Das Wichtigste in Kürze
- Die Versicherungsmathematik (Aktuarwissenschaft) berechnet Risiken, Beiträge und Rückstellungen von Versicherungen.
- Sie verbindet Wahrscheinlichkeitsrechnung, Statistik und Finanzmathematik zu konkreten Tarifen.
- Kernwerkzeuge sind das Äquivalenzprinzip, Sterbetafeln und der Rechnungszins.
- Ausgeübt wird sie von Aktuaren – jeder Lebens- und Krankenversicherer braucht per Gesetz einen Verantwortlichen Aktuar.
Was ist Versicherungsmathematik?
Die Versicherungsmathematik ist ein Teilgebiet der angewandten Mathematik, das versicherte Risiken in Zahlen übersetzt: Wie wahrscheinlich ist ein Schaden, wie teuer wird er, und welcher Beitrag deckt ihn dauerhaft? Dafür kombiniert sie Wahrscheinlichkeitstheorie, Statistik und Finanzmathematik. International spricht man von der Aktuarwissenschaft, ihre Anwender heißen Aktuare.
Wo die Versicherungsmathematik steckt
Jeder Versicherungsbeitrag ist ein versicherungsmathematisches Ergebnis. Die wichtigsten Aufgabenfelder:
| Aufgabe | Was berechnet wird |
|---|---|
| Prämienkalkulation | risikogerechter Beitrag je Tarif, Alter und Risikomerkmal |
| Sterbetafeln | Lebenserwartung für Lebens- und Rentenversicherung (DAV-Tafeln) |
| Deckungsrückstellungen | Kapital, das der Versicherer für künftige Leistungen zurücklegt |
| Alterungsrückstellungen | Beitragsglättung in der privaten Krankenversicherung |
| Risikomodelle | Kapitalanforderungen nach Solvency II |
Das Äquivalenzprinzip als Kern
Grundregel jeder Kalkulation ist das Äquivalenzprinzip: Die erwarteten Beiträge eines Versichertenkollektivs müssen den erwarteten Leistungen samt Kosten entsprechen. Dazu zinst der Aktuar künftige Zahlungen mit dem Rechnungszins ab. Für neue Lebensversicherungen gilt seit Januar 2025 ein Höchstrechnungszins von 1,0 Prozent. Je vorsichtiger Sterbetafel und Zins angesetzt sind, desto höher fällt später die Überschussbeteiligung aus.
Der Beruf: Aktuarin und Aktuar
Versicherungsmathematiker arbeiten in Produktentwicklung, Risikomanagement und Aufsicht. Der Berufsstand organisiert sich in der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV), die eine mehrjährige Zusatzausbildung mit Prüfungen verlangt. Einstieg ist meist ein Studium der Mathematik, Wirtschaftsmathematik oder ein spezialisierter Studiengang Aktuarwissenschaften.
Gesetzlich vorgeschrieben
Lebens- und Krankenversicherer müssen nach § 141 VAG einen Verantwortlichen Aktuar bestellen. Er bestätigt gegenüber der BaFin, dass Beiträge und Rückstellungen dauerhaft ausreichen.
Was das für Versicherte bedeutet
Für Sie als Kundin oder Kunde erklärt die Versicherungsmathematik, warum sich Beiträge unterscheiden: Alter, Gesundheitszustand oder Schadenhistorie verändern die rechnerische Risikolage. Beim Vergleich von Lebens- und Rentenversicherungen lohnt der Blick auf garantierte Werte und Überschüsse, denn beide beruhen auf den Rechnungsgrundlagen des Tarifs. Und steigt ein Beitrag, steckt dahinter oft eine Beitragsanpassung aufgrund neuer Rechnungsgrundlagen.
Häufige Fragen
Was macht die Versicherungsmathematik?
Wie wird man Versicherungsmathematiker?
Behalten Sie den Überblick – kostenlos
Alle Versicherungen in einer App: Wir überwachen Ihre Verträge und melden uns, sobald es einen günstigeren oder besseren Tarif gibt – die Formalitäten übernehmen wir.
- Alle Verträge & Dokumente an einem Ort
- Automatischer Schutz vor Beitragserhöhungen
- Wechselvorschläge inklusive Formalitäten – wir kümmern uns


