sein. Handelt es sich um ein neuwertiges Gerät, könnte der Zeitwert unter günstigen Umständen an den Neupreis herankommen. Ist er schon älter und entsprechend abgenutzt, fällt die Entschädigung wesentlich niedriger aus.

Bei der Elektronikversicherung wird als Erstes eine gründliche Prüfung auf Reparaturfähigkeit durchgeführt. Ist eine Reparatur möglich, errechnet die Versicherung den Zeitwert und übernimmt die Kosten bis zu dessen Höhe.

Nun kann es allerdings passieren, dass die Reparatur teurer wird als ein neues Gerät. In solchen Fällen liegt es im Ermessen der Versicherung, welche Kosten sie erstattet. Beispiel: Es wurde ein Smartphone versichert. Dieses ist jetzt stark beschädigt worden und muss entweder repariert- oder ersetzt werden. Die Versicherung bestimmt nun den Zeitwert, indem sie den Neuwert oder Wiederbeschaffungswert einem prozentualen Wertverlust gegenrechnet.

Bei den meisten Versicherungen wird zu diesem Zweck auf prozentuale Pauschalabzüge zurück gegriffen. Dabei spielt vorrangig das Alter des versicherten Gerätes eine Rolle. Mit anderen Worten: Je älter das Smartphone ist, desto geringer wird der Wert eingeschätzt. Steht der Zeitwert fest, übernimmt die Versicherung die Kosten für ein neues oder die Reparaturkosten in Höhe der ermittelten Summe.

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